Baerbock - Biden stellt Interessen Land über seine eigenen
Brüssel/Berlin (Reuters) - Außenministerin Annalena Baerbock hat "großen Respekt" für den Verzicht von US-Präsident Joe Biden auf eine erneute Kandidatur bekundet.
"Joe Biden stellt die Interessen seines Landes über seine eigenen", sagte Baerbock am Montag vor dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Unter Biden sei die transatlantische Zusammenarbeit "vielleicht so intensiv wie nie zuvor" gewesen. Er habe mit dem engen Schulterschluss "nicht nur dem europäischen Kontinent beigestanden, sondern damit der Sicherheit im transatlantischen Bündnis", sagte sie in Anspielung auf die Hilfe für die Ukraine gegen den russischen Angriff. Ohne US-Vizepräsidentin Kamala Harris namentlich zu erwähnen, sagte sie, dass sie nun sehr gespannt auf die kommende Woche in den USA schaue - "weil die Zusammenarbeit zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika gerade auch für unseren Frieden und für unsere Sicherheit zentral ist".
Auch andere EU-Außenminister hielten sich mit Einschätzungen zurück. "Ich wünsche ihr alles Gute. Sie ist eine Frau, eine starke Frau", sagte die belgische Außenministerin Sophie Wilmès zu Harris, die nun anstelle von Biden für die Demokraten in das Präsidentschaftsrennen gehen will. Der Rückzug Bidens bedeute noch nicht den Sieg des Republikaners Donald Trump, sagte Wilmès. Auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hielt sich mit einer Einschätzung bedeckt. Der tschechische Außenminister Jan Lipavský sagte, dass die EU sich auf beide Szenarien - also ein Sieg Trumps oder einer demokratischen Kandidatin - einstellen müsse. "Wir können nicht dieses Wunschdenken haben, dass ein Kandidat für Europa besser sei als der andere."
(Bericht von Andreas Rinke, redigiert von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)