Werbung

Curevac: Klage gegen Biontech eingereicht - "faire" Entschädigung für die Verletzung einer Reihe von geistigen Eigentumsrechten

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Homepage Curevac

Zu Beginn der Corona-Pandemie waren Curevac und Biontech große Hoffnungsträger auf einen mRNA basierten Impfstoff gegen das Virus. Beide Biotechschmieden lieferten sich zunächst ein Kopf an Kopf Rennen. Nach einigen Monaten war allerdings klar, dass Biontech einen Sprint hinlegt und Curevac einen Marathon gestartet hat, der immer noch nicht beendet ist. Während die Mainzer mit ihrem Partner Pfizer kurz davor stehen einen neuen mRNA-Impfstoff gegen die Omikron Varainte zur Zulassung zu bringen, wird in Tübingen immer noch an dem Impfstoff der zweiten Generation getüftelt, nachdem das Vakzin der ersten Generation floppte und Curevac letztendlich keine Zulassung für den Impfstoff beantragte. 

Jetzt treffen sich die Konkurrenten wohl vor Gericht

Curevac hat in vor dem Landgericht Düsseldorf eine Klage gegen Biontech und zwei seiner  Tochterunternehmen eingereicht. Die Tübinger streben nach der heute veröffentlichten Pressemitteilung keine rechtlichen Schritte an, die die weitere Produktion, den Verkauf oder den Vertrieb des Impfstoff von Biontech zum erliegen bringen.  

Curevac fordert eine faire Entschädigung für die Verletzung einer Reihe der geistigen Eigentumsrechte von CureVac wie EP 1 857 122 B1, DE 20 2015 009 961 U1, DE 20 2021 003 575 U1 und DE 20 2015 009 974 U1, die bei der Herstellung und dem Verkauf von Comirnaty®, dem mRNA-COVID-19-Impfstoff von BioNTech und Pfizer, verwendet wurden.  

Aus der heutigen Pressemitteilung von Curevac

Eine Begründung für seine Forderung liefert Curevac in der heutigen Pressemitteilung auch gleich mit.

In den letzten 22 Jahren hat CureVac patentierte Grundlagentechnologie im Zusammenhang mit der mRNA-Konzeption sowie mit der Verabreichung und der Herstellung der mRNA entwickelt, die maßgeblich zu der Entwicklung sicherer und wirksamer COVID-19-Impfstoffe beigetragen hat. CureVac betrachtet die rasante Entwicklung dieser Impfstoffe als eine enorme Leistung, die einen außer­ordentlich wichtigen Einfluss auf die globale öffentliche Gesundheit hatte. Dieser Erfolg basiert auf jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung und Innovation, unterstützt von CureVac als frühestem Pionier der mRNA-Technologie. Dementsprechend müssen die Rechte an geistigem Eigentum in Form einer fairen Vergütung anerkannt und respektiert werden, um in die Weiterentwicklung der mRNA-Technologie und neuer Klassen lebensrettender Medikamente investieren zu können.

Aus der heutigen Pressemitteilung von Curevac

Biontech hat noch nicht reagiert

Die Mainzer haben sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Weder auf der Homepage noch auf Anfragen von dpa gab es ein Stellungnahme zu der eingereichten Klage von Curevac. Dafür hat sich Curevac-Chef Franz-Werner Haas zu Wort gemeldet. In dem Verfahren müsse geklärt werden, zu welchen Anteilen die jeweiligen Patente in die Entwicklung des Biontech-Impfstoffs eingeflossen seien, sagte Haas gegenüber dpa-AFX. Welche Summe sich Curevac vorstellt, sagte er nicht. Dies müsse im Verfahren geklärt werden. Die Parteien seien sich in dieser Frage nach zahlreichen Gesprächen uneinig.

Klage entfaltet keine Wirkung 

Die Aktie von Biontech kann sich heute in einem sehr schwachen Gesamtmarkt im Plus behaupten. Die Anleger scheinen in der Klage keine große Bedrohung für die Mainzer zu sehen. Solange sich Biontech nicht zu den Vorwürfen geäußert hat, sollten die Anleger auch keine Angst bekommen. Die Aktie hat sich zuletzt gegen den Trend gestemmt und auch jetzt sollten sich die Anleger nicht von der Aktie trennen. 

Die Papiere von Curevac liegen ebenfalls im Plus. Allerdings würden wir trotzdem nicht zum Einstieg in die Papiere raten. Solange nicht klar ist, ob Curevac seinen Impfstoff der zweiten Generation zur Zulassung bekommt, sollten Anleger dem Papier fern bleiben. Erst wenn Curevac neue Daten zu dem Vakzin liefert, kann die Entwicklung des Kurses besser eingeschätzt werden.

onvista Mahlzeit: Sell off" im Dax geht weiter - Telekom, Uniper, ProSieben und Shop Apotheke widerlegt Zweifel an Jahresprognose

Meistgelesene Artikel

Werbung