Brennstoffzellen-Aktien: Das globale Rennen um Märkte und Technologien ist jetzt voll entbrannt

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Brennstoffzellen-Aktien: Das globale Rennen um Märkte und Technologien ist jetzt voll entbrannt
Tanklastwagen Industrie

Die Wasserstoffwirtschaft kommt. Spätestens seit die milliardenschwere Wasserstoffstrategie der Bundesregierung veröffentlicht wurde, sollte das auch dem letzten Zweifler klar sein. Aber findet der grüne Wasserstoff zeitnah seinen Weg in den Transportsektor? Und wer macht dann das große Geschäft mit den Brennstoffzellen?

Der Kuchen wird jetzt verteilt und die folgenden Entwicklungen zeigen, dass der Kampf um die Marktführerschaft nun intensiv geführt wird. Die Aktie von Ballard Power könnte zu den Gewinnern gehören, aber Anleger sollten nicht das Gesamtbild aus den Augen verlieren.

Wird Ulm der Nabel der Wasserstoffwelt?

Seit bekannt wurde, dass Shootingstar Nikola Corp. im Magirus-Werk in Ulm am 2021 Elektro-Lkws bauen wird, herrscht Aufbruchstimmung in der Region. Noch 2019 war man enttäuscht, dass der Standort nicht für die nationale Forschungsfabrik Batteriezelle ausgewählt wurde. Nun wissen wir jedoch, dass es einen dicken Trostpreis gibt: Der Aufbau der HyFab-Forschungsfabrik für Brennstoffzellen und Wasserstoff am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung (ZSW) wird mit 30 Mio. Euro gefördert.

Ab 2023 soll die Brennstoffzellenversion des Nikola vom Band laufen und das Ulmer Joint-Venture möchte vom lokal vorhandenen Know-how profitieren. Sollte sich Nikola tatsächlich im Laufe des Jahrzehnts zu einem führenden Lkw-Hersteller entwickeln, wie der aktuelle Aktienkurs nahelegt, dann dürfte die hiesige Wasserstoff-Community mitwachsen.

Zoomt man etwas aus Ulm heraus, dann geraten weitere wichtige Zentren ins Blickfeld. Nordöstlich entsteht in Nürnberg mit dem Zentrum Wasserstoff.Bayern ebenfalls ein H2-Cluster auf Weltklasseniveau. Zu den Gründungsmitgliedern gehört das Who-is-Who der deutschen Industrie. In Bayern entwickelte Technologien sollen schon bald auf der ganzen Welt dabei helfen, Wasserstoffinfrastruktur zu aufzubauen, von der Elektrolyse über die Tankstellennetze bis zur Brennstoffzelle.

„Wir bei Schaeffler sehen die Wasserstofftechnologie als eine große Chance für die deutsche Industrie, um einen Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele zu leisten“, sagte CEO Klaus Rosenfeld auf dem FFTWasserstoff von @Der_BDI. Mehr im Video: https://t.co/XCgkcVugnB

Schaeffler DE (@SchaefflerDE) June 24, 2020

Schauen wir von Ulm aus nach Südwesten, tut sich auch dort einiges. Im Förderverein H2 Mobilität Schweiz haben sich die wichtigsten Spieler des Landes zusammengefunden, um wasserstoffbetriebene Mobilität Realität werden zu lassen. Komplementär dazu entsteht mit dem Joint-Venture Hyundai Hydrogen Mobility ein wegweisendes Leuchtturmprojekt. Die ersten „H2 Xcient Fuel Cell“-Lkws stehen kurz vor der Auslieferung. Bis zu 50 sollen es bis Ende des Jahres werden und 1.000 Stück bis Ende 2023.

Da die Region Ulm nahezu exakt in der Mitte zwischen Nürnberg und Zürich sowie Karlsruhe und München liegt, könnte dort also tatsächlich das Epizentrum der Wasserstoffwirtschaft entstehen.

Nordamerika und Asien greifen nach der Spitze bei Brennstoffzellen

Während Deutschland und die Schweiz sich nun bei Gesamtkonzepten in eine ausgezeichnete Ausgangsposition gebracht haben, ist bei Schlüsselkomponenten wie der Brennstoffzelle noch völlig offen, wer letztlich das große Geschäft machen wird. In Nikolas Heimat Nordamerika macht man sich schließlich auch große Hoffnungen, insbesondere in Kanada, wo Ballard Power zu Hause ist.

Professor Xianguo Li vom „Fuel Cell and Green Energy Lab“ an der Waterloo-Universität gibt sich überzeugt, ein neues Brennstoffzellendesign gefunden zu haben, das alle bisherigen Barrieren überwindet. Die von ihm entwickelte Zelle soll leistungsfähiger, zehnmal haltbarer und trotzdem kostengünstiger sein als alles bisher Verfügbare. Somit könnten schon bald Brennstoffzellenfahrzeuge zum Preis eines Benziners auf die Straßen kommen.

Wie so oft, wenn von solchen Durchbrüchen die Rede ist, gibt es einen Haken. Das Forscherteam hat zunächst eine Förderung von 1,9 Mio. US-Dollar bekommen und erhält vier Jahre Zeit, um das Ganze zur Marktreife zu entwickeln. Vor 2025 braucht daher niemand mit der großen Revolution zu rechnen. Ballard Power wirkt übrigens auch daran mit und würde im Erfolgsfall zu den großen Profiteuren gehören.

Im Fahrzeugbereich gilt jedoch weiterhin Toyota als Brennstoffzellenchampion und die Japaner wollen sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Im Juni gründeten gleich vier große chinesische Nutzfahrzeughersteller ein Joint-Venture mit Toyota und dem lokalen Spezialisten SinoHytec. United Fuel Cell System R&D wird in Peking angesiedelt und zunächst mit etwa 40 Mio. Euro ausgestattet. Mit dieser Initiative, die offenbar die Rückendeckung der kommunistischen Partei hat, könnten zügig größere Stückzahlen erzielt werden.

Über die Kooperation mit Toyotas Nutzfahrzeugtochter Hino könnte sich auch TRATON zeitnah einklinken, um für noch mehr Skalierung zu sorgen. Vorstandschef Andreas Renschler sieht zwar zunächst batterieelektrische Modelle im Vorteil, will aber auf den Wasserstoffzug aufspringen, sobald marktreife Lösungen verfügbar sind.

Ein Dreikampf, der letztlich (fast) allen hilft

Es geht nicht von heute auf morgen, aber diese Entwicklungen auf drei Kontinenten zeigen deutlich, wie viel Dynamik mittlerweile in diesem Markt ist. Wer als Erstes ein Brennstoffzellenaggregat in Großserie produzieren kann, dem gehört die Zukunft. Dabei wird es auch Verlierer geben, die mit der immer schnelleren technischen Entwicklung nicht mehr mithalten können.

Allerdings ist jede Initiative wichtig, um der Wasserstoffwirtschaft zu kritischer Größe zu verhelfen. Ist das erst einmal gelungen, dann wird es viele Gewinner geben. Die Chancen auf diesem Feld sind riesig.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Schaeffler. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

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