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Disney nicht zu bremsen - mehr Abos als Netflix - Disney+ noch Verlustgeschäft

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: IgorGolovniov/Shutterstock.com

Die Themenparks von Disney sind wieder geöffnet und lassen das Geld nur so sprudeln: So sprangen die Erlöse dieser Sparte im Vergleich zu dem von Corona-Maßnahmen geprägten Vorjahresquartal um 70 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar hoch und der operative Gewinn vervielfachte sich auf 2,2 Milliarden Dollar. „Wir hatten ein exzellentes Quartal“, verkündete Disney-CEO Bob Chapek.

Auch das Streaming-Geschäft boomt: Mittlerweile verzeichnen die Disney-Streaming-Dienste mehr zahlende Abonnenten als Netflix. Im Vergleich: 221 Millionen zu 220,7 Millionen. Netflix hat zuletzt eine Million Abonnenten verloren.

Aber Achtung: Disney+ hat 152 Millionen Abonnenten. Die anderen 69 Millionen verteilen sich auf die anderen Streamingdienste von Disney, wie etwa Hulu oder ESPN+.

Disney-Streaming-Dienste: Noch ein Verlustgeschäft

Disney ist ein Zwitter: Einerseits ein Value-Wert dank seiner Themenparks, andererseits ein Wachstums-Wert wegen seiner Streaming-Dienste. Das hat für Anleger aber einen Vorteil: Disney ist in der Lage, die Wachstumskosten für sein Streaming-Angebot querzusubventionieren.

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Das muss Disney auch, denn der operative Verlust der Streaming- Sparte schoss auf gut eine Milliarde Dollar hoch. Im Vorjahresquartal war das Minus mit 293 Millionen deutlich kleiner. Der Konzern verweist unter anderem auf die hohen Produktionskosten und rechnet hier erst im Geschäftsjahr 2024 mit Gewinn.

Während die Abo-Zahlen für Disney+ in den USA mit 44,5 Millionen stagnieren, boomt der indische Markt. Hier kommt Disney auf 49,2 Millionen Abonnenten, ein Plus von sechs Millionen in den letzten drei Monaten. Aber: Während Disney in den USA 6,30 Dollar pro Abonnent verdient, sind es in Indien noch 1,20 Dollar.

Disney+ will Werbung testen

Disney will genau wie der Konkurrent Netflix Abos mit Werbung testen. Die Nutzer haben die Wahl: Entweder zahlen sie mehr, um die Filme ohne Werbung zu schauen, oder weniger. Dann werden die Filme allerdings durch Werbung unterbrochen.

Derzeit kostet ein (werbefreies) Abo in den USA 7,99 Dollar. Ab dem 8. Dezember ist dies der Preis für das Abo mit Werbeunterbrechungen, während die Nutzer, die auf Werbung verzichten wollen, 10,99 Dollar zahlen müssen. Der Abo-Preis für Disney+ ist in den USA günstiger als in Deutschland. Der Grund: Filmcontent der Disney.Abteilung „Star+“ sind im deutschen Abo enthalten, im US-Abo dagegen nicht. Amerikaner benötigen dafür ein Hulu-Abo.

Disney-Chef Bob Chapek zeigte sich in einer Telefonkonferenz mit Analysten überzeugt, dass die Preiserhöhung langfristig nicht zu einer Abwanderung von Kunden führen werde.

(mit Material von dpa-AFX)

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