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Wienerberger bekräftigt Ziele und sorgt mit Gas-Einspeicherung vor

Reuters · Uhr
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Wien (Reuters) - Der weltweit größte Ziegelhersteller Wienerberger blickt trotz eines herausfordernden Marktumfeldes optimistisch auf seine Geschäfte.

Dank einer hohen Nachfrage über alle Bereiche und Regionen sowie prall gefüllter Auftragsbücher werde für das Gesamtjahr ein Anstieg des operativen Gewinns (Ebitda) auf über 900 Millionen Euro erwartet, bekräftigte Vorstandschef Heimo Scheuch am Mittwoch den Ausblick. Im Vorjahr wurde ein Ebitda von 694 Millionen Euro erzielt. Anleger zeigten sich erfreut. Die Wienerberger-Aktie legte an der Wiener Börse 3,8 Prozent zu. Seit Jahresbeginn haben die Papiere jedoch gut 30 Prozent ihres Wertes verloren.

"Ich sehe mit Optimismus in die Zukunft, aber das Jahr 2022 wird sehr anspruchsvoll", sagte Scheuch. Der Manager verwies auf die geopolitische Lage und die Instabilität an den Finanzmärkten. Darüber hinaus werde die Inflation, die im ersten Halbjahr Preissteigerungen von 16 Prozent brachte, auf einem hohen Niveau bleiben. Und zu guter Letzt sei für Neubauten in Europa und Nordamerika ein Rückgang zu erwarten. Je nach Markt rechnet der Wienerberger-Chef mit einem Minus von bis zu fünf Prozent.

Wienerberger ist der weltgrößte Ziegelproduzent für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie europäischer Marktführer bei Tondachziegeln. Neben Ziegeln für Wand, Fassade und Dach stellt das Unternehmen auch Rohrsysteme aus Kunststoff und Keramik her sowie Flächenbefestigungen aus Beton und Ton.

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Im ersten Halbjahr legte das Ebitda um 79 Prozent auf 545 Millionen Euro zu. Unter dem Strich hat sich der Gewinn auf 320,9 (112,6) Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Erlöse erhöhten sich um 38 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Laut Scheuch laufen alle Werke aufgrund der hohen Nachfrage mit Vollauslastung. Zudem hätten die im Vorjahr übernommenen Unternehmen bereits starke Ergebnisbeiträge geliefert, hieß es.

WIENERBERGER SORGT MIT GAS-EINSPEICHERUNG VOR

Die Gasversorgung sieht der Wienerberger-Chef in all seinen Märkten als gesichert. In den vergangenen Monaten sei für alle 30 Länder, in denen der Konzern tätig ist, ein Energieplan erstellt worden, um die Versorgung der 220 Produktionsstandorte sicherzustellen. "Wir haben jetzt für die Gruppe eine Abhängigkeit von russischen Erdgas von weniger als 20 Prozent", sagte Scheuch. Betroffen sei vor allem die Ziegelproduktion in Mittel- und Osteuropa. Um vorzusorgen sei in Österreich Erdgas für den Betrieb von drei Monaten eingespeichert worden, sagte der Manager. Mit einer Gas-Verknappung rechnet er nicht.

Langfristig gesehen will der Konzern seine Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen sukzessive reduzieren und auf andere Energieträger, wie etwa Wasserstoff oder Biogas, umsteigen.

(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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