Bitcoin: Charttechnischer Rückschlag - Korrelation mit den Gesamtmärkten bleibt eine Krux für die Kryptowährung

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Quelle: Sittipong Phokawattana/Shutterstock.com

Bitcoin bleibt ebenso wie der Aktienmarkt weiter im engen Schraubstock der geldpolitischen Entwicklungen. Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve wie erwartet den Leitzins um 0,5 Prozent angehoben hat, ist die Kryptowährung zunächst im Einklang mit den Aktienmärkten in eine Erholungsrally übergegangen, nur um dann von den neu entflammten Konjunktursorgen am Markt gemeinsam mit den Aktienmärkten in die Tiefe gerissen zu werden.

Die Sorgen am Markt, dass eine Rezession unausweichlich wird, haben sich mit den gestern veröffentlichten US-Konjunkturdaten weiter verschärft, da die Leistung der US-Wirtschaft im ersten Quartal 2022 leicht zurückgegangen ist. Angesichts einer schwächer als angenommen aufgestellten Wirtschaft gestaltet sich der laufende Zinserhöhungszyklus als noch schwerere Belastung für die Wirtschaft – das scheint sich zumindest in den Köpfen der Anleger festzusetzen.

Bitcoin bleibt entsprechend weiter in enger Korrelation mit der Entwicklung an den Gesamtmärkten und hat im Zuge des Abverkaufs seine Unterstützung bei 38.000 Dollar verloren. Der Ausbruch aus der eigentlich als bullisch geltenden charttechnischen Formation eines sogenannten „Falling Wedge“ hat sich als Fakeout herausgestellt und der Kurs scheint mit der heutigen Tageskerze einen Ausbruch nach unten aus dieser Formation zu bestätigen.

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BTCUSD_2022-05-06_13-05-46.png · Quelle: tradingview

Zwar hat sich die Marke von 36.000 Dollar vorerst als Unterstützung erwiesen, solange sich die Stimmung am Gesamtmarkt jedoch nicht ändert, scheint nur wenig für ein Verweilen auf diesem Niveau zu sprechen. Jetzt wird ein weiteres Abtauchen bis auf ein Niveau von 30.000 Dollar wahrscheinlicher, sollten die Aktienmärkte ebenfalls weiter korrigieren.

Angesichts der sich verschlechternden konjunkturellen Aussichten eröffnet sich nun die Frage, ob die Federal Reserve ihren Zinserhöhungszyklus wie geplant durchführen wird, da der Druck auf die Wirtschaft sonst vielleicht eine zu große Belastungsprobe werden könnte. Sollte die Fed ihre Straffung doch etwas harmloser angehen, würde das den Druck von den Märkten nehmen, allerdings bleibt abzuwarten, wie die Inflation sich weiterentwickelt. Sollte sich sich die Teuerungsrate überhaupt nicht ausbremsen, muss die Federal Reserve ihren Kurs weiterfahren, da die langfristigen Schäden durch eine immer weiter steigende Inflation wesentlich schlimmer wären als eine normale Rezession.

Bitcoin dürfte wieder ins Rampenlicht rücken, wenn die fundamentalen Gründe für ein Investment die spekulativen Gründe auch an der Wall Street übersteigen. Momentan verhält sich die Kryptowährung wie ein Risk-on-Asset, heißt, bei Gegenwind wird die Kryptowährung abverkauft, da viel spekulatives Geld im Markt steckt. Sollte die Inflation weiter grassieren, könnte sich das ändern und Bitcoin als langfristiges Investment relevant für viele Marktteilnehmer werden.

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