Konjunkturerwartungen der Börsianer steigen leicht

Börsenprofis schauen etwas weniger pessimistisch auf die deutsche Konjunktur.
Das Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten stieg im Dezember überraschend um 8,3 Punkte auf 15,7 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 160 Analystinnen und Analysten mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 6,5 Punkte gerechnet. Das Barometer für die aktuelle Lage sank erneut, und zwar um 1,7 Punkte auf minus 93,1 Zähler.
"Die vorgezogenen Neuwahlen in Deutschland mit der damit einhergehenden Erwartung auf eine investitionsfreundliche Wirtschaftspolitik sowie die Aussicht auf weitere Zinssenkungen sorgen für einen verbesserten wirtschaftlichen Ausblick", sagte ZEW-Chef Achim Wambach.
Die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen in Deutschland trübte sich derweil auch zum Jahresende ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex als wichtigstes Barometer für die Konjunktur auf den tiefsten Stand seit Mai 2020.
Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Prognose der meisten Experten in diesem Jahr das zweite Mal in Folge schrumpfen. Für 2025 sagen Fachleute nur eine schwache Erholung voraus. Ein Unsicherheitsfaktor ist dabei der künftige US-Präsident Donald Trump: Er hatte im Wahlkampf Zölle auf Waren aus der EU von 10 oder 20 Prozent ins Spiel gebracht. Das könnte Exporteuropameister Deutschland stark treffen, denn die Vereinigten Staaten sind der größte Abnehmer von Waren "Made in Germany".