Konjunkturindikator

Arbeitslosenzahl auf dem höchsten Stand seit Februar 2021

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Die wirtschaftliche Schwäche lastet weiter auf dem deutschen Arbeitsmarkt und hat die Zahl der Arbeitslosen auf den höchsten Wert seit dreieinhalb Jahren getrieben.

Sie legte im August um 63.000 auf 2,872 Millionen zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag in Nürnberg mitteilte. Noch höher war sie zuletzt im Februar 2021. "Der Arbeitsmarkt bekommt weiter die Folgen der wirtschaftlichen Stagnation zu spüren", sagte BA-Chefin Andrea Nahles. Eine Besserung ist nach ihren Worten nicht in Sicht. Die BA schließt nicht aus, dass mit der üblichen Winterarbeitslosigkeit im Januar 2025 erstmals seit zehn Jahren wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose registriert werden.

Nahles verwies darauf, dass die Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 2022 stetig steige. "Nichts deutet darauf hin momentan, dass sich dieser stetige Anstieg zurzeit irgendwo ausbremst oder sogar revidiert wird", sagte die BA-Chefin. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen stieg die Erwerbslosenzahl im Monatsvergleich um 2000. Die Arbeitslosenquote stieg im August um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Die BA registrierte im August 176.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr.

Fehlender Rückenwind

Zum Teil geht der Anstieg der Arbeitslosigkeit auf die übliche Sommerpause im Ferienmonat August zurück. Die schwache Konjunktur kommt noch hinzu. "Sichtbar wird der fehlende konjunkturelle Rückenwind auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung", sagte Nahles. Diese sei im Juni mit 34,85 Millionen zwar um 143.000 höher gewesen als vor einem Jahr: "Aber das Wachstum schwächt sich mehr und mehr ab." In der Industrie, auf dem Bau und im Handel werde Beschäftigung abgebaut. Mehr Beschäftigung gebe es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen.

Auch die konjunkturelle Kurzarbeit hat laut BA wieder leicht zugenommen. Im Juni sei für 232.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt worden. Genutzt werde Kurzarbeit insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe.

Auf dem Ausbildungsmarkt zeichnete sich eine etwas höhere Zahl von Ausbildungssuchenden ab. Von Oktober 2023 bis August 2024 hätten sich 418.000 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet und damit 10.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon hatten im August 82.000 weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative. Gleichzeitig waren 158.000 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.

"Jeder junge Mensch auf Ausbildungssuche ist eine potenzielle Fachkraft und darf uns deswegen nicht verloren gehen", sagte Nahles. Auch Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger mahnte, die Zahlen seien ein unmissverständlicher Weckruf: "Zu viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt." Dringend gebraucht würden eine Verbesserung der Bildungsqualität und eine praxisorientierte Berufsorientierung.

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