Containerreederei will Anteil an Hamburger Hafenbetreiber

Verzögerung von MSC-Einstieg bei HHLA - Hafenlogistik-Konzern wirbt für Deal

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)

(Reuters) - Der Hamburger Hafenlogistik-Konzern HHLA wirbt nach jüngsten Verzögerungen eindringlich für den umstrittenen Einstieg der Großreederei MSC.

Der Vorstand sei davon überzeugt, dass die Partnerschaft Mehrwert für die HHLA schaffen könne, sagte Chefin Angela Titzrath am Donnerstag auf der virtuellen Hauptversammlung des größten Hamburger Hafenbetreibers. "Die HHLA ist startklar." Der Vorstand wolle die Chancen nutzen, die sich aus der neuen Gesellschafterstruktur ergäben. Kurz vor der Aktionärsversammlung war klargeworden, dass sich die notwendige Zustimmung des Hamburger Parlaments - der Bürgerschaft - zum MSC-Einstieg durch Widerstand der Opposition hinzieht.

Die Bürgerschaft habe noch eine öffentliche Anhörung am 20. Juni angesetzt, bestätigte die Hamburger Wirtschaftsbehörde, die den MSC-Deal für die rot-grüne Regierung vorantreibt. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) erhofft sich in schwierigen Zeiten für Deutschlands größten Seehafen positive Effekte durch das Engagement der weltgrößten Container-Reederei. Doch die Bürgerschaftsopposition sieht dies anders. Leonhards Behörde erklärte auf Anfrage, man gehe nunmehr von einem Votum in der nächsten Bürgerschaftssitzung am 10. Juli aus.

Medienberichten zufolge war die Abstimmung eigentlich schon für den 26. Juni geplant. Doch am Dienstag setzte die Opposition eine öffentliche Anhörung am 20. Juni durch, wie NDR und "Zeit" berichteten. Das Votum sei nun frühestens am 10. Juli möglich.

Die Regierung der Freien und Hansestadt Hamburg hatte im September die heimische Wirtschaft und offenbar auch den Vorstand der HHLA selbst mit dem Plan überrascht, in großem Stil Anteile an MSC abzugeben. Zwar soll die Stadt Hamburg Mehrheitseignerin des Traditionskonzerns bleiben. Doch mit der in der Schweiz ansässigen und sehr verschwiegenen MSC steigt ein Rivale der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd und deren künftigem Partner Maersk bei der HHLA ein.

Befürworter des MSC-Deals versprechen sich Investitionen in den Hafen und eine Stabilisierung des in den vergangenen Jahren rückläufigen Container-Umschlags. Gegner fürchten um die Unabhängigkeit der HHLA als Dienstleister für verschiedene Reedereien und bei Infrastrukturprojekten im Hafen sowie um Jobs. Ein Rückzug von der Börse gilt als realistische Option nach Abschluss der Transaktion.

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