Dax Vorbörse

Dax vorbörslich über 15.800: Nvidia sorgt für gute Stimmung

onvista · Uhr
Quelle: Pavel Ignatov/Shutterstock.com

Vor dem Notenbank-Treffen in Jackson Hole in den USA sorgt der Tech-Riese Nvidia am Donnerstag für gute Stimmung an der Frankfurter Börse. Es bahnt sich der vierte Handelstag in Folge mit Kursgewinnen an. Nach zuletzt drei schwachen Börsenwochen hätte der Leitindex Dax in dieser Woche inklusive der aktuellen vorbörslichen Indikation um eineinhalb Prozent zugelegt.

Eine Stunde vor Handelsbeginn am Donnerstag signalisierte der X-Dax den Dax gut ein halbes Prozent höher bei 15.811 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wurde ebenfalls mit Gewinnen erwartet. 

Damit knüpfen die Aktienkurse an die guten Vorgaben aus New York an: Anleger hatten dort den Zahlen von Nvidia schon Vorschusslorbeeren gegeben. Die Resultate bestätigten dann nachbörslich den mit Künstlicher Intelligenz (KI) verbundenen Boom. Der Chipkonzern übertraf die Erwartungen deutlich und festigte so seine Rolle als "Liebling der KI-Investoren". Laut dem Bernstein-Experten Stacy Rasgon bleibt die Aktie "der beste Weg, um das KI-Thema zu spielen"

Die Entscheidung darüber, ob die aufgehellte Börsenstimmung anhält, dürfte im weiteren Wochenverlauf im US-amerikanischen Jackson Hole fallen. Dort beginnt an diesem Donnerstag das jährliche Notenbanker-Treffen. Das wichtigste Ereignis werde ein Auftritt von US-Notenbank-Chef Jerome Powell am Freitag, hieß es am Morgen von der Commerzbank. Anleger hoffen auf Hinweise, ob der künftige geldpolitische Kurs der Währungshüter noch weitere Zinserhöhungen bringen wird

Einzelwerte im Überblick

Im deutschen vorbörslichen Handel waren nach der Steilvorlage von Nvidia Tech-Aktien gefragt. Auf Tradegate legten die Papiere von Infineon und Aixtron zu.

Eine Empfehlung von Morgan Stanley für die Aktien von Symrise trieb die Papiere des Duft- und Aromastoffherstellers um rund drei Prozent nach oben. 

Im MDax verteuerten sich die Anteile von CTS Eventim um gut drei Prozent. Der Ticketvermarkter wurde nach den ersten sechs Monaten zuversichtlicher für 2023.

FED sieht Rezessionsgefahr

Die US-Börsen haben am Mittwoch ihre Vortagesverluste mehr als wettgemacht. Unterstützung kam von schwächer als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerdaten von S&P Global für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im August. Das weckt nach zahlreichen robusten Wirtschaftsdaten bei so manchen Anlegern die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed wegen einer nicht auszuschließenden Rezessionsgefahr womöglich keinen weiteren Zinsschritt unternehmen könnte.

Nvidias Zahlen beflügeln US-Indizes 

US-Börsen haben am Mittwoch ihre Vortagesverluste mehr als wettgemacht. Unterstützung kam von schwächer als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerdaten von S&P Global für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im August. Das weckt nach zahlreichen robusten Wirtschaftsdaten bei so manchen Anlegern die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed wegen einer nicht auszuschließenden Rezessionsgefahr womöglich keinen weiteren Zinsschritt unternehmen könnte.

Der Dow Jones Industrial  legte letztlich um 0,54 Prozent auf 34.472,98 Punkte zu. Für den marktbreiten S&P 500  ging es um 1,10 Prozent auf 4.436,01 Zähler nach oben, während der Nasdaq 100  um 1,60 Prozent auf 15.148,06 Punkte stieg. In dem überwiegend mit Technologiewerten bestückten Auswahlindex legte die Nvidia-Aktie  dabei als einer der besten Werte um 3,2 Prozent zu.

Wall-Street gibt Asien Rückenwind

Mit Rückenwind von der Wall Street und von starken Geschäftszahlen des Chipkonzerns Nvidia haben die wichtigsten Aktienmärkte in Asien am Donnerstag zugelegt. Der japanische Nikkei 225 gewann kurz vor dem Handelsende 0,80 Prozent. Gefragt waren hier vor allem Halbleiterwerte wie der Chipindustrieausrüster Tokyo Electron und der Hersteller von Chiptest-Maschinen Advantest.

In China unternahmen die Börsen einen weiteren Erholungsversuch. Der CSI 300, der die Aktienkurse der größten Unternehmen an den Börsen Shanghai und Shenzen abbildet, stieg im späten Handel um 1,3 Prozent. Der Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong legte um rund zwei Prozent zu. 

Renten

Bund-Future     132,71     -0,08%

Devisen: Euro wenig bewegt nach Achterbahnfahrt am Vortag

Der Kurs des Euro hat sich am Donnerstag nach den heftigen Kursausschlägen tags zuvor erst einmal kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,0875 US-Dollar gehandelt und damit in etwa auf dem Niveau vom Mittwochabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt auf 1,0805 (Dienstag: 1,0887) Dollar festgesetzt.

Am Mittwoch hatten schwache Daten zur Unternehmensstimmung im Euroraum den Euro deutlich belastet, bevor er sich im Handelsverlauf spürbar erholte. Ein Grund dafür war, dass die US-Wirtschaft ihrerseits mit enttäuschenden Daten zur Unternehmensstimmung überrascht hatte. 

