Gewinn der BayernLB fällt - Weitere 400 Jobs auf der Kippe

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Corona-Krise hinterlässt auch bei der BayernLB Spuren.

Das Ergebnis vor Steuern halbierte sich im ersten Halbjahr wegen einer gestiegenen Vorsorge für Kreditausfälle auf 158 (Vorjahr: 316) Millionen Euro, wie die Landesbank am Freitag mitteilte. Das Konzernergebnis nach Steuern fiel sogar um zwei Drittel auf 101 (295) Millionen Euro. Zugleich bezifferte die BayernLB erstmals, wie viele weitere Jobs im Rahmen des Konzernumbaus wegfallen sollen. Rund 400 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe. "Mit dem ersten Halbjahr 2020 sind wir trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie zufrieden", sagte Vorstandschef Stephan Winkelmeier. Die Bank habe solide operative Erträge erwirtschaftet und zugleich ihren Umbau vorangetrieben.

Die BayernLB will sich in den nächsten Jahren weitgehend aus dem Kapitalmarktgeschäft zurückziehen und sich noch stärker auf ihre Online-Tochter DKB konzentrieren. "Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass unsere strategischen Weichenstellungen richtig waren", sagte Finanzchef Markus Wiegelmann der Nachrichtenagentur Reuters. "Es gibt keinen Anlass für einen grundlegenden Kurswechsel."

Im Rahmen der Umbaupläne hatte die Bank im Dezember den Wegfall von 400 Stellen bekanntgegeben und zugleich erklärt, in den kommenden Monaten den Umfang weiterer Stellenstreichungen auszuarbeiten. Am Freitag kündigte sie an, der Arbeitsplatzabbau werde sich voraussichtlich nochmals in einer ähnlichen Größenordnung bewegen. Betriebsbedingte Kündigungen hat die BayernLB bis Herbst 2022 ausgeschlossen. Der Großteil der Arbeitsplätze dürfte in der Kernbank wegfallen, die Ende Juni rund 3400 Mitarbeiter zählt. Inklusive der DKB und anderer Töchter kommt die BayernLB auf rund 8400 Beschäftigte.

DKB STEUERT LÖWENANTEIL DES GEWINNS BEI

Auch im ersten Halbjahr erwies sich die DKB als Ertragsperle, die mit 115 Millionen Euro fast drei Viertel des Konzerngewinns vor Steuern beisteuerte. Mit inzwischen 4,5 Millionen Kunden ist sie hinter der ING die zweitgrößte Direktbank in Deutschland. Zudem profitierte die BayernLB von ihrem Geschäft mit Gold und anderen Edelmetallen. "Edelmetalle haben für viele in der Krise als Anlageform an Bedeutung gewonnen. Hier haben wir im ersten Halbjahr ein florierendes Geschäft gehabt", sagte Wiegelmann.

Insgesamt konnte die Landesbank dank der kräftigen Kreditnachfrage in der Corona-Krise den Zinsüberschuss mit 873 (867) Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau halten, der Provisionsüberschuss legte um neun Prozent auf 154 Millionen zu. Wie zahlreiche Konkurrenten musste aber auch die BayernLB ihre Vorsorge für Kreditausfälle aufstocken, die um 65 Millionen auf 75 Millionen Euro wuchs. "Wir gehen davon aus, dass wir uns im zweiten Halbjahr und 2021 auf Belastungen durch Kreditausfälle einstellen müssen", sagte Wiegelmann. "Deshalb ist im Moment für 2020 eine Prognose nicht seriös möglich."

Die Landesbanken sind mit ihrem Geschäftsmodell besonders abhängig von der Geschäftsentwicklung in Deutschland und ihrer jeweiligen Region. Mit ihrem Gewinn schlug sich die BayernLB besser als die Helaba, die im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von 274 Millionen Euro verbuchte und auch im Gesamtjahr rote Zahlen nicht ausschließt. Die NordLB und die Landesbank Baden-Württemberg legen ihr Zahlenwerk erst Ende August vor.

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