Börse am Morgen

Verhaltener Start des Dax – Lagarde verspricht weitere Zinserhöhungen – Rheinmetall vor Dax-Aufstieg

onvista · Uhr
Quelle: anathomy/Shutterstock.com

Die Steilvorlage von der Wall Street hat der Dax am Dienstag nicht genutzt. Knapp eine Stunde nach Handelsbeginn liegt der deutsche Leitindex mit rund 16 Punkten bei 15.118 Punkten im Miniplus.

Leicht positive Impulse hierzulande lieferten am Morgen frische Konjunkturdaten. Das Konsumklima in Deutschland hellte sich im Januar leicht auf, wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte. Für Februar gehen die Experten von einer weiteren Verbesserung der Stimmungslage aus - das ist die vierte leichte Steigerung in Folge.

Lagarde: Zinserhöhungen noch nicht vorbei

Im Kampf gegen die Inflation hat die EZB-Präsidentin Christine Lagarde weitere Zinserhöhungen angekündigt. Dies teilte sie beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn mit. Wie hoch die zukünftigen Zinsschritte ausfallen werden, nannte sie dagegen nicht.

 Im letzten Jahr hat EZB viermal die Zinsen erhöht. Damit habe die Zentralbank deutlich gemacht, dass sie den Kampf gegen die Inflation ernst nehme.

Viele Experten werfen der EZB eine zu lasche Einstellung vor und fordern sie auf, die Zinsen deutlich zu erhöhen. In Deutschland lag die Inflation im letzten Jahr im Schnitt bei 7,9 Prozent; da seien 2,5 Prozent Zinsen zu wenig. Die EZB verweist dagegen, dass zu hohe Zinserhöhungen schädlich für die Wirtschaft sein kann und sie daher keine abrupten Zinsschritte unternehmen werde.

Wer beerbt Linde im Dax?

Die Aktionäre von Linde haben mit deutlicher Mehrheit entschieden: Die Aktien werden in Frankfurt delistet; Anfang März werden die Linde-Aktien nicht mehr in Frankfurt gehandelt, sondern ausschließlich an der Wall Street. Damit entfällt auch die Berechtigung, Mitglied im Dax zu sein.

Am 17. Februar entscheidet die Deutsche Börse, welches Unternehmen Linde ersetzen wird. Für die Mitgliedschaft im Leitindex zählt die Marktkapitalisierung des Free Floats. Derzeit kommen dafür nur die Commerzbank und Rheinmetall in Frage. Die Commmerzbank-Aktie hat seit Mitte Juli 2022 rund 65 Prozent an Wert zugelegt, die Rheinmetall-Aktie seit Ende Februar, als Russland in den Krieg in der Ukraine eingetreten ist, sogar um über 146 Prozent.

Auch wenn die Commerzbank eine höhere Marktkapitalisierung hat, hat sie ein Problem: Der Aufsteiger muss in den letzten beiden Jahren ein positive EBITDA aufweisen, einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen.

2020 hat die Commerzbank noch Verluste geschrieben, 2021 und 2022 dagegen Gewinne. Die Zahlen legt die Commerzbank am 16. Februar vor, einen Tag vor der Entscheidung über den Linde-Nachfolger. Allerdings hat ein Sprecher der Deutschen Börse angekündigt, dass die Bilanz gilt, die im Januar bereits veröffentlicht ist. Daher gehen Experten davon aus, dass Rheinmetall nachrückt.

Aber es gibt auch Hoffnung: Am 3. März steht die reguläre Überprüfung des Dax an, die am 20. März in Kraft tritt. Dafür müsste die Marktkapitalisierung des Free Floats der Commerzbank auf Rang 33 liegen. Das ist wahrscheinlich. Der Dax-Absteiger müsste im Ranking der Marktkapitalisierung jedoch auf Rang 48 oder schlechter fallen. Das ist derzeit nicht der Fall. Von daher ist es unwahrscheinlich, dass die Commerzbank in diesem Quartal in den Dax aufsteigt.

Rheinmetall weiter Richtung Rekordhoch

Ein Interview des Rheinmetall-Chefs Armin Papperger mit dem Stern macht Aktionären von Hoffnung, dass die Aktie bald ein neues Rekordhoch erreichen wird. Papperger sagte, er rechne mit einem Umsatz 2025 zwischen 11 bis 12 Mrd. Euro. Für das laufende Jahr 2023 rechne der Konzern mit 10 bis 11 Mrd. Euro.

Diese Aussagen zur mittelfristigen Umsatzentwicklung könnte sich als weiterer Kurstreiber herauskristallisieren. Die Rheinmetall-Aktie stieg kurz nach Handelsbeginn auf 225,50 Euro. Das Rekordhoch liegt bei 227,90 Euro. Viele Analysten sind sich einig: Bald wird es ein neues Rekordhoch geben.

(mit Material von dpa-AFX)

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