USA sparen Milliarden durch niedrigere Medikamentenpreise
Washington (Reuters) - Die US-Regierung hat drastische Preisnachlässe für die zehn meistverkauften Medikamente im Rahmen der staatlichen Krankenversicherung Medicare durchgesetzt.
Mit Vergünstigungen von bis zu 79 Prozent könne der Staat rund sechs Milliarden Dollar einsparen, teilte die Regierung am Donnerstag mit. In dieser Summe seien Rabatte und Nachlässe enthalten, die die Regierung möglicherweise bereits erhalten hat. Die neuen Preise treten 2026 in Kraft.
Den stärksten prozentualen Preisrückgang verzeichnet das Diabetes-Medikament Januvia des US-Pharmakonzerns Merck & Co mit einem Nachlass von 79 Prozent. Auch die Summen für Insulin-Präparate des dänischen Unternehmens Novo Nordisk werden um 76 Prozent gekürzt. Für die übrigen acht Medikamente sinken die Beträge zwischen 38 und 68 Prozent.
US-Gesundheitsminister Xavier Becerra bezeichnete die Verhandlungen mit den Arzneimittelherstellern als umfassend und intensiv. "Nach erheblichem Hin und Her akzeptierten entweder wir ein Angebot oder ein Unternehmen akzeptierte unseres." Nach Angaben der Regierung sparen Menschen, die über Medicare versichert sind, überwiegend ältere US-Bürger, ab 2026 auch 1,5 Milliarden Dollar an Eigenkosten für verschreibungspflichtige Medikamente.
Nach Ansicht einiger Pharmakonzerne lösen die neu ausgehandelten Konditionen nicht alle Hürden für die Patienten. Dazu zähle etwa das "größte Problem der Erschwinglichkeit für Patienten" beim Eigenanteil, den Krankenversicherer und Apotheken-Dienstleister festlegen, erklärte Bristol Myers Squibb. Das US-Unternehmen stellt unter anderem den Blutverdünner Eliquis her, dessen Preis mehr als die Hälfte gesenkt werde.
(Bericht von Patrick Wingrove und Trevor Hunnicutt, geschrieben von Philipp Krach. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)