Peloton: Das traurige Ende eines Corona-Gewinners – Aktie fliegt aus dem Nasdaq 100 und erreicht neues 52-Wochen-Tief

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Als die Corona-Pandemie zum ersten Mal richtig zuschlägt und Regierungen weltweit Lock-Downs verhängen, kommt die Erfolgsgeschichte von Peloton so richtig in Fahrt. Die Fitness-Center schließen ihre Pforten und das Training muss in die eigenen 4 Wände verlegt werden. Ein nicht ganz billiger Heimtrainer mit großen Display kommt in Mode. Zu Hause unter Anleitung auf dem Bildschirm strampeln. Angefeuert von einem Trainer und anderen Teilnehmern.  Die Nachfrage nach dem neuen Bike für zu Hause ist so groß, dass Wartezeiten von Wochen, gar Monaten anfallen. Dazu dann noch ein Laufband und auf dem Höhepunkt der Nachfrage klopft sogar Adidas an und beide Konzern bringen eine Kollektion für die Peloton-Fitness-Fans auf den Markt.

Über 750 Prozent in noch nicht einmal einem Jahr

Als Corona den ersten richtigen Crash an den Märkten auslöst fällt das Peloton-Papier auf etwa 19,50 Dollar. Danach strampelt die Aktie den Berg rauf bis auf ihr Allzeithoch bei 166,57 Dollar. Mehr als 750 Prozent in nicht einmal 12 Monaten. Dann springt die Kette  ab und die bremsen versagen. Fast ungebremst geht es wieder bergab. Das Unheil beginnt mit einem Video, bei dem ein Kind auf einem Laufband des Unternehmens stürzt. Die amerikanische Verbraucherzentrale schaltet sich ein, spricht eine Warnung aus. Nicht nur die Nachfrage nach dem Laufband sinkt, auch das Rad kommt nicht mehr so gut an. Die Quartalszahlen verfehlen die Erwartungen, im November kommt dann eine Gewinnwarnung und  das Schicksal nimmt seinen Lauf. Freitag markiert die Aktie ein neues 52-Wochentief mit 31,33 Dollar. Der Grund: Die Aktie muss ihre die amerikanische Technologiebörse verlassen. Nach dem Kurssturz ist die Marktkapitalisierung zu gering, um dort weiter zu radeln.

Minus 80 Prozent in einem Jahr

Am 14. Januar 2021 erreichte die Aktie ihr Allzeithoch – fast genau vor einem Jahr. Wer auf dem Hoch im Januar 2021 eingestiegen wäre, der läge jetzt rund 80 Prozent im Minus. Jetzt muss die Aktie die Technologie-Börse Nasdaq verlassen und dürfte damit auch aus dem Anlagehorizont einiger Anleger verschwinden. Mittlerweile sind die Menschen wieder über Kontakte glücklich und strampeln lieber im Fitnessstudio. Daher dürfte die Erfolgsgeschichte von Peloton ein schöner Abschnitt in der Unternehmensgeschichte sein, aber der Berg zu wirklich höheren Kursen dürfte zu steil sein.

In unserem onvista Youtube Special von vergangenen Freitag hat Experte Markus Koch die Aktie daher auch angezählt. Für ihn wird der Kurs nur noch einmal wiederbelebt. Genau dann, wenn bei Peloton ein Übernahme-Angebot ins Haus flattert. Potenzielle Kandidaten könnten Apple oder Adidas sein. Mal sehen, ob er recht behält.

Schauen Sie doch auch mal in unser Special von Freitag rein. 10 Experten haben ihre aktuelle Einschätzung zur aktuellen Lage abgegeben. Darunter Frank Thelen, Hans A. Bernecker, Markus Koch und, und, und.

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Von Markus Weingran

Foto: JHVEPhoto / Shutterstock.com