Vorbörse: Wall Street liefert schlechte Vorgaben – Dax gibt wohl ordentlich ab – Ölpreise sacken auch ab

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

DEUTSCHLAND: – KURSVERLUSTE ERWARTET – Aktienanleger bleiben angesichts der Ungewissheit über das Tempo der geldpolitischen Straffung in den USA nervös. Nach der jüngsten Stabilisierung zeichnen sich am Freitag im Dax wieder deutliche Verluste ab. Eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der Indikator X-Dax einen Abschlag von 1,2 Prozent auf 15 720 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird ebenfalls deutlich unter Druck erwartet.

In den vergangenen beiden soliden Tagen hatte sich der Dax charttechnisch etwas Luft verschafft, die ihm nun wieder auszugehen droht: Mit dem vorbörslich erwarteten Rückschlag würde er wieder unter die 50-Tage-Linie fallen, die er zuletzt mühsam zurückerobert hatte. Sie ist bei Anlegern ein beliebter Indikator für den mittelfristigen Trend. Viele solcher Indikatoren liegen aktuell im Bereich von 15 600 bis 15 900 Punkten eng beisammen. In diesem Bereich schwankte der Dax denn auch in den vergangenen Tagen.

Den Markt etwas beeinflussen könnte am Freitag auch der kleine Verfall an den Terminmärkten. Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners verwies allerdings darauf, dass der Januar-Verfall zu den kleineren Verfallterminen zähle und die Auswirkungen auf die Kursentwicklung begrenzt bleiben sollten. Beim Dax seien die größten auslaufenden Positionen auch zu weit vom aktuellen Indexstand entfernt sind, um die Kurse nachhaltig zu bewegen.

Vorbörslich nach unten ging es um 5,6 Prozent bei Siemens Energy , und dies einmal mehr wegen einer Gewinnwarnung der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa . In deren Folge musste auch der Dax-Konzern seine Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr senken. Eckdaten gab es von Siemens Energy auch: In den anderen Bereichen seien diese stark gewesen, erklärte Philip Buller von der Berenberg Bank. Im Schlepptau der schlechten Gamesa-Nachrichten wurde auch der Konkurrent Nordex vorbörslich mit mehr als fünf Prozent im Minus gehandelt.

Ansonsten bewegten abermals Analystenkommentare. Von der Societe Generale etwa gab es eine Kaufempfehlung für Siemens, während diese umgekehrt für Munich Re aufgegeben wurde. Beide Aktien standen vorbörslich aber mit dem Gesamtmarkt unter Druck.

Die Auto1 -Papiere konnten ihre Vortagserholung nicht fortsetzen. Sie sanken vorbörslich um 1,2 Prozent. Am Donnerstag war schon Goldman Sachs optimistisch geworden, nun folgte die britische Barclays-Bank mit einer Hochstufung auf „Overweight“ und verwies dabei auf eine günstige Bewertung der Aktien. In dem schwachen Marktumfeld gerade für Tech-Werte half dies aber nicht.

USA: – DOW FÄLLT – An der Wall Street ist es nach einer anfänglichen Erholung wegen der Erwartung einer strafferen Geldpolitik deutlich bergab gegangen. Der marktbreite S&P 500 rutschte auf das tiefste Niveau seit Oktober ab und der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 fiel im Indexvergleich erneut mit den höchsten Verlusten auf. Der Leitindex Dow Jones Industrial , der nach eineinhalb Handelsstunden mit 1,3 Prozent noch deutlich zulegen konnte, gab die Gewinne im weiteren Verlauf wieder ab und geriet wie schon am Vortag im späten Handel unter Verkaufsdruck. Damit gelang den US-Börsen auch nach vier verlustreichen Tagen keine Gegenbewegung. Anleger scheinen steigende Kurse immer wieder zum Verkauf zu nutzen in ihrer Sorge vor kräftig steigenden Zinsen im weiteren Verlauf des Jahres. Am Ende stand für den Dow ein Minus von 0,89 Prozent auf 34 715,39 Punkte zu Buche.

