Europas Anleger in Kauflaune - Dax bleibt auf Rekordjagd

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Frankfurt (Reuters) - Gestützt auf eine Erholung bei Technologie- und Luxusaktien haben Europas Aktienmärkte ihren Höhenflug am Freitag fortgesetzt.

"Grünes Licht von der Europäischen Zentralbank für weitere Zinssenkungen, Stabilisierungssignale aus China und gut gelaunte US-Konsumenten – der Weg des geringsten Widerstands führt am Aktienmarkt derzeit nach oben", fasste Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, zusammen. Der EuroStoxx50 kletterte bis zum Nachmittag um 0,7 Prozent auf 4979 Punkte. Der Dax gewann 0,3 Prozent auf 19.640 Zähler und lag in Sichtweite des am Donnerstag erreichten Rekordhochs. Auf Wochensicht steuerte der Leitindex einen Gewinn von 1,3 Prozent an. Strategen sehen dank der geldpolitischen Lockerungen noch Luft nach oben. Die EZB hatte wie an den Finanzmärkten erwartet den maßgeblichen Einlagensatz um einen Viertelpunkt auf 3,25 Prozent gesenkt.

An den US-Börsen zeichnete sich ein freundlicher Wochenschluss ab. Weltweit wanderten Technologiewerte in die Depots, nachdem ein schwacher Ausblick des Chipkonzerns ASML am Dienstag noch eine weltweite Verkaufswelle ausgelöst hatte. Zudem hellte der Streaming-Riese Netflix mit überraschend hohen Abonnentenzahlen die Stimmung an der Wall Street auf.

CHINA-BÖRSEN HAUSSIEREN NACH DATEN UND GELDSPRITZEN

Etwas weniger schlimm als an den Börsen befürchtet steht es um die Wirtschaft Chinas. Diese wuchs Daten vom Freitag zufolge im dritten Quartal mit 4,6 Prozent im Jahresvergleich so langsam wie seit Anfang 2023 nicht mehr. Dabei bleibt der schwächelnde Immobiliensektor eine große Herausforderung, wobei die Konsum- und Industrieproduktionszahlen des vorigen Monats die Prognosen übertrafen. Investoren hoffen nun auf weitere Stützungsmaßnahmen. Die chinesischen Aktienmärkte legten am Freitag kräftig zu. Börsianern zufolge halfen die üppigen Geldspritzen der Notenbank, zum Wochenschluss traten hier zwei Programme in Kraft.

Das gab auch den Kupferpreisen Auftrieb, die an der Londoner Terminbörse um 1,3 Prozent auf 9642 Dollar je Tonne zulegten. Die Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität am Kapitalmarkt seien positiv für die Metalle, sagte ein Händler. Gold sprang auf ein Allzeithoch von 2716 Dollar je Feinunze. Angesichts der ungewissen Entwicklung bei den US-Wahlen und der geopolitischen Unsicherheiten könnte Gold weiter an Zugkraft gewinnen, sagte Christopher Wong, Devisenstratege bei OCBC.

SCHNÄPPCHENJAGD BEI LUXUSWERTEN

Bei den nach den enttäuschenden Zahlen von LVMH unter Druck geratenen Luxuswerten gingen Investoren auf Schnäppchenjagd. "Es besteht ein erhebliches Interesse der Anleger, in den Sektor einzusteigen, da man das Gefühl hat, dass wir möglicherweise einen Tiefpunkt in der Performance erreicht haben", sagte Bernstein-Analyst Luca Solca. Zudem dürften die stark vom China-Geschäft abhängigen Konzerne von einer Konjunkturankurbelung im Reich der Mitte profitieren. Die Aktien von Kering stiegen um 5,4 Prozent, LVMH um mehr als drei Prozent und Hermes um rund zwei Prozent.

Europaweit waren zudem Aktien aus dem Automobilsektor gefragt. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo verdiente im dritten Quartal weniger und rechnet auf dem nordamerikanischen Markt im kommenden Jahr mit einer Stabilisierung. Die Aktien standen nach anfänglichen Verlusten rund drei Prozent höher. Größter Dax-Gewinner mit einem Aufschlag von acht Prozent waren Daimler Truck. Traton-Titel legten vier Prozent zu.

(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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