Dax: IT-Probleme verstärken Abwärtsdruck – Minus 15 Prozent: Sartorius am Dax-Ende

Zum Ende einer bislang schwachen Woche ist der deutsche Aktienmarkt verstärkt unter Druck geraten. Zu den anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Risiken gesellten sich am Freitag noch weltweite IT-Probleme. „Die Marktteilnehmer befinden sich aktuell in einem immer unsichereren Gesamtmarktumfeld", sagte Finanzmarktexperte Andreas Lipkow. Sowohl die Gefahr einer merklichen Konjunkturabkühlung als auch die politischen Risiken hätten wieder zugenommen.
Der Dax schloss nahe seines Tagestiefs mit einem Minus von einem Prozent bei 18.171 Punkten. Der Wochenverlust summierte sich damit auf gut drei Prozent.
Derzeit blicken die Anleger mit Sorge in Richtung USA. Dort könnte Ex-Präsident Donald Trump nach der Wahl im November wieder in das Weiße Haus einziehen. Der Republikaner gilt als Verfechter protektionistischer Maßnahmen zum Schutz der eigenen Wirtschaft.
Zudem löste ein fehlerhaftes Software-Update weltweit reichende Störungen aus. Flüge fielen aus, Krankenhäuser sagten Operationen ab, Fernsehsender hatten Schwierigkeiten. Verantwortlich dafür war ein fehlerhaftes Update der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike für eine weitverbreitete Software, die vor allem bei großen Unternehmen zum Einsatz kommt. Crowdstrike hat das Problem inzwischen behoben.
Gewinnwarnung bei Sartorius – Aktie fällt ans Dax-Ende
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius hat seine Prognose für 2024 nach einem schwachen ersten Halbjahr deutlich gesenkt. Der Umsatz soll nun auf Vorjahresniveau stagnieren, statt wie bisher im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich zu wachsen. Auch die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) wird niedriger ausfallen als erwartet, und zwar auf 27 bis 29 Prozent, statt etwas über 30 Prozent.
Hauptgründe für die Prognosesenkung sind die schwache Nachfrage, der Lagerabbau bei Kunden und die anhaltende Investitionszurückhaltung in der Branche. Sartorius-Chef Joachim Kreuzburg betonte aber, dass die Megathemen Gesundheit und Biotechnologie weiterhin starke strukturelle Treiber für das Unternehmen seien.
Die Sartorius-Aktie reagierte auf die Prognosesenkung mit einem Kursrutsch von über 15 Prozent auf 209,10 Euro und fällt damit ans Dax-Ende.
Salzgitter verzeichnet Verlust im zweiten Quartal
Der Stahlkonzern Salzgitter hat im zweiten Quartal einen Verlust hinnehmen müssen. Vor Steuern betrug das Minus 5,7 Millionen Euro, wie das Unternehmen anhand vorläufiger Zahlen am Freitag mitteilte. Im Jahr zuvor gab es noch einen Gewinn von 27,3 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank von 139,3 Millionen auf 107,2 Millionen Euro. Der Umsatz fiel von 2,9 Milliarden auf 2,6 Milliarden Euro.
Für das Halbjahr steht nun ein Vorsteuergewinn von 11,5 Millionen Euro zu Buche. Darin enthalten ist ein Gewinn aus der Beteiligung an dem Kupferkonzern Aurubis von 70,6 Millionen Euro, wie es weiter hieß. Die Aktie verlor daraufhin am Nachmittag gut ein Prozent.
Salzgitter kämpft seit einiger Zeit mit einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld und gesunkenen Stahlpreisen. Anfang Mai hatte der Konkurrent von Thyssenkrupp seine Jahresprognose gekappt, weil Kunden ihre Aufträge verschieben.
Die ausführlichen Zahlen will Salzgitter am 12. August vorlegen. Die Salzgitter-Aktie verlor über drei Prozent auf knapp über 16,60 Euro-
Lufthansa: Leichte Beeinträchtigung durch weltweite Computerstörung
Die Lufthansa ist von den weltweiten Computerproblemen nach eigenen Angaben nur geringfügig betroffen. Zwar kann es zu Verspätungen und vereinzelten Ausfällen kommen, aber ansonsten gebe es keine nennenswerten Auswirkungen aufgrund der IT-Panne, wie eine Sprecherin des Konzerns mitteilte.
Größere Beeinträchtigungen des Flugbetriebs resultieren derzeit hauptsächlich aus Problemen an den betroffenen Flughäfen selbst. So musste beispielsweise der Hauptstadtflughafen BER in Berlin zeitweise den Betrieb einstellen.
Die Lufthansa bedauert die Unannehmlichkeiten für ihre Passagiere und rät dazu, den Flugstatus aktuell zu überprüfen.
Die Lufthansa-Aktie ging heute mit einem Minus von rund 1,9 Prozent bei 5,77 Euro aus dem Handel.
Redaktion onvista/dpa-AFX