ASIEN: – VERLUSTE – Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Freitag nach der Erholung am Vortag wieder nachgegeben. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss mit einem Abschlag von 0,9 Prozent. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland büßte zuletzt rund 0,9 Prozent ein und der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungsregion Hongkong sank um 0,7 Prozent. Die Sorge vor rasch steigenden Leitzinsen insbesondere in den USA belastet weiter.

ANLEIHEN / DEVISEN / ROHÖL

RENTEN:

Bund-Future 170,19 0,23%

DEVISEN: Der Euro hat am Freitag im frühen Handel leicht zugelegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1330 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1338 Dollar festgesetzt.

Kursgewinne verzeichnete am Morgen auch der japanische Yen. Händler nannten die trübe Börsenstimmung als Grund. Auslöser waren erneut Ängste vor einer deutlich strafferen Geldpolitik in den USA infolge der hohen Inflation. Spürbare Verluste musste im frühen Handel dagegen der australische Dollar verkraften. Die Währung gilt als besonders anfällig bei schlechter Stimmung an den Finanzmärkten.

Vor dem Wochenende stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. In Europa veröffentlicht die EU-Kommission ihr monatliches Konsumklima. In den USA wird ein Sammelindex aus mehreren Frühindikatoren erwartet. Beide Veröffentlichungen bewegen die Märkte in aller Regel kaum. Aus den Reihen der EZB will sich Präsidentin Christine Lagarde zu Wort melden.

Euro/USD 1,1326 0,19

USD/Yen 113,8265 -0,33

Euro/Yen 128,9155 -0,14

ROHÖL: Der jüngste Höhenflug der Ölpreise hat am Freitag einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Im frühen Handel gaben die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI deutlich nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 86,88 US-Dollar. Das waren 1,50 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,66 Dollar auf 83,89 Dollar.

Druck auf die Erdölpreise übte die trübe Börsenstimmung aus. Rohöl gilt als riskante Anlageklasse, die durch fallende Aktienkurse häufig in Mitleidenschaft gezogen wird. Zudem verwiesen Beobachter auf US-Lagerdaten vom Vortag. Das amerikanische Energieministerium hatte einen deutlichen Aufbau der landesweiten Ölvorräte gemeldet.

Trotz der Abschläge halten sich die Ölpreise in Reichweite ihrer in dieser Woche erzielen mehrjährigen Höchststände. Für Auftrieb sorgen ein knappes Angebot bei einer zugleich soliden Nachfrage. Die derzeitige Corona-Welle scheint den Bedarf an Erdöl weniger stark zu beeinflussen als vorherige Wellen, da die Omikron-Variante häufig nicht ganz so starke Symptome hervorruft und die wirtschaftlichen Auswirkungen bisher weniger heftig ausfallen.

Brent 87,03 -1,35 USD

WTI 84,05 -1,50 USD

onvista Mahlzeit: Dax ringt mit Erzeugerpreisen – Bank of America, Valneva, Puma und ist Paragon die bessere Brainchip?

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UMSTUFUNGEN VON AKTIEN

– BARCLAYS HEBT AUTO1 AUF ‚OVERWEIGHT‘ (EQUAL WEIGHT) – ZIEL 30 (44) EUR

– BARCLAYS HEBT ZIEL FÜR SCOUT24 AUF 70 (65,50) EUR – ‚EQUAL WEIGHT‘

– BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR HELLOFRESH AUF 110 (113) EUR – ‚OVERWEIGHT‘

– BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR ZALANDO AUF 104 (110) EUR – ‚OVERWEIGHT‘

