Wird der Bitcoin salonfähig?

Klaus Brune

Während der DAX noch am Ausbruch zum nächsten Allzeithoch tüftelt, scheint die Party beim Bitcoin noch in vollem Gange zu sein. Die bekannteste Kryptowährung der Welt schoss vom März-Tief bei 4.000 bis auf aktuell 46.354 Bitcoin je US-Dollar nach oben. Ein „Tenbagger“, wie Fondsmanager Peter Lynch Verzehnfacher bereits vor 30 Jahren nannte. Kann diese Party weitergehen? Renommierte US-Banken wie JP Morgan und Citibank haben Kursziele von 146.000 und 300.000 Bitcoin/Dollar ausgegeben.

Aktuell profitiert die Cyber-Devise vom verstärkten Interesse einiger institutioneller Investoren. Mit Paypal und Square sind zudem zwei Online-Bezahldienste in den Markt eingestiegen und haben durch ihre massiven Käufe von schätzungsweise 15 Mrd. Dollar das Angebot deutlich verknappt und den Preis nach oben getrieben. Zudem hat der Elektroautohersteller Tesla 1,5 Mrd. Dollar in den Bitcoin investiert. Firmengründer Elon Musk will die Kryptowährung auch als Zahlungsmittel für seine Produkte akzeptieren.

Alle neuen digitalen Währungen sind sicherlich spannende Alternativen zum von Notenbanken bestimmten Zahlungssystem mit Bargeld, das eine Veränderung nötig hat. Aber es tut sich schon etwas: EZB-Präsidentin Christine Lagarde will in fünf Jahren den digitalen Euro einführen und so könnten es alle Kryptos bald schwer haben. Fundamental sehen wir zudem Schwierigkeiten, echte Kaufgründe zu finden. Denn der große Unterschied zu Aktien besteht darin, dass die Dividendentitel einen realen Anteil an einem Unternehmen verbriefen. In der Regel werden sinnvolle Produkte wie Automobile oder Impfstoffe hergestellt, mit denen Gewinne erzielt werden, die als Dividenden beim Anleger landen. Wir sehen am Aktienmarkt genügend Anlagealternativen zum Bitcoin, die weniger spekulativ sind.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Klaus Brune Klaus Brune Ressortleiter Börse PLATOW Verlag

Klaus Brune leitet seit Juli 2017 das Börsen-Ressort des PLATOW Verlags. Nach einem Studium der Amerikanistik in Frankfurt und Carbondale, lllinois (USA), berichtete er mehr als 20 Jahre auf Deutsch und auf Englisch über die internationalen Finanzmärkte. Bei der News Corp. war er zuletzt als Managing Editor für die deutschsprachige Redaktion von Dow Jones News verantwortlich, zuvor leitete er fast zehn Jahre lang als stellvertretender Redaktionsleiter das Reporternetzwerk des Unternehmens.

Bei der PLATOW Redaktion verantwortet er die beiden Publikationen „PLATOW Börse“ und „PLATOW Emerging Markets“. Im Fokus stehen dabei Aktien, welche sich im Normalfall durch ein bewährtes Geschäftsmodell, eine moderate Bewertung und einen stabilen Newsflow auszeichnen. Als Beimischungen werden auch „Fallen Angels“ mit starkem Kurserholungspotenzial oder kurzfristige Spekulationen mit entsprechend höherem Risiko eingesetzt. Mit seinem Redaktionsteam führt Klaus Brune jährlich mehrere hundert Hintergrundgespräche mit Vorständen und anderen Insidern börsennotierter Gesellschaften.

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