Biden schwört Demokraten auf Vize-Präsidentin Harris ein

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Chicago (Reuters) - Auf dem Parteitag der US-Demokraten in Chicago hat Präsident Joe Biden die Partei auf die Kandidatur von Vizepräsidentin Kamala Harris eingeschworen.

Harris stehe für die Zukunft der Partei, sagte Biden am Montagabend zum Auftakt der viertägigen Großveranstaltung. "Seid ihr bereit, für Freiheit zu stimmen? Seid ihr bereit für Demokratie und für Amerika zu stimmen?", rief Biden in die Menge. Der 81-Jährige hatte erst nach wachsendem innerparteilichem Druck auf eine eigene Kandidatur verzichtet und damit den Weg frei gemacht für einen Generationswechsel. Die 59-jährige Harris hat dem Wahlkampf der Demokraten seither neuen Schwung verliehen. Biden wurde auf dem Parteitag mit langem Applaus empfangen. Unter Tränen sagte er lächelnd zum Publikum: "Ich liebe euch".

Am Donnerstag soll Harris zum Abschluss des Parteitags offiziell die Nominierung annehmen. Schon am Montagabend trat sie überraschend für einige Minuten in der Veranstaltungshalle auf. Die amtierende US-Vizepräsidentin nutzte die Gelegenheit, um die Delegierten auf den bevorstehenden Wahlkampf gegen ihren republikanischen Rivalen Donald Trump einzustimmen. "Lasst uns für die Ideale kämpfen, die uns am Herzen liegen, und lasst uns immer daran denken: Wenn wir kämpfen, werden wir gewinnen", rief Harris unter tosendem Applaus. Im Falle eines Wahlsiegs am 5. November würde sie als erste Frau in der US-Geschichte Präsidentin.

Obwohl Biden noch fünf Monate im Amt ist, hatte seine Ansprache mitunter Züge einer Abschiedsrede. Er ging aber auch Ex-Präsident Trump scharf an, gegen den nun Harris antritt. Biden versprach Harris und ihrem Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, Tim Walz, der beste Freiwillige im Wahlkampf-Team zu sein. Am Ende seiner Rede kam Harris auf die Bühne und umarmte ihn.

PROTESTE

Begleitet wurde der Auftakt des Parteitags von Protesten Tausender pro-palästinensischer Demonstranten, die sich in einem nahe gelegenen Park versammelten. Sie forderten die Delegierten auf, die militärische Unterstützung der Partei für Israels Offensive im Gazastreifen einzustellen. Eine Splittergruppe durchbrach kurzzeitig einen Sicherheitszaun nahe dem Kongresszentrum, was einen Einsatz der Bereitschaftspolizei zur Folge hatte. Nach Angaben von Sicherheitskräften des Parteitags bestand keine Gefahr für die Teilnehmer.

(Bericht von Doina Chiacu, Andrea Shalal, Bianca Flowers, Trevor Hunnicutt, Tim Holland, Jeff Mason und Nandita Bose; geschrieben von Katharina Loesche und Elke Ahlswede, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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