Unilever vs. Nestlé: In welchen Lebensmittelgiganten würde ich 5.000 Euro investieren?

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Unilever vs. Nestlé: In welchen Lebensmittelgiganten würde ich 5.000 Euro investieren?

Mehr tägliche Nutzer als Facebook, ein krisenresistentes Geschäftsmodell und eine Dividendenrendite, die jede Festgeldanlage in den Schatten stellt? Es gibt wohl kaum einen Menschen in Mitteleuropa, der die Produkte von Unilever oder Nestlé nicht täglich verwendet. Doch nicht nur die Produkte sind beliebt, denn auch die Aktien der beiden Unternehmen konnten in der Vergangenheit für attraktive Renditen sorgen. Daher werde ich für euch die beiden Unternehmen vergleichen und begründen, welche Aktie ich derzeit für aussichtsreicher halte.

Historische Rendite

Vergleicht man die historischen Renditen der beiden Aktien, wird sehr schnell klar, dass sich zwei ebenbürtige Unternehmen gegenüberstehen. So konnte die Aktie von Unilever in den letzten zehn Jahren einen Kursgewinn von 104,12 % verzeichnen, während der Konkurrent Nestlé auf 132,01 % kommt (Stand: 10.07.2020, maßgeblich für alle Werte).

In dem Zusammenhang ist jedoch interessant, dass das Momentum klar auf der Seite von Nestlé liegt. Denn in den letzten fünf Jahren konnte diese Aktie 51,81 % gewinnen, während hier Unilever lediglich auf einen Kursgewinn von 18,14 % kommt.

Des Weiteren erkennt man durch die Analyse der vergangenen Kursgewinne, dass Unilever und Nestlé nicht mit Unternehmen aus dem schnell wachsenden Technologiebereich vergleichbar sind. Denn diese Unternehmen können zum Teil innerhalb eines Jahres Kursgewinne jenseits der 100 % verzeichnen. Da das Wachstum von Unilever und Nestlé jedoch begrenzt ist, sind diese Kurssprünge nicht realistisch. Daher eignen sich diese defensiven Aktien hervorragend zur Stabilisierung des Portfolios. Da die Rendite von Nestlé in den letzten Jahren stärker ist und Trends wie dieser oftmals fortgeführt werden, steht es für mich 1:0 für Nestlé.

Aktienbewertung

Oftmals wird an der Börse das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zur Bewertung von Aktien herangezogen. Diese Kennzahl gibt an, wie viel Jahre der aktuelle Gewinn erwirtschaftet werden müsste, um die derzeitige Marktkapitalisierung zu erreichen. Da der aktuelle Gewinn jedoch bei Wachstumswerten wie Teladoc oder Tesla keine große Auswirkung auf die Unternehmensbewertung hat, eignet sich das KGV nicht oder nur mäßig gut für wachstumsstarke Unternehmen.

Unterschiedlich ist das bei Unternehmen mit einem geringen Wachstum wie Unilever und Nestlé. Denn der Gewinn pro Aktie wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht eklatant verändern, sodass hier ein Vergleich mittels des KGV Sinn ergibt. Demgemäß kommt die Unilever-Aktie auf ein KGV von 21,38 im Jahr 2020 und Nestlé auf ein KGV von 26,36.

Wenngleich beide Werte für Unternehmen mit geringen Wachstumschancen sehr hoch erscheinen, bezahlt man hier einen Aufpreis für die Stabilität und Krisensicherheit des Geschäftsmodells. Da ich diese Stabilität für beide Unternehmen gleich hoch einschätze, geht hier der Punkt an Unilever, sodass es nun 1:1 steht.

Wachstumspotenzial

Unternehmen wie Unilever und Nestlé fällt organisches Wachstum natürlich um einiges schwerer als einem jungen Technologieunternehmen. Nichtsdestotrotz gibt es vor allem bei Unilever zwei Strategien, die auch in Zukunft für ein nachhaltiges Wachstum sorgen könnten. Denn einerseits werden Schwellenländer, in denen Unilever derzeit noch unterproportional vertreten ist, in den Fokus genommen.

Andererseits gab Alan Jope, der CEO von Unilever, in einem Interview zu verstehen, dass er ein großes Wachstumspotenzial bei der Zielgruppe der jungen Erwachsenen sehe. Daher wird versucht, diese Zielgruppe durch intensives Marketing über Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram zu erreichen.

Natürlich gibt es bei Nestlé auch eine Strategie, um zukünftiges Wachstum sicherzustellen. Analysiert man die unternehmenseigene Kommunikation diesbezüglich, erkennt man sehr schnell, dass vor allem darauf abgezielt wird, das Jahresergebnis zu verbessern. Daher geht es hier hauptsächlich um die Verbesserung der operativen Effizienz, sodass der Unternehmensgewinn überproportional zum Umsatz wachsen sollte.

Welche Strategie langfristig gewinnbringend ist, steht in den Sternen. Dennoch bin ich persönlich mehr vom Umsatzwachstum durch Erschließung der Schwellenländer und Millennials überzeugt. Denn die Verbesserung der operativen Effizienz kann Unilever von einem erhöhten Umsatz immer noch anstreben. Daher geht hier der Punkt klar an Unilever. Somit steht es 2:1 für Unilever.

Fazit

Persönlich würde ich unter dem aktuellen Bewertungsniveau ein Investment bei Unilever bevorzugen. Nichtsdestotrotz ist auch Nestlé ein Unternehmen, das langfristig eine gute Rendite erwirtschaften sollte. Meiner Meinung nach sollte man die Gewichtung im nichtzyklischen Konsumgüterbereich in Abhängigkeit des eigenen Alters und der Renditeerwartung vornehmen.

Jüngere Menschen, die eine marktschlagende Rendite erwarten, werden voraussichtlich die Aktien beider Unternehmen untergewichten. Legt man jedoch einen hohen Wert auf Stabilität und eine sichere Dividende als passives Einkommen, bieten sich beide Unternehmen hervorragend an.

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Michael besitzt keine der erwähnten Wertpapiere. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und Teladoc Health und empfiehlt Nestlé.

Motley Fool Deutschland 2020

Foto: Getty Images

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