Deutscher Leitindex vor US-Zinsentscheidung kaum bewegt - BASF-Aktien beflügelt

Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed ist der Dax am Mittwoch nicht vom Fleck gekommen. Letztlich ging der deutsche Leitindex 0,08 Prozent tiefer bei 18.711 Punkten aus dem Handel. Damit hält er sich in Schlagweite zu seinem Rekordhoch vom Monatsbeginn knapp unter 19.000 Zählern. Dass die Fed am Abend die Zinswende einläutet, gilt bei den Anlegern als ausgemacht. Offen bleibt aber der Umfang der Zinssenkung. Vor dieser für die Börsen wegweisenden Entscheidung gingen die Investoren keine Risiken mehr ein. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel stieg um 0,03 Prozent auf 25.790 Punkte.
Das "Fed Watch Tool" der Optionsbörse CME wies zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent aus, dass die Fed ihre geldpolitische Wende mit einem großen Zinssenkungsschritt von 0,5 Prozentpunkten einleiten wird. "Für eine XL-Senkung um 50 Basispunkte spricht, dass die Fed auf dem Weg nach oben sechsmal einen größeren Schritt ausgewählt hat", kommentierte Thomas Altmann von QC Partners. "Dagegen spricht, dass sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt bisher nur moderat eingetrübt haben." Außerdem seien die Reallöhne zuletzt wieder etwas stärker gestiegen."
Lediglich Zeitungsartikel und Äußerungen ehemaliger Fed-Chefs führten dazu, dass ein größerer Schritt jetzt erwartet wird", mahnten die Experten des Brokers Index Radar. "Belastbare Konjunkturdaten, die diese Änderung rechtfertigen würden, gab es allerdings nicht." Sollte es also nur eine kleine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte geben, könnte es aus Enttäuschung zu einer Korrektur an Aktien- und Anleihemärkten kommen, schrieben die Volkswirte der Hessischen Landesbank. Sie wiesen allerdings auch auf den künftigen Zinspfad hin: Unabhängig von der heutigen Zinsentscheidung dürfte die Fed "weitere Zinssenkungen signalisieren", ergänzten die Helaba-Experten.
BASF-Aktien beflügelt: Möglicher Umbau in Sicht
Unter die besten Plätze im Dax gesellte sich am Mittag BASF. Um knapp 2,4 Prozent ging es aufwärts. Der unter Druck stehende Chemiekonzern will Kreisen zufolge am Kapitalmarkttag in der kommenden Woche einen weitreichenden Umbau ankündigen.
Im deutschen Leitindex zählten ebenso die BMW-Aktien mit plus 2,2 Prozent zu den Gewinnern. Die US-Bank Citigroup hat die Verkaufsempfehlung für die Aktien gestrichen. Nach der jüngsten Gewinnwarnung von BMW seien die Erwartungen an den Autobauer nun sehr niedrig, lautete die Begründung. Auch die Papiere von Siemens Energy verzeichneten einen Anstieg von rund 2,8 Prozent.
TUI: Touristik-Riese verzeichnet Kursgewinne
Im MDax verzeichneten die Aktien von HelloFresh einen Anstieg von etwa 2,3 Prozent. Auch das weltweit größte Touristikunternehmen, TUI, konnte zulegen - mit einem Plus von rund 2,2 Prozent. Platz eins belegten die ThyssenKrupp-Papiere mit einem Gewinn von knapp 2,6 Prozent.
Unter den Nebenwerten weiteten Ionos den Vortagesverlust um 3,4 Prozent aus. Der Verkauf eines Aktienpakets durch den Finanzinvestor Warburg Pincus lastete nochmals auf dem Kurs des Anbieters von Internetanschlüssen.
(mit Material von dpa-AFX)