Studie - Zinssenkungen steigern Nachfrage am deutschen Immobilienmarkt

Reuters · Uhr
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Berlin (Reuters) - Mit den jüngsten Zinssenkungen zieht die Nachfrage auf dem deutschen Immobilienmarkt deutlich an und sorgt für stabile Preise bei Kaufimmobilien.

Nach einer kurzen Phase des Abwartens auf weitere Zinsschritte im Sommer erlebe die Kaufnachfrage seit September einen deutlichen Aufschwung, teilte die Immobilien-Plattform ImmoScout24 am Dienstag mit. Die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) von Juni und September seien ein weiterer positiver Impuls, sagte ImmoScout24-Geschäftsführerin Gesa Crockford. "Die Angebotspreise sind entsprechend stabil und zeigen in einigen Metropolen bereits einen Aufwärtstrend."

Am Markt werde erkannt, "dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um zu kaufen, bevor die Preise vermutlich wieder noch deutlicher steigen", sagte Crockford. Derzeit gebe es noch Verhandlungsspielraum bei den Preisen. Dieser werde aber wohl nachlassen, wenn der Markt weiter anziehe. Bis Ende des Jahres dürften sich die Immobilienpreise weiter stabilisieren.

Im bundesweiten Schnitt stiegen die Angebotskaufpreise für Bestandswohnungen von Juni bis September zum Vorquartal um 1,5 Prozent und für Neubauwohnungen leicht um 0,2 Prozent.

BERLIN-BOOM BEI DEN MIETEN

Wohnungssuchende in Deutschland sind laut ImmoScout24 konfrontiert mit großer Konkurrenz, steigenden Mieten und hohen Nebenkosten. Die Nachfrage lege besonders in kleineren Groß- und Mittelstädten zu. Die Angebotsmieten seien im Sommer zwar nicht so stark gestiegen wie in vergangenen Quartalen. Dennoch sei der Anstieg kontinuierlich. "Der Mietmarkt ist weiter angespannt", sagte Crockford. "In den fünf größten Städten sind die Mietpreise in den vergangenen zehn Jahren zehnmal stärker gestiegen als die Kaufpreise." Dies zeige sich nirgendwo so deutlich wie in Berlin.

Die Hauptstadt rückt auf Platz drei der teuersten Metropolen Deutschlands vor. Die Mieten für Bestandswohnungen kletterten in Berlin von Frühjahr auf Sommer um 3,1 Prozent auf durchschnittlich 14,19 Euro pro Quadratmeter. Berlin lässt damit Köln und Stuttgart hinter sich - teurer ist es nur noch in München (20,97 Euro) und Frankfurt am Main (14,97 Euro). Bei Mieten für Neubauwohnungen ist Berlin sogar schon die Nummer Zwei mit 20,16 Euro (plus 3,3 Prozent) hinter München, das mit 25,58 Euro traditionell das teuerste Pflaster ist. Im Vergleich: Deutschlandweit sanken die Mieten für Bestandswohnungen laut ImmoScout24 im zu Ende gegangenen dritten Quartal zum Vorquartal um 0,2 Prozent auf 8,54 Euro pro Quadratmeter. Die Angebotspreise für Mieten in Neubauten kletterten um 1,2 Prozent auf durchschnittlich 12,37 Euro. Vor allem in Leipzig wird Wohnen immer teurer, wie aus der Studie hervorgeht. Dies gelte für Mieten in Neubauten und Bestandswohnungen, auch wenn die Preise in der sächsischen Stadt im Vergleich mit den anderen großen Metropolen noch deutlich niedriger seien.

(Bericht von Klaus Lauer, redigiert von Myria Mildenberger; - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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