Libanon - Mindestens 182 Tote bei israelischen Angriffen

Reuters · Uhr
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- von Ari Rabinovitch und Maya Gebeily

Jerusalem/Beirut (Reuters) - Bei israelischen Luftangriffen auf Ziele im Libanon sind nach Angaben der dortigen Behörden mindestens 182 Menschen getötet worden.

Zudem gebe es 727 Verletzte, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Ein israelischer Armee-Sprecher schrieb auf dem Kurznachrichtendienst X, man habe zunächst mehr als 300 Hisbollah-Ziele getroffen. Zuvor seien Warnungen ausgesprochen worden. Der libanesische Informationsminister Siad Makary sagte der Nachrichtenagentur Reuters, entsprechende Anrufe stellten eine Form der psychologischen Kriegsführung dar. Das Telekom-Unternehmen Ogero berichtete von mehr als 80.000 automatisierten Anrufen, in denen zur Evakuierung aufgerufen worden sei.

Die israelische Luftwaffe bombardierte am Montag gleichzeitig Ziele im Süden, Osten und Norden des Libanon. Es war die bislang umfangreichste Angriffswelle, seit sich der Konflikt im Zuge des Gazakriegs vor knapp einem Jahr zuspitzte. "Wir vertiefen unsere Angriffe im Libanon", bestätigte Verteidigungsminister Joaw Gallant. "Dies sind die Tage, in denen die israelische Bevölkerung Fassung bewahren muss." Auf eine etwaige Bodenoffensive angesprochen, sagte Militärsprecher Daniel Hagari, es sei gegenwärtig eine Offensive aus der Luft im Gange. "In jedem Haus, das wir angreifen, befinden sich Waffen. Raketen, Geschosse, Drohnen, die für die Tötung israelischer Zivilisten bestimmt waren."

AUCH IM GAZASTREIFEN NEUE ANGRIFFE

Die Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon hat sich mit Ausbruch des Kriegs im Gazastreifen verschärft. Zehntausende Menschen haben ihre Häuser und Wohnungen verlassen. In der vergangenen Woche eskalierte die Situation, nachdem an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zunächst Tausende Pager und Funkgeräte im Libanon explodierten und dadurch zahlreiche Menschen getötet und verletzt wurden. Für die Aktion wird Israel verantwortlich gemacht, das dazu jedoch bislang keine Stellungnahme abgegeben hat. Es folgten israelische Luftangriffe und einige der heftigsten gegenseitigen Schusswechsel über die israelisch-libanesische Grenze hinweg seit Beginn des Gazakriegs.

Auch in dem Palästinenser-Gebiet kam es am Montag zu weiteren Angriffen. Palästinensische Gesundheitsbehörden berichteten von mindestens fünf Toten. Die Lage der Zivilbevölkerung wurde zudem durch schwere Regenfälle erschwert. Diese schwemmten zum Teil Zelte weg. Vor dem Winter würden weitere Unterkünfte und Hilfsgüter benötigt, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNRWA. "Mit Beginn des Herbstes reichen Plastik und Stoff nicht aus, um die Menschen vor Regen und Kälte zu schützen", teilte es auf X mit.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah hatte unmittelbar nach dem Beginn des Gazakrieges am 7. Oktober 2023 ihre Raketenangriffe auf israelisches Grenzgebiet intensiviert. Die zunehmenden Kampfhandlungen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon schüren Sorgen, dass sich der Gaza-Konflikt zu einem regionalen Flächenbrand ausweiten könnte. In ihn könnten auch der Iran und die USA hineingezogen werden.

(Weitere Berichterstattung Nidal al-Mughrabi, James Mackenzie, Tom Perry und Emilie Madi; Geschrieben von Christian Rüttger und Scot W. Stevenson; Redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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