Eon: Versorger rudert leicht zurück ++ Freenet: Zahlen und Verkauf treiben Aktie an ++ Leoni: Covid 19 erwischt Automobilzulieferer voll ++ Delticom: Aktie springt um ein Viertel in die Höhe

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Eon: Versorger rudert leicht zurück ++ Freenet: Zahlen und Verkauf treiben Aktie an ++ Leoni: Covid 19 erwischt Automobilzulieferer voll ++ Delticom: Aktie springt um ein Viertel in die Höhe

So schnell, wie die Aussicht auf ein neues amerikanisches Konjunkturpaket da war, so schnell ist sie auch schon wieder weg. Es könnte bis September dauern, bis die US-Regierung das neue Hilfspaket auf den Weg gebracht hat. Im Wahlkampf versucht natürlich jeder seinen Vorteil aus den Maßnahmen zu ziehen. Daher könnte es etwas länger dauern. Die US-Anleger haben daher am Dienstag lieber ihre Gewinne gesichert und gegen Handelsende rutschten die US-Indizes ins Minus. Besonders die Technologie-Werte mussten größere Rückschläge verkraften.

Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als Alarmzeichen. „Das ist ohne Zweifel besorgniserregend“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. „Hier sehen wir, dass durch Reiserückkehr, aber eben auch durch Partys aller Art, durch Familienfeiern an ganz vielen Stellen im Land wir eben in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche haben. Und das kann natürlich – wenn wir jetzt nicht alle miteinander aufpassen – eine Dynamik entfalten.“ Es gelte, „sehr, sehr wachsam“ zu sein, weil es nicht mehr nur lokale Ausbrüche seien.

Das Robert Koch-Instituts (RKI) hatte am Mittwochmorgen im Internet mitgeteilt, dass innerhalb eines Tages 1226 neue Corona-Infektionen gemeldet worden seien. Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai. Der Höhepunkt hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Das Gesundheitssystem könne die derzeitigen Infektionszahlen gut bewältigen, sagte Spahn. „Aber es ist besorgniserregend, wenn die Entwicklung bleibt.“ Denn: „Mit jeder Infektion wird es für die Gesundheitsämter schwieriger.“

Der Minister appellierte erneut an die Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten, Masken zu tragen, Abstand zu halten und bei Veranstaltungen den Rahmen zu wahren. „Da wo dann auch Alkohol im Spiel ist, wo es tatsächlich aus der feierlichen Veranstaltung zur Party wird, da geht es dann eben auch sehr, sehr schnell.“

Zu den Aussichten für große Veranstaltungen äußerte er sich skeptisch: „Ob es jetzt die Fußballspiele sind, ob es andere Großveranstaltungen sind, das ist etwas, wo ich weiterhin sehr zurückhaltend bin, weil das natürlich gerade die Ereignisse sind, die auch eine Symbolwirkung für die kleinen haben.“

Die weltweit erste Zulassung eines Impfstoffs in Russland bewertete Spahn skeptisch. „Es geht nicht darum, irgendwie Erster zu sein, sondern es geht darum, einen wirksamen, erprobten und damit auch sicheren Impfstoff zu haben“, sagte er. Für das Vertrauen der Bevölkerung in einen Impfstoff sei es sehr wichtig, die nötigen Studien sehr genau zu machen. Nach allem, was bisher bekannt geworden sei, sei der russische Impfstoff nicht hinreichend erprobt. „Das kann dann schon auch gefährlich sein, zu früh zu beginnen.“

Dax wird wieder vorsichtiger

Nachdem der deutsche Leitindex bereits am Dienstag gegen Handelsende wieder unter die Marke von 13.000 Punkten abgetaucht war, fällt er heute ein weiteres Stück zurück. Zur Wochenmitte liegt der deutsche Leitindex kurz nach Handelsstart 0,20 Prozent im Minus bei 12.920,50 Punkten.

Eon: Energie-Konzern rudert ein Stück zurück

Die Corona-Krise macht sich jetzt auch bei Eon bemerkbar: Insgesamt rechnet der Versorger in diesem Jahr mit Belastungen im Zuge von Corona in einer Größenordnung von 300 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Belastung wirkt sich auch negativ auf den Ausblick aus. Der Essener Energiekonzern wird für 2020 etwas pessimistischer und senkt seine Prognose. Das Management erwartet nun ein bereinigtes operative Ergebnis (Ebit) in der Bandbreite von 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) noch 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro und beim bereinigten Überschuss 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Im ersten Halbjahr sank das operative Ergebnis von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss ging von 1,05 auf 0,933 Milliarden Euro zurück.

