Salesforce: Der Softwarekonzern ist hungrig nach Expansion – So schätzen Analysten die Aktie derzeit ein

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Salesforce: Der Softwarekonzern ist hungrig nach Expansion – So schätzen Analysten die Aktie derzeit ein

Der US-Softwarekonzern Salesforce baut sein Geschäft stetig aus. Mit der Software zur Steuerung von Vertriebsteams groß geworden, verleibt sich das Unternehmen von Gründer Marc Benioff nach und nach weitere Technologien über Zukäufe ein. Damit greift Salesforce die herkömmlichen Softwarekonzerne wie Microsoft, Oracle und SAP scharf an.

Die wachsende Bedeutung des Konzerns ist mittlerweile auch deutlich nach außen sichtbar: Im Sommer ersetze Salesforce den Ölmulti ExxonMobil im US-Leitindex Dow Jones Industrial. Was das Unternehmen umtreibt, was Finanzexperten sagen und wie die Aktien laufen.

So ist die Lage des Unternehmens

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Salesforce wettet darauf, dass der Trend in der Geschäftswelt weiter in Richtung Digitalisierung geht, auch über den Boom von Heimarbeit in der Corona-Pandemie hinaus. Was Gründer Benioff mit der ursprünglichen Software zur mobilen Nutzung über das Internet für Verkäufer und Beraterteams gelang – nämlich zum wesentlichen Ansprechpartner für die Software hinter den Geschäften zu werden – das wollen die Kalifornier auch in anderen Bereichen erreichen.

Im klassischen Bereich mit CRM-Software (Customer Relationship Management) ist Salesforce unangefochten mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent Marktanteil der Platzhirsch. Oracle, SAP und andere kommen laut den Marktforschern von IDC nur auf jeweils etwa 5 Prozent oder weniger.

Um sich breiter aufzustellen, übernahm das Unternehmen aus San Francisco 2018 den Anbieter Mulesoft, der Programme zur Integration verschiedener IT-Systeme anbietet. Preis: 6,5 Milliarden Dollar. 2019 kam der Datenanalysespezialist Tableau für fast 16 Milliarden Dollar dazu. Und im vergangenen Jahr nahm sich Salesforce den Bürokommunikationsdienst Slack vor, die Bewertung lag bei knapp 28 Milliarden Dollar.

Während Firmen wie SAP mehr und mehr in Salesforce-Domänen wie Programmen für Vertrieb, Marketing und Kundendatenmanagement wildern, weitet Salesforce sein Angebot so immer mehr aus. Im angestammten Bereich wird aber nicht nur die Konkurrenz größer: Benioff schielt auch auf schneller wachsende Geschäfte, um dem langsameren Tempo mit der typischen CRM-Software ein Schnippchen zu schlagen.

Im Geschäftsjahr 2025/26 will Salesforce mehr als 50 Milliarden Dollar Umsatz machen. Für das Ende Januar ablaufende Jahr 2020/21 stehen noch rund 21,1 Milliarden im Plan. Um das Ziel in fünf Jahren zu schaffen, ist pro Jahr Wachstum in großem Stil von im Schnitt 19 Prozent jährlich vonnöten.

Zum Vergleich: SAP rechnet 2025 mittelfristig mit gut 36 Milliarden Euro Erlös (44 Mrd Dollar). Dass die besonders unter Ex-SAP-Chef Bill McDermott gepflegte öffentliche Rivalität der beiden Cloud-Rivalen noch da ist, kam im holprigen Geschäftsjahr der Walldorfer 2020 wieder zum Vorschein: Nach dem Führungswechsel mit der zwischenzeitlichen SAP-Doppelspitze und der Absage an frühere Margenversprechen ätzte Benioff, SAP habe diese Probleme in der Branche allein.

Das bei Salesforce für die Mittelfristziele nötige Wachstum liefert das ursprüngliche Geschäft voraussichtlich nicht mehr auf Dauer. Der Markt für die klassischen Vertriebsangebote wird zwischen 2021 und 2025 voraussichtlich um 11 Prozent pro Jahr wachsen, der für Softwaredienstleistungen um 12 Prozent. Bei Datenanalyse und Integrationssoftware sind es Schätzungen zufolge auch nur 10 Prozent. Selbst wenn Salesforce stärker wächst als der Markt, wird es ohne Zukäufe schwierig.

Da kommt eben Slack ins Spiel – Software an der Schnittstelle zu den bisherigen Angeboten. Die Tochter soll bis Anfang 2026 um fast 40 Prozent jährlich zulegen und dann 4 Milliarden Dollar Jahresumsatz machen. Ob der noch nicht abgeschlossene Zukauf sein Geld damit wert ist, wird sich also erst mit der Zeit herausstellen.

So sehen die Analysten die Aktie

Salesforce habe dank seines eigenen durchschlagkräftigen Vertriebsteams schon bei den Zukäufen von Mulesoft und auch bereits in den Anfängen bei Tableau gezeigt, dass neue Lösungen unter den bestehenden Kunden gut hinzu verkauft werden könnten, schrieb Analyst Raimo Lenschow von der Barclays Bank.

Für Mark Murphy von der JPMorgan ist klar: Hält Salesforce seine Versprechen und bleiben Oracle und SAP auf dem Niveau der zuletzt erreichten Wachstumsraten, dann überholt Salesforce die beiden Urgesteine für Unternehmenssoftware und erkämpft sich hinter Microsoft Platz Zwei der weltgrößten Softwareunternehmen. Salesforce könne sich als Brennpunkt bei der Beschleunigung der Digitalisierung in Unternehmen erweisen, urteilte der Experte.

Der Kauf von Slack mache strategisch Sinn, schrieb Brent Thill von Jefferies. Die Integration werde aber entscheidend sein, um Wert für die Aktionäre zu schaffen.

Insgesamt sind die bei Bloomberg erfassten Analysten sehr optimistisch für die Aktie. 35 der Expertinnen und Experten raten zum Kauf der Papiere, sechs zum Halten und eine Stimme empfiehlt den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 273 Dollar – rund 50 Dollar über dem aktuellen Kursniveau.

So läuft die Aktie

Salesforce ist an der Börse mittlerweile mit mehr als 164 Milliarden Euro bewertet. Da kommen die Rivalen SAP (129) und auch Oracle (148) nicht heran.

Einen großen Schub bekam das Papier rund um den Aufstieg in den Dow Ende August – der ist aber mittlerweile schon wieder abgeklungen, auch wegen der Ankündigung der teuren Slack-Übernahme Anfang Dezember. Dennoch stand für Salesforce über das gesamte Jahr 2020 trotz Corona-Crash ein Kursplus von gut einem Drittel zu Buche. Bei Oracle war es nur ein Anstieg von gut einem Fünftel. bei SAP sorgte die Enttäuschung über die verschobenen Mittelfristziele gar für ein minus von mehr als zehn Prozent.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: DW labs Incorporated / Shutterstock.com

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