Dax nähert sich der 20.000-Punkte-Marke – Aktienplatzierung belastet Deutsche Bank

Der Dax hat am Dienstag seinen Rekordlauf fortgesetzt. Gut eine Stunde nach Handelsbeginn liegt der deutsche Leitindex mit knapp 0,6 Prozent im Plus bei über 19.600 Punkten. Damit hat der Dax seine erst gestern aufgestelltes neues Rekordhoch von 19.518 Punkten wieder überboten. Somit rückte die Marke von 20.000 Punkten näher.
Hoffnung auf Ausbleiben der Rezession
Die Hoffnung, dass eine Rezession in den USA ausbleibt, aber die US-Notenbank Fed trotzdem die Zinsen weiter senken wird, sei ein wichtiger Motor für die auch in der weltgrößten Volkswirtschaft fortgesetzten Börsenrekorde, kommentierte Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Außerdem blicken die Anleger bereits in Richtung der im Wochenverlauf anstehenden Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB).
Vielversprechend ist überdies der Start in die US-Berichtssaison bisher verlaufen und obendrein setzen die Anleger ihre Hoffnungen auch in die angekündigten Maßnahmen Chinas zur Ankurbelung der Wirtschaft dort. Mit Blick auf die befürchtete weitere Eskalation im Nahostkonflikt gibt es zudem eine gewisse Erleichterung.
In den USA berichtete die "Washington Post", dass Israel sich bei seinem geplanten Vergeltungsschlag gegen den Iran auf militärische Einrichtungen konzentrieren und Atom- und Ölanlagen verschonen will. Nicht nur die Ölpreise fielen daraufhin deutlich, auch Bedenken in puncto einer womöglich wieder anziehenden Inflation wurden so gemindert.
Am Donnerstag dann steht die EZB auf dem Programm. Die Aussicht auf üppig vorhandene Liquidität durch eine weitere Lockerung der Geldpolitik sowohl in der Eurozone als auch in den USA halte die investierten Anleger bei der Stange, hatte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets tags zuvor kommentiert. Skeptiker seien so immer wieder neu gezwungen, "auf den fahrenden Zug aufzuspringen".
Aktienplatzierung durch Investor belastet etwas Deutsche Bank
Eine Platzierung eines Investors hat am Dienstagmorgen die Papiere der Deutschen Bank etwas belastet. Nach gut einer Stunde Handel liegt die Deutsche-Bank-Aktie mit 1,4 Prozent im Minus bei 16,11 Euro.
Goldman Sachs platzierte in einem beschleunigten Verfahren einen 0,8-prozentigen Anteil des Finanzinstituts oder rund 16 Millionen Aktien zu 16,01 Euro je Aktie für einen ungenannten Großaktionär. Das macht insgesamt rund 256 Millionen Euro.
Die Aktien der Deutschen Bank haben sich in diesem Jahr gut entwickelt. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von fast einem Drittel zu Buche. Damit liegen sie im Dax im vorderen Feld.
Ericsson verdient mehr als gedacht - Ausblick verhalten
Der schwedische Telekomausrüster Ericsson hat im abgeschlossenen Quartal besser abgeschnitten als gedacht. Neben besseren Marktkonditionen und Kostensenkungen kamen zusätzliche 5G-Lizenzerlöse dem Unternehmen zugute. Der um Restrukturierungskosten und Wertminderungen bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte im Jahresvergleich um fast 90 Prozent auf 7,3 Milliarden schwedische Kronen (642 Millionen Euro). Das operative Ergebnis fiel damit besser aus als von Branchenkennern erwartet.
Der Nettoerlös rutschte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf knapp 62 Milliarden Kronen ab. Ohne Effekte durch Übernahmen und Wechselkurse lag der Schwund bei einem Prozent. Unter dem Strich verdiente Ericsson knapp vier Milliarden Kronen - im Jahr zuvor stand hier noch wegen einer Wertminderung im Zuge des Vonage-Zukaufs ein Verlust von 30,5 Milliarden Kronen.
Der Konzern stellt sich auf eine weiterhin verhaltene Nachfrage ein, sieht aber Besserung auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt. Das Erlöswachstum der drei Monate bis Ende Dezember dürfte insgesamt unterhalb des Durchschnitts der letzten drei Abschlussquartale liegen. Ericsson-Chef Börje Ekholm will im wichtigen Netzwerk-Segment zumindest den Umsatz stabilisieren. Zugleich soll die Bruttomarge etwas besser ausfallen als zuletzt.
Großbritannien: Arbeitslosigkeit fällt weiter - tiefster Stand seit Jahresbeginn
In Großbritannien hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im August überraschend weiter verbessert. In den drei Monaten bis August sank die Arbeitslosenquote gegenüber dem vorherigen Dreimonatszeitraum um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt eine unveränderte Quote von 4,1 Prozent erwartet, nachdem sie im Juni bei 4,2 Prozent und im Mai bei 4,4 Prozent gelegen hatte.
In der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas ist die Arbeitslosenquote damit so niedrig wie seit Beginn des Jahres nicht mehr. Die Löhne und Gehälter (ohne Bonuszahlungen) steigen nach wie vor kräftig und legten wie erwartet um 4,9 Prozent im Jahresvergleich zu, wie es weiter hieß.
Redaktion onvista/dpa-AFX