– BERENBERG HEBT ZIEL FÜR ALLIANZ SE AUF 269 (254) EUR – ‚BUY‘

– EXANE BNP STARTET BECHTLE MIT ‚OUTPERFORM‘ – ZIEL 69 EUR

– EXANE BNP STARTET CANCOM MIT ‚NEUTRAL‘ – ZIEL 69 EUR

– GOLDMAN NIMMT SIEMENS HEALTHINEERS MIT ‚BUY‘ WIEDER AUF – ZIEL 76 EUR

– HSBC HEBT BEIERSDORF AUF ‚BUY‘ (HOLD) – ZIEL 110 (107) EUR

– JEFFERIES SENKT ZIEL FÜR SUSE AUF 36 (37) EUR – ‚HOLD‘

– JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR ADIDAS AUF 340 (350) EUR – ‚NEUTRAL‘

– SOCGEN SENKT MUNICH RE AUF ‚HOLD‘ (BUY) – ZIEL 290 (280) EUR

– SOCGEN HEBT KNORR-BREMSE AUF ‚BUY‘ (HOLD) – ZIEL 105 (108) EUR

– SOCGEN HEBT SIEMENS AUF ‚BUY‘ (HOLD) – ZIEL 180 (160) EUR

– SOCGEN HEBT ZIEL FÜR ALLIANZ SE AUF 255 (243) EUR – ‚BUY‘

– SOCGEN HEBT ZIEL FÜR HANNOVER RÜCK AUF 175 (168) EUR – ‚HOLD‘

– SOCGEN SENKT TALANX AUF ‚HOLD‘ (BUY) – ZIEL 47 (45) EUR

– CREDIT SUISSE SENKT NETFLIX AUF ‚NEUTRAL‘ (OUTPERFORM) – ZIEL 450 (740) USD

– BARCLAYS SENKT NETFLIX AUF ‚EQUAL WEIGHT‘ (OVERWEIGHT) – ZIEL 425 (625) USD

– BARCLAYS HEBT ZIEL FÜR BHP GROUP AUF 2500 (2350) PENCE – ‚EQUAL WEIGHT‘

– BARCLAYS HEBT ZIEL FÜR RICHEMONT AUF 165 (155) CHF – ‚OVERWEIGHT‘

– BARCLAYS HEBT ZIEL FÜR UNICREDIT AUF 15 (13,80) EUR – ‚EQUAL WEIGHT‘

– BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR PROSUS AUF 115,90 (121) EUR – ‚OVERWEIGHT‘

– BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR RIO TINTO AUF 4400 (4500) PENCE – ‚EQUAL WEIGHT‘

– BERENBERG HEBT RENTOKIL INITIAL AUF ‚BUY‘ (HOLD) – ZIEL 640 (510) PENCE

– BERENBERG HEBT ZIEL FÜR AXA AUF 32,20 (28,10) EUR – ‚BUY‘

– BERENBERG HEBT ZIEL FÜR GENERALI AUF 23,40 (22,70) EUR – ‚BUY‘

– BERENBERG HEBT ZIEL FÜR ZURICH AUF 500,40 (491,40) CHF – ‚BUY‘

– GOLDMAN HEBT GN STORE NORD AUF ‚BUY‘ (NEUTRAL) – ZIEL 460 (545) DKK

– GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR BP AUF 600 (550) PENCE – ‚CONVICTION BUY LIST‘

– GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR ENI AUF 17 (16) EUR – ‚BUY‘

– GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR LVMH AUF 805 (775) EUR – ‚BUY‘

– GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR SHELL B AUF 2750 (2600) PENCE – ‚BUY‘

– GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR TOTALENERGIES AUF 70 (65) EUR – ‚BUY‘

MORGAN STANLEY HEBT INTESA SANPAOLO AUF ‚OVERWEIGHT‘ (EQUAL-WEIGHT)

