Börse am Morgen

Dax kaum bewegt – Warten auf neue Impulse

onvista · Uhr
Quelle: Stonel/Shutterstock.com

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben ihre jüngste Zurückhaltung nach dem starken Jahresstart am Mittwoch beibehalten. Der Dax notierte im frühen Handel kaum verändert 0,03 Prozent im Minus bei 15 088,01 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,11 Prozent auf 28.598,71 Zähler aufwärts. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um rund 0,2

"Der Dax stemmt sich bisher erfolgreich gegen einen größeren Rücksetzer. Für einen weiteren Kursanstieg mangelt es aber an positiven Impulsen", erklärte Analyst Thomas Altmann von QC Partners. Für frischen Wind könnte am Vormittag die Bekanntgabe des Ifo-Index sorgen. Vor einer Woche hatte der Dax einen Höchststand seit Februar 2022 erreicht und im noch jungen Jahr fast 10 Prozent gewonnen. In der anschließenden Konsolidierungsphase konnte er die Marke von 15.000 Punkten aber nur mit Mühe verteidigen.

Der bisherige Verlauf der Unternehmensberichtssaison habe noch nicht ausgereicht, um die Investoren zu größeren Aktienkäufen zu bewegen, so Altmann. "Wir erleben im Moment eine Art simultanen Käufer- und Verkäuferstreik. Neu einsteigen will im Moment niemand. Gleichzeitig ist so früh im Jahr aber auch kaum jemand bereit, sich mit Gewinnmitnahmen aus dem Aktienmarkt zurückzuziehen", analysierte der Experte.

Airbus liefert 2022 mehr Hubschrauber aus - weniger Neuaufträge

Beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat sich die Erholung von der Corona-Krise im Jahr 2022 fortgesetzt. Die Zahl der Auslieferungen stieg im Vergleich zum Vorjahr von 338 auf 344 Hubschrauber, wie die Sparte Airbus Helicopters am Mittwoch im französischen Marignane mitteilte. Schon 2021 hatten die Auslieferungen das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 übertroffen. Die Auftragsbilanz fiel 2022 allerdings schwächer aus als im Vorjahr. Nach Abzug von Stornierungen kamen Aufträge über 362 Maschinen herein. Im Vorjahr waren es 414 gewesen - nach nur 268 im ersten Corona-Jahr 2020.

Hohe Verschuldung bringt Fresenius weniger Flexibilität für Veränderungen

Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius steht mitten in seinem strategischen Überprüfungsprozess vor dem Problem einer hohen Verschuldung. Die Verschuldung liege über dem Zielkorridor, sagte Finanzchefin Sara Hennicken in einem Interview der "Börsen-Zeitung" (Mittwoch). "Insofern ist der finanzielle Spielraum nicht so groß, wie wir ihn uns für volle strategische Flexibilität wünschen würden", ergänzte die Anfang September an die Spitze des Finanzressorts getretene Managerin.

Fresenius steckt nach mehreren Gewinnwarnungen und Problemen insbesondere bei seiner Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC ) in Turbulenzen. Der seit Herbst amtierende Firmenlenker Michael Sen will deshalb hart durchgreifen und hat das komplette Portfolio auf den Prüfstand gestellt.

Wir müssen entscheiden, wo wir unser Kapital einsetzen, um profitable strategische Wachstumsfelder zu stärken und zu erschließen.

Sara Hennicken (Finanzchefin)

Die Verschuldung stellt in dieser Situation auch das Finanzressort vor Herausforderungen. Wenig hilfreich sind dabei die stark steigenden Zinsen am Markt. "Wir rechnen mit einer deutlich steigenden Zinsbelastung im laufenden Geschäftsjahr." Die Finanzchefin kalkuliert dabei mit einem zusätzlichen Aufwand in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrages.

Dabei stehen demnach 2023 Refinanzierungen über Fälligkeiten in Höhe von 650 Millionen Euro für FMC und 2024 über drei Milliarden Euro dann für beide Unternehmen ins Haus. Letztere will Finanzvorständin Hennicken nach eigenen Worten im laufenden Jahr "frühzeitig angehen" und dafür "attraktive Marktfenster" suchen. Einen Großteil der für 2023 anstehenden Fälligkeiten habe Fresenius indes bereits frühzeitig und zu günstigen Konditionen refinanzieren können.

Weniger Bau-Aufträge im November

Der negative Trend im Bauhauptgewerbe hat sich zum Ende des vergangenen Jahres fortgesetzt. Bereinigt um Preiserhöhungen (real) sank der Auftragseingang im November gegenüber Oktober um 5,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum November 2021 verringerten sich die Bestellungen real um 12,7 Prozent. Einschließlich Preiserhöhungen (nominal) lag der Auftragseingang wegen der deutlich gestiegenen Baupreise mit einem Volumen von 7,4 Milliarden Euro 2,0 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Hohe Baupreise und gestiegene Zinsen belasten die Nachfrage. In den ersten elf Monaten des Jahres 2022 sank der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum kalender- und preisbereinigt um 8,2 Prozent, nominal stieg er um 6,6 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Umsatz mit einem realen Rückgang von 5,3 Prozent und einem nominalen Anstieg um 10,5 Prozent im Zeitraum Januar bis November 2022.

(mit Material von dpa-AFX)

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