Champagner & Co: Absatz von Schaumwein in Deutschland geht zurück

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Berlin (Reuters) - Ob Sekt, Prosecco oder Champagner: Der Absatz von Schaumwein sinkt in Deutschland.

Im vergangenen Jahr wurden 267,0 Millionen Liter Schaumwein in Deutschland abgesetzt. Das waren 17,0 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Zu festlichen Anlässen wie Weihnachten oder Silvester wird gern angestoßen – aber offenbar immer seltener mit Sekt, Prosecco oder Champagner", hieß es dazu zusammenfassend

Im Durchschnitt trank im vergangenen Jahr hierzulande jede Person ab 16 Jahren knapp fünf Flaschen Schaumwein à 0,75 Liter oder 37 Gläser à 0,1 Liter. "Der Pro-Kopf-Konsum ging im Zehn-Jahres-Vergleich ebenfalls deutlich zurück", so die Statistiker. 2013 hatten die mindestens 16-Jährigen im Schnitt noch 6,2 Flaschen Schaumwein oder 46 Gläser getrunken.

Die Grundlage für diese Daten bildet die Steuerstatistik. Der Grund: Auf Sekt, Prosecco und Champagner wird bis heute die Schaumweinsteuer erhoben, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt wurde. Im vergangenen Jahr nahm der Bund rund 361 Millionen Euro aus der Schaumweinsteuer ein. Das entspricht lediglich einem Anteil von 0,04 Prozent an den gesamten Steuereinnahmen des Bundes, der Länder und Gemeinden.

Zum Vergleich: Aus der Biersteuer, die im Gegensatz zur Schaumweinsteuer eine Landessteuer ist, flossen zuletzt 580 Millionen Euro an die Länder. Auch der Bierabsatz sinkt in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2024 haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager rund 4,2 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Das waren 0,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Damit setzt sich die langfristige Entwicklung sinkender Absatzzahlen trotz Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land fort", so die Statistiker. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Kirsti Knolle - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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