Metall-Tarifparteien ringen in Hamburg weiter um Lohnplus

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Frankfurt (Reuters) - Nach mehr als 14 Stunden Verhandlungen sind Gewerkschaft und Arbeitgeber im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie noch nicht auf einen Nenner gekommen.

Die IG Metall und die regionalen Arbeitgeberverbände der auserkorenen Pilotbezirke Bayern und Küste rangen die ganze Nacht hindurch bis zum Dienstagmorgen noch um eine Einigung über die Tariferhöhung für die 3,9 Millionen Beschäftigten der wichtigsten deutschen Industrie. "Es wird hart gerungen - es steht Spitz auf Knopf", sagte ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes Nordmetall. Alles sei noch offen, ergänzte ein Gewerkschaftssprecher.

Zusammen mit dem Bezirk Bayern waren die norddeutschen Gewerkschafter vom IG-Metall-Vorstand beauftragt worden, einen Pilotabschluss anzugehen. Die Verhandlungskommissionen werden angeführt von den beiden IG-Metall-Bezirkschefs Daniel Friedrich und Horst Ott auf Gewerkschaftsseite sowie von Lena Ströbele für Nordmetall und der Chefin des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm), Angelique Renkhoff-Mücke. Neben der obersten Führung der Gewerkschaft mit der Ersten Vorsitzenden Christiane Benner und Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf sind von beiden Seiten Vertreter aus anderen Tarifgebieten nach Hamburg gereist, um eine mögliche Einigung intern abzustimmen. Im Fall eines Scheiterns hat die IG Metall angekündigt, nach mehreren Wochen kurzzeitiger Warnstreiks den Druck mit 24 Stunden langen Ausständen zu erhöhen.

Die Gewerkschaft hatte sieben Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit gefordert - die Arbeitgeber hatten zunächst 3,6 Prozent in zwei Stufen über einen Zeitraum von 27 Monaten angeboten. Mehr als 600.000 Beschäftigte bundesweit traten seit Ende Oktober nach dem Aufruf der Gewerkschaft mit mehrstündigen Warnstreiks für ein Tarifplus ein, das sie vor allem wegen gestiegener Lebenshaltungskosten verlangen. Die Arbeitgeber mahnten dagegen zur Mäßigung, weil die Industrie mit Rezession und in weiten Teilen mit einer Strukturkrise zu kämpfen hat.

(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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