Ifo-Chef Fuest: Ladestromguthaben nicht zielführend - "Löst kein Problem"
Berlin (Reuters) - Ifo-Präsident Clemens Fuest kann dem von Wirtschaftsminister Robert Habeck vorgeschlagenen Ladestromguthaben von 1000 Euro für Käufer von E-Autos nichts abgewinnen.
"Ich will nicht sagen, dass das Unfug ist, aber ich nenne das mal nicht zielführend", sagte Fuest am Donnerstag. "Das erinnert mehr an einen Marketing-Gag der Autoindustrie, wenn sie Autos an den Mann bringen will. Das löst ja überhaupt kein Problem."
So seien viele Verbraucher verunsichert, ob sich der Kauf eines E-Autos für sie überhaupt lohne - auch wegen der in Deutschland mangelnden Ladeinfrastruktur. Die Industrie wiederum kämpfe darum, eine solidere IT für solche Auto hinzubekommen, die auch den Kunden gefalle. Hinzu komme, dass bei Batteriezellen deutlich mehr Wertschöpfung im Ausland stattfinde als bei Verbrennermotoren. "Keines dieser Probleme wird auch nur im Entferntesten durch solch ein Ladeguthaben angegangen", betonte Fuest.
Habeck will die Erneuerung der deutschen Autoindustrie mit einem Hilfspaket beschleunigen. "Wir wollen als Anreiz zum Kauf von E-Autos (Neuwagen und Gebrauchte) ein Ladestromguthaben von 1000 Euro (für das Laden an öffentlich zugänglichen Ladesäulen) staatlich finanzieren", heißt es in einem dreiseitigen Konzept des Wirtschaftsministeriums, aus dem zuerst die Zeitungen der Funke-Gruppe berichteten und das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.
Auch die Wiedereinführung einer Kaufprämie wird erwogen: "Für Käufer eines Elektrofahrzeugs mit niedrigen und mittleren Einkommen wollen wir eine steuerliche Förderung einführen." Ein bestimmter Anteil der Anschaffungskosten solle so wie bei der Förderung der energetischen Gebäudesanierung von der Steuer abgesetzt werden können. Wegen der Haushaltskrise war der Umweltbonus für E-Pkw Ende 2023 vorzeitig eingestellt worden.
(Bericht von René Wagner, redigiert von Thomas Seythal)