Dax steigt weiter: Elfter Gewinntag winkt– Minus 16 Prozent: Doc-Morris-Aktie unter Druck

Dem deutschen Leitindex fehlt es an seinem elften Gewinntag in Folge etwas an Schwung. Gestützt von einer weiterhin positiven Stimmung an den US-Börsen legte er am Morgen um 0,36 Prozent auf 18.490 Punkte zu. Das Niveau von etwas über 18.500 Punkten von Ende Juli hat er fast wieder erreicht und den Rücksetzer um etwa 1.500 Punkte so gut wie aufgeholt.
Rückgerechnet bis ins Jahr 1959 hinein habe es in 65 Jahren Dax-Historie nur sehr wenige noch längere Gewinnserien gegeben, konstatierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. „Die bislang längste stammt aus dem Jahr 1997 mit 13 positiven Handelstagen in Serie." Die Kaufbereitschaft schwinde jedoch allmählich, ergänzte er und verwies auf die schwachen Handelsvolumina.
„Die ermutigenden Inflations- und Verbraucherausgabendaten der letzten Woche verstärkten die Hoffnung auf eine sanfte Landung der US-Wirtschaft, was die Märkte beruhigte“, hieß es von Seiten der Commerzbank-Analysten. Der Markt richtet nun seine Blicke auf das Treffen der Notenbanker in Jackson Hole, von dem Ende der Woche Signale für die weitere Geldpolitik erhofft werden. Die Zeichen stehen in den Vereinigten Staaten recht deutlich auf Leitzinssenkung.
„Noch immer wird marktseitig eine gewisse Wahrscheinlichkeit gehandelt, dass es im kommenden Monat zu einem großen Lockerungsschritt der Fed kommt“, heißt es bei der Helaba. Die Experten der hessischen Landesbank (Helaba) selbst glauben daran allerdings nicht, da die Konjunkturdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft "zu uneinheitlich für einen Paukenschlag" der US-Notenbank seien
DocMorris schreibt im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen und senkt Ausblick
Die Schweizer Versandapotheke DocMorris hat im ersten Halbjahr 2024 wie erwartet einen hohen Verlust geschrieben. Dabei machten sich die hohen Marketingausgaben im Zusammenhang mit der Einführung des E-Rezepts bemerkbar. Zudem wurde der Ausblick für auf das Gesamtjahr gesenkt. Der bereinigte Betriebsverlust (Ebitda) betrug im ersten Halbjahr 20,1 Millionen Franken, wie DocMorris am Dienstag mitteilte. In der Vorjahresperiode hatte das Minus noch bei knapp 21 Millionen gelegen. Der Reinverlust belief sich derweil auf 37,9 Millionen Franken nach einem Minus von 58,2 Millionen im Vorjahr.
Damit fielen die Zahlen der Online-Apotheke aber etwas besser aus als erwartet. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Betriebsverlust von 21,7 Millionen und einem Reinverlust von 48,2 Millionen Franken gerechnet.
Bereits seit Juli bekannt sind die Umsatzzahlen. Auf Gruppenebene stieg der Umsatz von Januar bis Juni um 5,7 Prozent auf 530,0 Millionen Franken. In Lokalwährungen resultierte ein Plus von 8,4 Prozent. Dabei profitierte die Versandapotheke in erster Linie von der zunehmenden Verbreitung des elektronischen Arztrezepts in Deutschland. Nach den Zuwächsen im ersten Halbjahr sei die Zahl der Neukunden für das E-Rezept auch im Juli gestiegen.
DocMorris profitiert dabei insbesondere von der so genannten CardLink-Lösung. Diese ermöglicht es den Kunden in Deutschland seit Mitte April, das E-Rezept vollständig digital per App einzulösen. Seit dieser Neuerung habe sich die Zahl der Neukunden vervierfacht, hieß es weiter.
Aufgrund dieser Neuerung beim E-Rezept habe sich aber die Prognoseunsicherheit erhöht, so die Online-Apotheke. Zudem sei der Marktzugang bis zur CardLink-Lösung nur eingeschränkt möglich gewesen. Vor diesem Hintergrund senkt DocMorris den Ausblick. Für das laufende Jahr wird nun ein Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt. Bisher war ein Wachstum von mindestens 10 Prozent erwartet worden.
Und der Verlust beim bereinigten Ebitda soll 2024 bei rund 50 Millionen Franken liegen. Bisher wurde hier ein Wert zwischen -35 und 0 Millionen erwartet. Mittelfristig strebt DocMorris weiterhin eine EBITDA-Marge von 8 Prozent an.
Die Aktie sank um über 16 Prozent auf 42,00 Euro.
Redcare Pharmacy schwächelt vorbörslich nach DocMorris-Ausblick
Anleger von Online-Apotheken müssen am Dienstag enttäuschende Zahlen von DocMorris verarbeiten. Der Konkurrent Redcare Pharmacy wird in Mitleidenschaft gezogen. Nach gut einer Stunde Handel liegt die Aktie mit 1,8 Prozent im Minus bei 133,50 Euro.
Damit könnte der Ende Juli begonnene Rücksetzer weiter gehen. Damals hatte der Redcare-Kurs noch ein Hoch von knapp 150 Euro erreicht.
Redaktion onvista/dpa-AFX