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Erstes Halbjahr vernichtet 6,1 Billionen Dollar Marktkapitalisierung bei den 100 wertvollsten Unternehmen - Apple stürzt vom Thron

onvista · Uhr
Quelle: Malochka Mikalai/Shutterstock.com

In der neuesten Liste von Ernst & Young (E&Y) zu den wertvollsten Börsenunternehmen befinden sich die üblichen Verdächtigen aus dem Silicon Valley. Doch an der Spitze hat es nun einen bezeichnenden Wechsel gegeben, der tonangebend für das zweite Halbjahr sein könnte.

Wertverlust beherrscht das neueste Ranking von E&Y

Der Kursrutsch an den Weltbörsen vernichtete im ersten Halbjahr 2022 Billionen an Dollar bei der Marktkapitalisierung. Allein bei den 100 teuersten Unternehmen der Welt sank nach Angaben von E&Y der Unternehmenswert in den ersten sechs Monate um 17 Prozent oder 6,1 Billionen Dollar auf rund 29,8 Billionen Dollar .Besonders die Tech-Titel hatten in diesem Umfeld einen schweren Stand. E&Y Geschäftsführer Henrik Alhers erläutert noch einmal den Zwiespalt der Aktionäre:

Die erheblich eingetrübten Konjunkturaussichten, die hohe Inflation, steigende Zinsen und die massiven geopolitischen Spannungen haben zu einer tiefgreifenden Verunsicherung geführt – obwohl viele der Top-Konzerne nach wie vor hohe Gewinne ausweisen. In allen Weltregionen und fast allen Branchen verloren Unternehmen erheblich an Wert.

Henrik Alhers, Geschäftsführer E&Y

Für Ahlers ist es nicht ausgeschlossen, dass die Unternehmensbewertungen noch weiter fallen könnten. Er sieht die Gefahr, dass sich viele schlechte Nachrichten und Krisen gegenseitig befeuern und dass ohne die Lösung einiger Probleme eine globale Rezession ins Haus steht. Trotzdem war im ersten Halbjahr nicht alles schlecht und besonders eine Branche hat sich wieder in den Vordergrund geschoben. 

Das ewige Duell: “Old Economy” vs. “New Economy”

Laut E&Y konnte sich eine Branche gegen den Abwärtstrend stemmen.  Die Öl- und Gasunternehmen unter den Top 100 steigerten ihren Börsenwert gegen den Trend um 19 Prozent. Deswegen überrascht es auch nicht, dass die neue Nummer 1 an der Weltspitze aus dem Ölsegment kommt. Sie hat zum Stichtag 30. Juni 2022 einen Börsenwert von 2,3 Billionen Dollar (rund 2,2 Billionen Euro) und heißt Saudi Aramco. Der Öl-Gigant von der arabischen Halbinsel, ist das neue wertvollste Unternehmen der Welt und verdrängt damit Apple von Platz 1. Der Tech-Gigant, der Ende 2021 noch die Rangliste anführte, landete mit 2,2 Billionen Dollar auf Rang zwei.

Ölriese wieder an der Spitze zurück

Mit geschätzten Umsätzen von mehr als einer halben Billion Euro und einer Belegschaft von 65.000 Mitarbeitern ist Sauid Aramco eine der weltweit größten Firmen. Der Anstieg des Ölpreises und Russlands Abschottung von der westlichen Welt befeuerten den Kurs des Ölmultis. Seit Jahresanfang konnte der Kurs ein Plus von 18 Prozent verbuchen. Allerdings war es sehr schwierig von dieser Entwicklung zu profitieren. 

Wer als Anleger bei Saudi Aramco einsteigen will, der wird schnell feststellen, dass dies nicht möglich ist, da die saudische Börse einem Zulassungsverfahren für Anleger unterliegt und ein Mindestordervolumen von 500.000 US-Dollar hat, was Privatanleger aktiv ausschließt. Außerdem sind nur 1,5 Prozent aller Aktien handelbar, da der Rest dem saudi-arabischen Staat und Königshaus vorbehalten sind.

Growth vs. Value

Auch wenn das wertvollste Unternehmen der Welt nicht als Investment taugt, so wird schnell deutlich, dass es durch den Wechsel von Apple auf Aramco einen weiteren Quantensprung im Börsenjahrzehnt 2020-2030 gegeben hat. Die Rotation des Geldes von Growth Aktien mit hohen Zukunftsverheißungen in jetzt attraktive Value-Titel schreitet immer weiter voran. Ob sich Saudi Aramco über mehrere Jahre wie Apple an der Spitze halten kann, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Kein deutsches Unternehmen in den Top 100

Was allerdings auch auffällt ist, dass es kein deutsches Unternehmen in die Top 100 geschafft hat. Da Linde seinen steuerlichen Hauptsitz durch eine Fusion nach Irland verlagerte geht Platz 74 an die Insel im Golfstrom und nicht an Deutschland. 2007 be fanden sich noch sieben deutsche Unternehmen unter den Top 100, Ende 2021 waren es gerade noch zwei Konzerne und jetzt ist kein deutscher Konzern mehr in der Top-Liga vertreten. In den Rängen 110 bis 120 fanden sich zumindest noch SAP und Telekom. 

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