– MORGAN STANLEY HEBT INTESA-SANPAOLO-KURSZIEL AUF 3,30 (2,90) EUR

– SOCGEN HEBT SWISS RE AUF ‚BUY‘ (HOLD) – ZIEL 110 (92) CHF

– SOCGEN HEBT ZIEL FÜR AXA AUF 32,50 (28,50) EUR – ‚BUY‘

– SOCGEN HEBT ZIEL FÜR ZURICH AUF 485 (460) CHF – ‚BUY‘

– SOCGEN SENKT GENERALI AUF ‚HOLD‘ (BUY) – ZIEL 19,50 EUR

– SOCGEN SENKT UNIPOL AUF ‚HOLD‘ (BUY) – ZIEL 5,40 (5,50) EUR

TAGESVORSCHAU / KONJUNKTURPROGNOSEN

TERMINE UNTERNEHMEN

08:00 DEU: Secunet Security Networks, Jahreszahlen

13:00 USA: Schlumberger, Q4-Zahlen

13:30 USA: Ally Financial, Q4-Zahlen

ab 14.30 DEU: Bayer Pharma Medientag

TERMINE UNTERNEHMEN OHNE ZEITANGABE

SWE: Investor, Jahreszahlen

TERMINE KONJUNKTUR

01:01 GBR: GfK-Verbrauchervertrauen 01/22

00:30 JPN: Verbraucherpreise 12/21

08:00 GBR: Einzelhandelsumsatz 12/21

10:00 POL: Industriepoduktion 12/21

11:00 BEL: Verbrauchervertrauen 01/22

11:00 EUR: Öffentlicher Schuldenstand Q3/21

11:00 EUR: Öffentliches Defizit Q3/21

16:00 EUR: Verbrauchervertrauen 01/22 (vorab)

16:00 USA: Frühindikator 12/21

EUR: Fitch Ratingergebnis Bulgarien

EUR: Moody’s Ratingergebnis Herzegovina, Bosnien

SONSTIGE TERMINE

08:30 DEU: Erste Klausurtagung des neuen Bundeskabinetts (ganztägig)

+ 08.45 Auftakt-Statement Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)

+ ab 17.00 Pressestatements Scholz, Habeck und Lindner zu den Ergebnissen

DEU: Bundesumweltministerin Steffi Lemke äußert sich zu Risiken der geplanten EU-Taxonomie (Ablauf der Frist am 21.1.22 für Kommentare der EU-Staaten zu den Plänen der EU- Kommission zur sogenannten Taxonomie)

11:00 CHE: Weitere Entwicklung im Ukraine-Konflikt – Treffen von US-Außenminister Blinken und Russlands Außenminister Lawrow

CHE: Abschluss «The Davos Agenda» – Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums

+ 09.00 Australiens Premierminister Scott Morrison

+ 11.00 Nigerias Vizepräsident Yemi Osinbajo

+ 13.30 «Global Economic Outlook» u.a. mit EZB-Chefin Christine Lagarde und IWF-Direktorin Kristalina Georgiewa

+ 15.00 «Building Future Preparedness»

+ 16.30 «Accelerating a Nature-Positive Economy for People and Planet»

+ 17.30 US-Finanzministerin Janet Yellen

USA/JPN: Video-Schalte von US-Präsident Joe Biden mit Japans Ministerpräsident Fumio Kishida

USA: Ansprache von US-Präsident Joe Biden bei einer Tagung von Bürgermeister

KONJUNKTURPROGNOSEN FÜR DIE EUROZONE, UK UND DIE USA

Prognose Vorwert

EUROZONE

16.00 Uhr

Eurozone

Verbrauchervertrauen Januar (Punkte) -9,0 -8,3

GROSSBRITANNIEN

08.00 Uhr

Einzelhandelsumsätze Dezember

Monatsvergleich +3,4 +4,7

Jahresvergleich -0,6 +1,4

USA

16.00 Uhr

Sammelindex der Frühindikatoren Dezember

Monatsvergleich +0,8 +1,1

Redaktion onvista / dpa-AFX

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