Palästinenser: Mindestens 34 Tote im Gazastreifen bei israelischen Angriffen

Reuters · Uhr
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Kairo (Reuters) - Im Gazastreifen sind seit der Nacht zum Dienstag nach palästinensischen Angaben mindestens 34 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden.

In Beit Hanun im Norden des dicht besiedelten Gebietes hätten mindestens 25 Menschen die Bombardierung eines mehrstöckigen Hauses nicht überlebt, teilten Mediziner mit. Nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes handelt es sich bei den meisten Toten - darunter auch Kinder und Frauen - um Angehörige einer Familie. In sozialen Medien wurden Bilder von Leichen in einem Massengrab verbreitet, die die Toten zeigen sollen. Der Norden des Gazastreifens ist der Brennpunkt der Kämpfe, dort hat die israelische Armee im Oktober eine Offensive gestartet, um nach eigenen Angaben die Neuformierung von Hamas-Kämpfern zu verhindern.

Auch aus dem Süden und dem Zentrum des Palästinensergebietes wurden Angriffe gemeldet. Demnach wurden nach Angaben von Sanitätern bei einem Luftangriff auf ein Haus im Flüchtlingslager Nuseirat in der Mitte des Gazastreifens mindestens sieben Menschen getötet. Bei einem Angriff in Rafah im äußersten Süden wurden demnach zwei weitere Menschen getötet.

Trotz der nicht nachlassenden Kämpfe gibt es Anzeichen für eine Annäherung bei den Bemühungen um eine Feuerpause. "Wir können optimistischer sein als zuvor, aber wir sind noch nicht am Ziel", sagte Israels Außenminister Gideon Saar mit Blick auf die Freilassung der israelischen Geiseln. Nach seinen Worten laufen Verhandlungen. Die indirekten Gespräche werden von Ägypten und Katar vermittelt und von den USA unterstützt. Nach Medienberichten soll die Hamas-Spitze eine Liste aller im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln angefordert haben.

Bislang waren die Gespräche festgefahren, da die Hamas die Freilassung der Geiseln an eine Feuerpause als Auftakt für einen dauerhaften Waffenstillstand knüpft und außerdem die Freilassung palästinensischer Häftlinge sowie den vollständigen Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen fordert. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dagegen die vollständige Zerstörung der Hamas zum Kriegsziel erhoben. Am Montagabend erklärte Netanjahu, es sei es zu früh um zu sagen, ob die Bemühungen erfolgreich sein würden.

Bei dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurden nach israelischen Angaben etwa 1200 Menschen getötet. Hamas-Kämpfer verschleppten demnach über 250 Geiseln in den Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben sind durch den Großangriff die israelischen Armee bislang über 44.700 Menschen ums Leben gekommen.

(Bericht von Nidal al-Mughraby, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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