Schuldenschnitt von internationalen Gläubigern steht - Ukraine spart 11 Mrd

London (Reuters) - Die geplante Restrukturierung von ukrainischen Staatsanleihen kann über die Bühne gehen.
Mit 97 Prozent Zustimmung bei den internationalen Investoren sei die erforderliche Quote deutlich übertroffen worden, teilte die Regierung in Kiew am Mittwoch mit. Eine Restrukturierung von Anleihen mitten im Abwehrkampf gegen Russland gilt als extrem ungewöhnlich.
Bei der Verständigung mit privaten Gläubigern geht es um ausstehende Anleiheschulden der Ukraine im Volumen von 19,7 Milliarden Dollar. Das sind 15 Prozent der gesamten Schulden des Landes. Die Gläubiger wollen auf 37 Prozent ihrer Gelder verzichten. Die Ukraine wird damit in den nächsten drei Jahren 11,4 Milliarden Dollar für andere Zwecke zur Verfügung haben. Der ukrainische Finanzminister Sergej Martschenko sagte, der Deal sei ein wichtiger Schritt, um für Haushaltsstabilität zu sorgen. Es sei auch ein Schritt hin zur langfristigen Stabilisierung der Wirtschaft. Der Schuldenschnitt ist bereits der zweite innerhalb von nicht einmal zehn Jahren. 2015 gab es bereits einen nach der russischen Annexion der Halbinsel Krim.
Bis 2027 wird die Ukraine zudem im großen Stil vom Internationalen Währungsfonds (IWF) finanziert. Die sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7) haben der Ukraine außerdem einen Mega-Kredit im Volumen von 50 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Für diesen sollen auch Zinserträge aus eingefrorenen russischen Geldern genutzt werden.
(Bericht von Marc Jones, geschrieben von Christian Krämer, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)