Studie - Schärfere CO2-Ziele führen zu keinem Job-Kahlschlag

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Beschäftigungseffekte der geplanten schärferen CO2-Reduktionsziele für die Autoindustrie gefährden Stellen in der Branche nach einer Studie nur in geringem Umfang.

"Im Gegenteil: Über alle Wirtschaftssektoren hinweg kann man positive Auswirkungen auf die Beschäftigung erwarten", erklärte Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Center Automotive Research (CAR), am Donnerstag zu einer Studie, die das CAR mit finanzieller Unterstützung der European Climate Foundation erstellte. Die Klimaschützer hätten jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt der Studie ausgeübt, erklärte Dudenhöffer.

Die Autoforscher prognostizierten den Beschäftigungseffekt in der Autoindustrie, den die Verschärfung des CO2-Abbauziels in der Europäischen Union auf 50 Prozent von den bislang geltenden 37,5 Prozent im Zeitraum von 2021 bis 2030 hat. Ein Gesetzentwurf wird im Juni erwartet. Dadurch seien zusätzlich in Deutschland 15.000 Arbeitsplätze gefährdet, die heute noch an der Technik von Verbrennungsmotoren hängen. Andererseits entstünden nach derzeit bekannten Plänen ein halbes Dutzend Batteriezellfabriken. Einschließlich der Batteriemontage wären 35.000 neue Arbeitsplätze zu erwarten.

Durch den Wandel zur Elektromobilität werden nach Schätzungen des CAR damit rund 205.000 Verbrenner-Jobs wegfallen. Auch diese könnten nach Ansicht Dudenhöffers gesamtwirtschaftlich betrachtet kompensiert werden. Denn Elektromobilität schafft viele Jobs in der Chemieindustrie als Zulieferer von Zellchemie und Rohstoffschürfer oder bei Energieversorgern und im Handwerk mit der Ladeinfrastruktur für E-Autos.

Dudenhöffer mahnte, je schneller die Autoindustrie auf Elektromobilität umsteige, desto schneller würde in das Feld emissionsfreie Antriebe in Deutschland investiert und Beschäftigung gesichert. Der Autoexperte fordert eine Frist zum Ende von Verbrennungsmotoren im kommenden Jahrzehnt auch hierzulande, so wie in Japan oder Großbritannien. "Politiker und Gewerkschaften sollten nicht nur auf das schauen, was verloren geht und den Wandel deshalb bremsen, sondern die neuen Wachstumsfelder stärker in den Blick nehmen", sagte Dudenhöffer.

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