Freenet: Zahlen und Verkauf treiben Aktie in die Höhe

Der Kabelkonzern Liberty Global will die Schweizer Beteiligung Sunrise des deutschen Mobilfunkanbieters übernehmen. Dafür wollen die US-Amerikaner 110 Schweizer Franken je Aktie zahlen, wie Sunrise am Mittwoch in Opfikon mitteilte. Das sei insgesamt ein Unternehmenswert inklusive Schulden von 6,8 Milliarden Franken (6,3 Milliarden Euro) und damit rund ein Drittel mehr als der Durchschnittskurs der vergangenen 60 Tage, hieß es. Der deutsche MDax-Konzern Freenet wolle seinen Anteil in Höhe von 24 Prozent komplett andienen. Bei 45,3 Millionen ausstehenden Aktien könnte Freenet damit für das Paket einen Preis von rund 1,2 Milliarden Franken einstreichen (1,1 Milliarden Euro).

Eine früher geplante Übernahme der Schweizer Liberty-Tochter UPC durch Sunrise war unter anderem am Widerwillen von Freenet und anderen Aktionären gescheitert, die dafür nötige Kapitalerhöhung durchzuziehen. Der nun angestrebte Deal soll bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern sein. Dann sollen die Geschäfte von UPC Schweiz und Sunrise zusammengelegt werden.

Zahlen gab es auch

Zudem hat Freenet seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal etwas gesteigert. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebitda) fielen in den drei Monaten bis Juni 109,7 Millionen Euro an, teilte das MDax -Unternehmen am Dienstagabend mit. Das sind etwa zwei Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel leicht auf 622,1 Millionen Euro. Freenet verzeichnete im zweiten Quartal 90,8 Millionen Euro an freien Barmitteln, das sind 9,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Evotec: Prognose wird bestätigt

Der Wirkstoffforscher hat trotz coronabedingter leichter Verzögerungen bei Meilensteinzahlungen und Vertragsabschlüssen die Umsatz- und Gewinnprognose für 2020 bestätigt. Die Covid-19-Pandemie habe weiter keine wesentlichen Auswirkungen auf die finanzielle und strategische Entwicklung, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Bei den Konzernerlösen aus den Verträgen mit Kunden rechnet das Unternehmen 2020 weiter mit einem Wert zwischen 440 Millionen und 480 (2019: 446,8) Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll der Prognose zufolge von 123 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 100 bis 120 Millionen Euro sinken. Aufgrund vielversprechender eigener Entwicklungen will das Unternehmen etwas mehr für die Forschung ausgeben. Die F&E-Aufwendungen im Bereich EVT Innovate sollen 2020 bei etwa 45 Millionen Euro und damit fünf Millionen Euro höher als bisher geplant liegen.

Singulus: Covid 19 schlägt mächtig durch

Der Umsatz in Höhe von 16,2 Millionen Euro lag im ersten Halbjahr 2020 in Folge von COVID-19 deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 44,1 Millionen Euro. Im zweiten Quartal 2020 wurde ein Umsatz von 5,3 Millionen Euro (Vorjahr: 23,3 Millionen Euro) verbucht. Das zweite Quartal 2020 war mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von minus 8,5 Millionen Euro (Vorjahr: 0,5 Millionen Euro) negativ. Das EBITim ersten Halbjahr 2020 ging zurück auf minus 14,3 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Millionen Euro). Die Liquidität von Singulus belief sich zum 30. Juni 2020 auf 6,4 Millionen Euro. Nach Ende der Berichtsperiode wurden bis zum 31. Juli 2020 noch weitere Zahlungseingänge aus dem Anlagengeschäft mit einem Volumen von 14,2 Millionen Euro vereinnahmt.

Kurz & knapp:

Delticom: Vor dem Hintergrund eines durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie bedingten rückläufigen Umsatzes im ersten Halbjahr 2020 adjustiert das Management der Delticom AG die Umsatzprognose. Wenngleich sich mit den schrittweisen Lockerungsmaßnahmen im Verlauf des zweiten Quartals in ausgewählten Ländern Europas ein Nachholeffekt ergeben hat, so ist eine Aufholung des im H1 ausgebliebenen Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte wenig wahrscheinlich. Für das Gesamtjahr wird entsprechend nunmehr ein Konzernumsatz in einer Spanne zwischen 550 bis 570 Mio. EUR (bisherige Prognose: 600 bis 630 Mio. EUR) erwartet. Aufgrund des erfolgreichen Turnaround-Managements in den zurückliegenden Monaten und der positiven Ergebnisentwicklung im Q2 2020 hebt das Management der Gesellschaft die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr nach oben an. Für das EBITDA der Delticom-Gruppe im Gesamtjahr wird eine Spanne zwischen +5 bis +8 Mio. EUR (bisherige Prognose: +1 bis +5 Mio. EUR) als erzielbar angesehen. Die Restrukturierungskosten werden sich in 2020 insgesamt auf rund 5 Mio. EUR belaufen (bisher: 4 Mio. EUR). Das operative EBITDA wird mit +10 bis +13 Mio. EUR (bisher: +5 bis +9 Mio. EUR) ebenfalls höher als ursprünglich geplant ausfallen.

