Dax Tagesrückblick 14.06.2024

Leitindex hält sich so eben über 18.000-Punkte-Marke - Gewinnmitnahmen bei Rüstungsaktien

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Quelle: viewimage/Shutterstock.com

Der Dax kann einen Stand von mehr als 18.000 Punkten so gerade eben mit ins Wochenende nehmen. Zum Handelsschluss auf Xetra am Freitag notierte der deutsche Leitindex bei 18.002 Punkten und damit erneut deutlich - gut 1,4 Prozent - tiefer als am Tag zuvor. Bereits am Donnerstag hatte der Dax knapp zwei Prozent eingebüßt. Auch der Index der mittelgroßen Werte, MDax, büßte in einer ähnlichen Größenordnung ein und beendet die Handelswoche mit einem Minus von rund fünf Prozent bei 25.719 Punkten. 

Das charttechnische Bild verheißt nichts Gutes für die weitere Kursentwicklung. Denn mit dem Kursrückgang vor dem Wochenende bestätigte der Leitindex nicht nur den Vortagesrutsch unter die 21- und 50-Tage-Durchschnittslinien, die als Indikatoren für den kurz- bis mittelfristigen Trend gelten. Er kam auch der für die längerfristige Tendenz wichtigen 100-Tage-Linie, über der er sich seit November behauptet hatte, gefährlich nahe.

"Der Schock über das Ergebnis der Europawahl und die nun anstehenden Neuwahlen in Frankreich sitzt nicht nur an der Börse in Paris, sondern auch in Frankfurt tief", kommentierte Analyst Konstantin Oldenburger vom Handelshaus CMC Markets. Dazu belaste der mögliche Handelskonflikt mit China nach der Androhungen von Strafzöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge. "Die nächste Woche dürfte damit ganz im Zeichen des Versuchs einer Stabilisierung stehen, mehr sollte in der aktuellen Situation nicht drin sein."

Gewinnmitnahmen bei Rüstungsaktien

Rüstungsaktien zählten in einem insgesamt schwachen Markt am Freitag zu den größten Verlierern. Die Kursentwicklung bei Rheinmetall ähnelte mit einem plötzlichen Einbruch jener vom 9. April, als die Aktien erstmals von ihrem Rekordhoch bei knapp 572 Euro eingebrochen waren. Bis zu neun Prozent verlor der Rheinmetall-Kurs zwischenzeitlich und rutschte dabei am Freitag deutlich unter die Marke von 500 Euro, die seit dem Rückschlag vom Rekordhoch immer wieder Unterstützung geboten hatte.

Zuletzt relativierte sich der Kursverlust zwar wieder etwas auf gut fünf Prozent. Mit 479,20 Euro blieben die Rheinmetall-Aktien aber klar unter dieser Marke. Die 100-Tage-Linie bei derzeit 463 Euro, die ein beliebter Indikator für den mittelfristigen Trend ist, wurde zeitweise unterschritten - zuletzt konnte sich die Titel von dieser wieder etwas nach oben absetzen.

Die Schwäche erstreckte sich am Freitag auch auf andere deutsche Rüstungsaktien, die zuletzt schon deutlicher als Rheinmetall von ihren Rekordhöhen abgerückt waren. Hensoldt setzte die jüngste Korrektur mit zwischenzeitlich bis zu vier Prozent fort, das Minus relativierte sich aber etwas auf zuletzt 2,3 Prozent. Der Kurs des MDax-Konzerns stabilisierte sich an der 200-Tage-Linie, zu der Rheinmetall noch ein großes Polster hat.

Bei Renk betrug das Freitagsminus zuletzt 6,8 Prozent nach einem Spitzen-Tagesverlust von neun Prozent. Seit dem Rekordhoch von Anfang April ist der Kurs des Panzergetriebe-Spezialisten nun schon um mehr als 40 Prozent abgesackt. Im Vergleich zu ihrem Ausgabepreis beim Börsengang im Februar, der 15 Euro betragen hatte, bleiben sie mit 23,14 Euro aber komfortabel im Plus.

Musk bekommt Bonus - Tesla-Aktie verliert

Jenseits des Atlantiks beschäftigte die Märkte die Nachricht, dass Aktionäre Elon Musk ein zweites Mal einen gewaltigen Bonus für sein Engagement bei Tesla zugesprochen haben. Der ursprünglich bereits 2018 genehmigte Vergütungsplan war im Januar von einem US-Gericht gekippt worden.

Die Entscheidung zeigt, dass Musk weiter das Vertrauen eines Großteils der Tesla-Aktionäre genießt - obwohl es Kritik an seinem manchmal unberechenbaren Verhalten, kontroversen politischen Äußerungen und dem Fokus auf andere Unternehmen wie die Online-Plattform X gibt. Das neue Votum bedeutet allerdings nicht, dass Musk das Aktienpaket nun automatisch bekommt. Doch es verbessert seine Chancen darauf in dem Rechtsstreit.

Musk hatte zwischenzeitlich damit gedroht, Tesla zu verlassen, wenn der Chef und Großaktionär das Aktienpaket nicht bekommen sollte. Kapitalmarktteilnehmer sahen das offenbar als Risiko, die Tesla-Aktie hatte Anfang der Woche zwischenzeitlich deutlich eingebüßt. Die Gefahr des Musk-Abgangs scheint nun gebannt. Eine Fortsetzung der Erleichterungsrally aber gab es am Freitag nicht. Die Aktie notierte eine Stunde nach Handelsstart in den USA mit etwa zwei Prozent im Minus. 

(mit Material von dpa-AFX)

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