Ein Toter bei russischem Raketenangriff auf Kiew

Reuters · Uhr

Kiew/Washington (Reuters) - Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist mindestens ein Mensch getötet worden.

Zudem seien bei dem Angriff im morgendlichen Berufsverkehr Gebäude beschädigt worden und mehrere Brände ausgebrochen, teilte der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Serhij Popko, am Freitag mit. Elf Menschen seien verletzt worden, fünf von ihnen seien zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden. Russland erklärte, der Angriff sei eine Reaktion auf einen Angriff auf die russische Grenzregion Rostow Mitte der Woche, bei dem die Ukraine von den USA und Großbritannien gelieferte Raketen mit längerer Reichweite eingesetzt habe. An Front in der Ostukraine rückten die russischen Invasionstruppen weiter vor und eroberten zwei weitere Dörfer in der Region Donezk. Die ukrainische Armee sprach von einem Rückzug, um einer Einkesselung durch die russischen Truppen zu entgehen. Die scheidende US-Regierung will derweil ihr letztes Hilfspaket schnüren.

Während des Angriffs auf Kiew waren im Stadtzentrum laute Explosionen zu hören. Das ukrainische Militär erklärte, Russland habe acht Raketen auf Kiew abgefeuert - Kinschal-Hyperschallraketen und ballistische Iskander/KN-23-Raketen. Die fünf ballistischen Raketen seien von der Luftabwehr abgeschossen worden. Fotos vom Ort des Geschehens im Zentrum von Kiew zeigten das zerstörte Dach eines Bürogebäudes mit herausgerissenen Fenstern und Feuerwehrleute, die einen Brand löschten, während ein Auto auf der Straße darunter schwer beschädigt worden war.

Das ukrainische Militär teilte weiter mit, dass Russland bei dem Angriff auch 65 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert habe. 40 Drohnen seien von der Luftabwehr abgeschossen. 20 Drohnen hätten ihr Ziel nicht erreicht.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, bei dem Angriff sei ein Kommandozentrum des ukrainischen Geheimdiensts SBU getroffen worden, das an der Entwicklung und Herstellung von Raketen beteiligt sei, sowie ein US-Flugabwehrsystem Patriot. "Die Ziele des Angriffs wurden erreicht. Alle Ziele wurden getroffen", so das Ministerium. Der Angriff sei eine Reaktion auf den ukrainischen Angriff mit von den USA gelieferten ATACMS-Raketen und vier britischen Storm-Shadow-Raketen auf die südrussische Grenzregion Rostow am Mittwoch.

An Ostfront setzten die russischen Invasionstruppen ihren stetigen Vormarsch fort und eroberten nach eigenen Angaben die Ortschaften Uspeniwka und Nowopustynka. Das ukrainische Militär erklärte, die Armee habe sich aus den Gebieten um die Dörfer Uspeniwka und Trudowe zurückgezogen, um eine Einkreisung durch vorrückende russische Truppen zu vermeiden. Die Einnahme von Trudove hatte Russland bereits am Mittwoch gemeldet.

Die Ukraine steht in dem Krieg seit Wochen verstärkt unter Druck. Hinzu kommen Sorgen, dass der designierte US-Präsident Donald Trump die Militärhilfe der Vereinigten Staaten massiv herunterfahren könnte, wenn er am 20. Januar sein Amt antritt. Vor diesem Hintergrund will die scheidende Regierung von Präsident Joe Biden Insidern zufolge in den kommenden Tagen ihr letztes Hilfspaket für die Ukraine schnüren. Es handele sich um die restlichen Mittel, die für den Kauf von Waffen für die Ukraine vorgesehen gewesen seien. Das Paket habe ein Volumen von etwa 1,2 Milliarden Dollar und solle Luftabwehr und Artilleriemunition enthalten, hieß es. Im Rahmen dieses Hilfspakets beschaffen die USA militärische Ausrüstung von der Rüstungsindustrie oder Partner-Ländern, anstatt aus eigenen Beständen. Dies bedeutet, dass die Ausrüstung Monate brauchen kann, um auf dem Schlachtfeld anzukommen.

(Bericht von Anastasiia Malenko, Max Hunder und Mike Stone, geschrieben von Christian Götz.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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