PKK bekennt sich zu Anschlag von Ankara - Zahlreiche Festnahmen

Ankara (Reuters) - Zwei Tage nach dem Anschlag auf ein Rüstungsunternehmen in Ankara mit Toten und Verletzten hat sich die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu der Tat bekannt.
Man übernehme die Verantwortung für das Attentat, hieß es in einer Erklärung der militanten Gruppe am Freitag. Die türkische Luftwaffe flog unterdessen nach Angaben des Verteidigungsministeriums die zweite Nacht in Folge Angriffe gegen kurdische Kämpfer im Nordirak. Dabei seien Dutzende Ziele getroffen und viele Kämpfer "neutralisiert" worden. Aus Sicherheitskreisen hieß es, seit dem Anschlag seien insgesamt 120 PKK-Ziele im Irak und in Syrien getroffen worden. Zudem nahm die türkische Polizei nach Angaben von Innenminister Ali Yerlikaya bei landesweiten Einsätzen 176 mutmaßliche PKK-Mitglieder fest.
Am Mittwoch hatten zwei mit Gewehren und Sprengstoff bewaffnete Angreifer - ein Mann und eine Frau - einen Anschlag auf die Zentrale der türkischen Luft- und Raumfahrtindustrie (Tusas) in Ankara verübt. Fünf Menschen wurden getötet, 22 verletzt. Auch beide Angreifer starben. Innenminister Ali Yerlikaya hatte schon kurz darauf gesagt, die Täter kämen sehr wahrscheinlich aus den Reihen der PKK. Türkische Medien berichteten am Freitag, Erdogan habe gesagt, die Attentäter seien aus Syrien eingedrungen.
Der Anschlag ereignete sich einen Tag, nachdem ein wichtiger Verbündeter Erdogans erklärt hatte, der seit vielen Jahren inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan dürfe im türkischen Parlament sprechen, wenn er ein Ende des Aufstands der PKK ankündige und im Gegenzug die Möglichkeit zur Freilassung habe. Die PKK führt seit vier Jahrzehnten einen Aufstand gegen den Staat, bei dem bislang mehr als 40.000 Menschen getötet wurden. Von der Türkei und ihren westlichen Verbündeten wird die PKK als terroristische Vereinigung eingestuft.
(Bericht von Huseyin Hayatsever, Ece Toksabay und Tuvan Gumrukcu. Geschrieben von Ralf Bode, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)