Am Donnerstag nun stehen Stimmungsdaten aus Frankreich und Angaben zum Auftragseingang der US-Industrieunternehmen im Fokus. Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter sollte den Experten der Landesbank Hessen-Thüringen zufolge Informationen liefern, inwieweit die Unternehmen in Investitionslaune sind und ob die Konsumenten bereit sind, größere Anschaffungen zu tätigen. Die Indikation für die Gesamtaufträge sei schwach, denn der wichtige und volatile Bereich der Flugzeugbestellungen habe im Juli einen Rücksetzer erlebt.

Ölpreise: Nachfrage sinkt - Angebot steigt

Die Ölpreise haben am Donnerstag mit einem kleinen Minus an ihre jüngsten Kursverluste angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete 83,16 US-Dollar. Das waren 5 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 11 Cent auf 78,78 Dollar. 

Die Ölpreise werden weiterhin zum einen von Nachfragesorgen belastet. So stottert aktuell der chinesische Konjunkturmotor, zudem hatten am Mittwoch Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA enttäuscht.

Zum anderen gibt es Anzeichen für ein künftig steigendes Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt, was ebenfalls auf die Preise drückt. So führt die US-Regierung derzeit Gespräche mit Venezuela, um eine vorübergehende Aufhebung der Sanktionen zu erwirken, die den Ölverkauf des Landes behindert haben. Hinzu kommt zu einem Anstieg der Exporte aus dem Iran in diesem Monat. 

Allerdings hatten zuletzt auch Förderkürzungen vonseiten Saudi-Arabiens und Russlands für eine gewisse Marktverengung gesorgt. Die Drosselungen hätten dazu beigetragen, dass die weltweiten Ölvorräte im vergangenen Monat stark zurückgegangen seien, wie aus Daten des Rohstoffanalyseunternehmens Kpler hervorgeht.

Umstufungen von Aktien

MORGAN STANLEY HEBT SYMRISE AUF 'OVERWEIGHT' (UNDERWEIGHT) - ZIEL 109 (97) EUR 

MORGAN STANLEY SENKT QIAGEN AUF 'EQUAL-WEIGHT' (OVERWEIGHT)

BERNSTEIN HEBT ZIEL FÜR NVIDIA AUF 675 (475) USD - 'OUTPERFORM' 

MORGAN STANLEY SENKT INTERNATIONAL FLAVORS & FRAGRANCES AUF 'EQUAL-WEIGHT' (OW) 

BERENBERG HEBT AIR LIQUIDE AUF 'BUY' (HOLD) - ZIEL 178 (165) EUR 

CREDIT SUISSE HEBT PENNON GROUP AUF 'OUTPERFORM' (NEUTRAL) - ZIEL 760 (900) P. 

JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR REDCARE PHARMACY AUF 160 (150) EUR - 'BUY' 

JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR INDITEX AUF 40 (38) EUR - 'OVERWEIGHT' 

Termine Unternehmen

07:30 DEU: Fielmann, Halbjahreszahlen

07:30 DEU: CTS Eventim, Q2-Zahlen

07:30 DEU: Douglas, 9Monatszahlen

08:00 IRL: CRH International Building Materials Group, Halbjahreszahlen

11:00 DEU: Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Halbjahreszahlen sowie Telefon-Pk 

DEU: MPC, Halbjahreszahlen

DEU: Einhell Germany, Halbjahreszahlen

USA: Intuit, Q4-Zahlen

Termine Konjunktur

00:01 DEU: Bundesfinanzministerium, Monatsbericht

08:45 FRA: Geschäftsklima 8/23

08:45 FRA: Produzentenvertrauen 8/23

10:00 POL: Arbeitslosenquote 7/23

13:00 TRK: Zentralbank, Zinsentscheidung

14:30 USA: Chicago Fed Herstellerindex 7/23

14:30 USA: Auftragseingang langlebige Güter 7/23 (vorläufig)

14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

Sonstige Termine

03:00 USA: Erste Fernsehdebatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber, Milwaukee

09:00 DEU: Fortsetzung Videospielmesse Gamescom

+ 0900 Rundgang von Wirtschaftsminister Robert Habeck über die Messe

+ 1700 Talkrunde «Debatte Royale» - Franziska Giffey, NRW-Medienminister Nathanael Liminski, Emily Büning und FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai stellen sich den Fragen der Games-Community.

10:00 DEU: Online-Pk der Deutschen Umwelthilfe zum Thema Balkonkraftwerke

10:00 DEU: Online-Tech-Talk von Bosch im Vorfeld der IAA Mobility. Mit Christoph Hartung, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions, sowie Sven Lanwer, Leiter des Bereiches Driver Experience bei Bosch.

11:00 DEU: Pk zur Internationalen Funkausstellung (IFA) mit Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, und Oliver Merlin, Geschäftsführer der IFA Management GmbH.

Bei der Pressekonferenz soll über die Entwicklungen und Trends der Märkte in Deutschland sowie die aktuelle Entwicklung der IFA informiert werden.

12:45 DEU: Zukunftstag für ökonomische und finanzielle Bildung im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit Bundesfinanzminister Christian Lindner

12:45 Finanzminister Christian Lindner gibt Schüler-Workshop zu Finanzfragen wie Rente und Altersvorsorge

15:00 DEU: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besuchen Baustelle eines Geothermiekraftwerks, Geretsried

USA: Jackson Hole Symposium der Fed Kansas City (bis 26.8.)

ZAF: Abschluss 15. BRICS Gipfel in Südafrika, Johannesburg

Redaktion onvista/dpa-AFX

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