BASF hinterfragt Investitionen in Batteriematerialien-Geschäft

Der Chemiekonzern BASF bekommt einem Medienbericht zufolge die sinkende Nachfrage nach Elektroautos zu spüren.
Das Unternehmen, das Kathodenmaterialien für E-Auto-Batterien herstellt, stelle weitere Investitionen in diesem Bereich auf den Prüfstand, berichtete die Wirtschaftswoche am Donnerstag. „Zukünftige Investitionen werden im aktuellen Marktumfeld kritischer geprüft und neu bewertet“, teilte BASF auf Anfrage des Magazins mit. Das Geschäft mit Batteriematerialien bleibe aber eine wichtige Wachstumschance.
Bei BASF war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Der Konzern hat in das Geschäft wegen des Ausbaus der Elektromobilität große Hoffnungen gesetzt. Zuletzt hatte BASF für den Bereich bis 2023 eine bereinigte operative Rendite (Ebitda-Marge) von 30 Prozent oder mehr in Aussicht gestellt und damit künftig die höchste im Konzern. Der Umsatz sollte nach früheren Angaben bis 2030 auf mehr als sieben Milliarden Euro steigen. Zum Ausbau des Geschäfts, mit dem das Unternehmen einen Marktanteil von mehr als zehn Prozent anstrebte, waren Investitionen von 3,5 bis 4,5 Milliarden Euro zwischen 2022 und 2030 geplant.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) stutzte erst kürzlich wegen der Nachfrageschwäche seine Jahresprognose für die Produktion rein batterieelektrischer Autos in Deutschland. In den ersten sechs Monaten waren die Zulassungen von Elektroautos hierzulande um mehr als 16 Prozent eingebrochen. Hintergrund ist der Wegfall der staatlichen Förderung Ende letzten Jahres. Zudem sind kleinere, erschwinglichere E-Modelle Mangelware. Kaufkräftige Kunden, die bereitwillig zum Klimaschutz beitragen, haben sich nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Jahren eingedeckt.