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Rezessionsangst dämpft Erholung der Aktienmärkte

Reuters · Uhr
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Frankfurt (Reuters) - Die Anleger in Europa versuchen die zum Wochenstart aufgeflammten Rezessionssorgen wieder abzuschütteln.

Der Dax zog am Dienstag in der Spitze um 0,9 Prozent auf 13.948 Punkte an. Der EuroStoxx50 rückte bis zu 0,8 Prozent auf 3819 Zähler vor. Im Handelsverlauf bröckelten die Gewinne aber erneut ab. An der Wall Street deuteten die US-Futures auf einen verhaltenen Handelsstart hin, obwohl der Ausblick des Einzelhandelsriesen Walmart weniger düster ausfiel als noch im vergangenen Monat.

Besser als erwartete Unternehmensergebnisse ließen Anleger zuletzt wieder verstärkt zu Aktien greifen. Ein abnehmender Preisdruck in den USA hatte vergangene Woche zudem Spekulationen angeheizt, dass die US-Notenbank Fed das Tempo im Zinserhöhungszyklus etwas zurückfahren könnte. Zum Wochenanfang ließen enttäuschende Zahlen zum Einzelhandelsumsatz und der Industrieproduktion in China Investoren jedoch eine nachlassende Nachfrage in der zweitgrößten Volkswirtschaft erwarten.

"Nach der Inflation rücken nun die wirtschaftlichen Risiken in den Blickpunkt der Anleger, nachdem die beiden größten Volkswirtschaften der Welt in dieser Woche eine Reihe schlechter Wirtschaftsdaten vorgelegt haben", sagte Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades. Anleger fürchteten zudem wieder verstärkt, dass die Zinserhöhungen der Fed die Wirtschaft in eine Rezession abgleiten lassen könnte. Mit Spannung wurden daher die am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Protokolle der jüngsten US-Notenbank-Sitzung erwartet. Anleger erhoffen sich, aus den sogenannten Fed-Minutes Hinweise auf das Ausmaß des nächsten Zinsschritts ziehen zu können.

BÖRSENPROFIS SKEPTISCH

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Ein überraschend gesunkener ZEW-Index versetzte der Kauflaune am Dienstag einen weiteren Dämpfer. "Die Gefahr einer ernsten Energiekrise ist nicht gebannt und die hohen Teuerungsraten entziehen den Verbrauchern Kaufkraft", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Börsenprofis gehen weiter von trüben Aussichten für die deutsche Konjunktur aus. Das entsprechende Barometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für die Einschätzung zur Konjunktur in den nächsten sechs Monaten fiel im August um 1,5 auf minus 55,3 Punkte und damit das zweite Mal in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einer Stagnation gerechnet.

Die Konjunktursorgen ließen Anleger erneut zum Dollar greifen, der als "sicherer Hafen" angesehen wird. "Noch scheint es zu früh, eine Rezession in den US-Wechselkursen einzupreisen", sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Der Dollar-Index stieg gegenüber einem Korb der wichtigsten Währungen um 0,3 Prozent auf einen Wert von 106,80. Im Gegenzug gab der Euro um 0,3 Prozent auf 1,0136 Dollar nach.

DELIVERY HERO IM AUFWIND

Bei den Einzelwerten trieb der Ausblick die Aktien von Delivery Hero auf ein Sechs-Monats-Hoch. Mit einem Kurssprung von bis zu 14,4 Prozent ließ der Essenslieferdienst die anderen Werte im MDax weit hinter sich und verhalf auch Rivalen wie Just Eat Takeaway zu Gewinnen. "Die Aussicht, dass tatsächlich die Profitabilitätsziele erreicht werden, ist der Trigger", sagte ein Händler. Der Konzern hielt an dem im Juli ausgegebenen Ziel fest, im Kerngeschäft im vierten Quartal in der Gewinnzone zu landen.

An der Börse in London punktete der Bergbauriese BHP mit einem überraschend starken Ergebnis und einer Rekorddividende. Die Aktien des nach Marktwert größten Bergbaukonzerns kletterte in der Spitze um fünf Prozent. Die gestiegenen Preise für Kohle und Kupfer brachten BHP den höchsten Gewinn seit elf Jahren ein.

(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von . Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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