Salzgitter: Der Stahlhersteller hat im ersten Halbjahr wegen der Corona-Krise einen Millionenverlust verbucht. Nach den ersten sechs Monaten steht ein Minus von 144,7 Millionen Euro nach Steuern, nachdem das Unternehmen im Vergleichszeitraum 2019 noch 96,4 Millionen Euro verdient hatte. Während die Baubranche sich trotz der Krise stabil zeigte, belastete vor allem der Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie das Ergebnis, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Bereits Ende Juli hatte Salzgitter mit vorläufigen Zahlen über einen Fehlbetrag von 127,8 Millionen Euro informiert. Die Folgen der Pandemie hätten den Konzern im zweiten Quartal 2020 deutlich stärker beeinträchtigt als in den ersten drei Monaten des Jahres, hieß es. Derzeit liege der Fokus auf dem Management der wirtschaftlichen Auswirkungen. „Oberste Priorität besitzt die Sicherung der Liquidität des Konzerns“, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann.

Bechtle: Der IT-Dienstleister hat im zweiten Quartal trotz der Corona-Krise überraschend viel Gewinn gemacht. Vor Steuern kletterte das Ergebnis im Jahresvergleich um 4,2 Prozent auf 58,1 Millionen Euro, wie das MDax -Unternehmen am Mittwoch in Neckarsulm mitteilte. Das war mehr, als Analysten dem Konzern zuvor zugetraut hatten. Der Umsatz stieg dank des Wachstums bei den Geschäften rund ums Management von IT-Systemen insgesamt um 3,9 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro und fiel damit wie erwartet aus. Bechtle wächst normalerweise schneller, hatte für das zweite Quartal aber eine verhaltene Entwicklung angekündigt. Unter dem Strich lag der Nettogewinn mit 40,8 Millionen Euro 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Prognosen bestätigte das Management und geht weiter von einer Normalisierung im weiteren Jahresverlauf aus.

Gea: Der im Umbau steckende Maschinen- und Anlagenbauer Gea hält trotz der Corona-Krise am Erreichen seiner Mittelfristziele fest. Der Konzern sei nach wie vor davon überzeugt, seine mittelfristigen Finanzziele zu erreichen, verdeutlichte Unternehmenschef Stefan Klebert am Mittwoch in Düsseldorf bei der Vorlage ausführlicher Zahlen für das zweite Quartal. Ungeachtet dessen werde allerdings auch die zweite Jahreshälfte herausfordernd für Gea bleiben, machte der Chef des MDax-Konzerns klar.

Leoni: Die Folgen der Corona-Krise haben den ohnehin angeschlagenen Autozulieferer im zweiten Quartal schwer belastet. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 123 Millionen Euro, wie der im Nebenwerteindex SDax notierte Kabel- und Bordnetzspezialist am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Leoni hatte bereits im ersten Quartal und auch im Vorjahreszeitraum rote Zahlen geschrieben. Das Minus fiel nun nochmals erheblich größer aus. Schon im vergangenen Jahr litt der mitten im Umbau steckende Autozulieferer unter der mauen Autokonjunktur, nun kommt auch noch die Pandemie hinzu. Während der Umsatz um fast die Hälfte auf 673 Millionen Euro absackte, verzeichnete Leoni auch operativ einen weiteren Verlust. Das um Sondereffekte und Umbaukosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) lag bei minus 96 Millionen Euro und fiel damit noch deutlich schlechter aus als im Vorjahr, als Leoni bereits ein Minus von 14 Millionen Euro verzeichnet hatte.

Qualcomm: Das Geschäft mit Smartphone-Chips läuft weiter nach den Regeln vom Weltmarktführer. Der Anbieter von Smartphone-Prozessoren darf den Chip-Kauf weiter vom Erwerb einer weitreichenden Patentlizenz abhängig machen. Ein Urteil aus dem Vorjahr mit Auflagen für Qualcomm wurde von einem US-Berufungsgericht gekippt. Es entschied, dass die Vorgehensweise des Unternehmens nicht den Wettbewerb verzerrt. Damit bleibt eine erwartete Neuordnung im Geschäft mit Smartphone-Chips aus.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: nitpicker / shutterstock.com

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