K+S macht Ergebnissprung und grenzt Jahresziele ein

Frankfurt (Reuters) - Ein deutlich gestiegener Absatz von Düngemittel-Spezialitäten hat K+S im zweiten Quartal zu einem kräftigen Ergebnisplus verholfen.
Der operative Gewinn (Ebitda) verfünffachte sich auf 128 (Vorjahr: 24) Millionen Euro, wie der Kasseler Düngemittel- und Salzhersteller am Mittwoch mitteilte. Damit erfüllte K+S die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz zog um sechs Prozent auf 874 Millionen Euro an. Neben einem starken Europa- und Düngemittelspezialitäten-Geschäft profitierte K+S auch von einer Nachfrageerholung bei Chemie- und Industrieprodukten. Gegenwind kam von niedrigeren Verkaufspreisen. Unter dem Strich und bereinigt um Sondereffekte fuhr K+S einen Gewinn von 6,5 Millionen Euro ein nach einem Verlust von knapp 55 Millionen vor Jahresfrist.
Vorstandschef Burkhard Lohr sprach von robusten Ergebnissen. "Wir hatten eine starke Absatzmenge für ein zweites Quartal." Denn dieses sei saisonbedingt nicht das stärkste. "Für das Gesamtjahr 2024 bestätigen wir unsere Erwartungen beim Cashflow und präzisieren die Ebitda-Prognose auf nun 530 bis 620 Millionen Euro." Nach dem ersten Halbjahr habe K+S nun bessere Planungssicherheit. Bislang hatte Lohr eine Spanne von 500 bis 650 (Vorjahr: 712) Millionen in Aussicht gestellt. Analysten gehen für dieses Jahr im Schnitt von einem Ergebnis von 584,7 Millionen Euro aus. Der bereinigte freie Mittelzufluss (Cash-flow) soll trotz erhöhter Investitionen mindestens ausgeglichen sein (2023: plus 311 Millionen Euro).
K+S-Aktien legten am Vormittag um bis zu 2,3 Prozent zu. Das Kasseler Unternehmen musste im vergangenen Jahr wegen der niedrigeren Preise für Kali, einem der Hauptnährstoffe für Pflanzen, mehrfach seine Ziele senken. 2023 brach der operative Gewinn wegen rückläufiger Kalipreise auf 712 Millionen Euro ein, nachdem K+S im Jahr zuvor noch ein Rekordergebnis von 2,4 Milliarden Euro eingefahren hatte.
Lohr geht nun davon aus, dass der Kalipreis für den Rest des Jahres stabil verläuft. "Und das erhärtet sich auch, nachdem wir kürzlich die Abschlüsse in China und Indien gesehen haben", sagte er. Die Verträge mit den beiden Ländern sind maßgeblich für die Preisorientierung des gesamten Kali-Marktes. "Es könnte sein, dass die Spot-Preise im Herbst noch mal anspringen, weil dann noch mal Düngesaison in Brasilien ist. Aber das wäre dann so spät im Jahr, dass die Auswirkungen auf unser Ebitda sehr gering sein würden."
(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Myria Mildenberger; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)