Rebound-Trades: + 30 Prozent waren letzte Woche mit VW, MTU oder Wirecard möglich

Bernd Raschkowski

Genau vor einer Woche hatte ich an dieser Stelle geschrieben, dass die große Verkaufswelle an den Märkten erst einmal vorbei sein könnte und womöglich eine kurzfristige Erholung anstehe. „Die heftigen Verwerfungen der vergangenen vier Wochen scheinen sich erst einmal zu beruhigen, die Panik legt sich“, hieß es. So kam es dann auch. Der DAX drehte tatsächlich hoch und machte in der Spitze knapp 2.000 Punkte gut. Die Einzelwerte setzten zu einer gewaltigen Gegenbewegung an und verbuchten dicke Kursgewinne. Als Trader kann man solche Bewegungen für das eigene Depot nutzen.

Aber kurz nochmal zur Stimmung vor einer Woche: Niemand rechnete mit steigenden Kursen. Nach vier Wochen Talfahrt und hartem Corona-Crash war die Stimmung extrem negativ, überall kursierten noch tiefere Kursziele für den DAX. Im Bekanntenkreis wurde man für verrückt erklärt, wenn man von Aktienkäufen sprach. Aber genau dies war richtig. Denn in der tiefsten Nacht ist der Tag am Nächsten. In der panikartigen Verkaufsstimmung liegt der Schlüssel zu erstklassigen Einstiegskursen. Mit etwas Erfahrung und starken Nerven konnten hartgesottene Börsianer in der letzten Woche ein ganzes Jahresgehalt einfahren. Oder zumindest die Verluste im Langfristdepot verringern.

Mächtige Gegenbewegung nach den vorherigen Verlusten

Innerhalb der laufenden Handelswoche hat der DAX eine dynamische Erholungsbewegung vollzogen. Vom Krisentief bei 8.255 Punkten ging es zeitweise sogar über die Marke von 10.000 Zählern empor. In der Spitze notierte der DAX am Mittwoch bei 10.137 Punkten. Auch in Amerika verbuchten die Börsen in den letzten Tagen eine fulminante Aufwärtsbewegung. Trotz der schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt verbuchte die Wall Street drei dynamische Plus-Tage in Folge. Verantwortlich für die Kursgewinne in New York war unter anderem die Verabschiedung des großen Konjunkturpakets in Amerika. Dies soll zur Abschwächung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Ausbreitung dienen. Das Paket umfasst nach Medienberichten ein Volumen von zwei Billionen Dollar. Auch in zahlreichen anderen Ländern wurden Maßnahmen beschlossen, welche die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abmildern sollen.

Natürlich muss man die jüngste Entwicklung bzw. die Erholungsbewegung an den Börsen im Gesamtkontext sehen. In den vorherigen Wochen hatten die internationalen Märkte extreme Abgaben verzeichnet. Der DAX kam um rund 40 Prozent zurück. Da sind Zwischenerholungen natürlich völlig normal, selbst nach dem größten Crash geht es auch mal wieder aufwärts. Aktuell scheint die Gegenbewegung allerdings zu stocken.

Rebound-Trades voll aufgegangen

Unabhängig von der Frage, ob die Erholung in der kommenden Woche fortgeführt wird oder ob es bald neue Tiefs gibt, kann man als Anleger solche Kursbewegungen nutzen. An der Börse wiederholen sich immer dieselben Muster. Nach 24 Jahren Börsenerfahrungen habe ich gelernt, solche Rebound-Trades erfolgreich zu handeln und im eigenen Depot mitzunehmen. Mit kühlem Kopf und viel Disziplin hatte ich letzte Woche nicht nur den gesamten DAX, sondern auch einige Einzelwerte günstig erwerben können. Auf nextmarkets.com hatte ich alle Einstiege gepostet und kommentiert. Innerhalb kurzer Zeit gingen die Werte durch die Decke.

Konkret hatte ich unter den Einzelwerten Volkswagen, BASF, Deutsche Telekom, MTU Aero Engines und Wirecard erworben und auf eine Erholung gesetzt. VW, Wirecard und MTU Aero Engines liefen am besten - alle drei Titel sprangen innerhalb von nur wenigen Tagen um rund 30 Prozent nach Norden. Völlig irre. Aber so ist es doch immer: Die Börse übertreibt in beide Richtungen. Nach den vier Wochen mit extremen Verkaufswellen war nun eben eine technische Gegenbewegung nach oben an der Reihe. Auf nextmarkets.com verfolge ich die Entwicklung der angesprochenen Werte und gebe mögliche Trading-Parameter bekannt.

Beispielhaft habe ich in der folgenden Abbildung ist die Aktien-Entwicklung des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines seit Anfang 2020 dargestellt (Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):

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Expertenprofil
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Bernd Raschkowski analysiert seit mehr als 20 Jahren die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und leitet daraus nachhaltige Börsenstrategien ab. Der studierte Dipl.-Kaufmann nutzt einen ganzheitlichen Ansatz aus volkswirtschaftlichen Daten, Unternehmensnachrichten, Charttechnik sowie der Verhaltensökonomie. In seiner Freizeit verbringt Bernd Raschkowski viel Zeit auf dem Mountainbike.

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