SAP verhindern größere Verluste im Dax

Überzeugende Geschäftszahlen von SAP haben am Dienstag im Dax Schlimmeres verhindert. Der deutsche Leitindex schloss 0,20 Prozent tiefer bei auf 19.421 Punkte und entfernte sich damit weiter von seinem Rekordhoch aus der Vorwoche. Der MDax der mittelgroßen Börsenunternehmen sank zuletzt um 0,24 Prozent auf 27.087 Zähler.
Marktexperte Andreas Lipkow verwies auf Gewinnmitnahmen, die die zuletzt gute Stimmung der Investoren überschatteten. "Die gerade begonnene Berichtssaison wird keine Freifahrt werden und ist auch teilweise von schwächeren Quartalsberichte durchzogen." So enttäuschte im Dax am Dienstag beispielsweise der Rückversicherer Munich Re mit seinen vorläufigen Kennziffern.
SAP-Aktien erreichen Rekordhoch
SAP hatte am späten Montagabend Quartalszahlen vorgelegt. Vor allem der Ausblick kam gut an. Am Dienstag kletterten die Aktien von Europas größtem Softwarehersteller auf ein Rekordhoch und gewannen in der Spitze fast 6 Prozent, zuletzt betrug das Plus noch circa 2,1 Prozent. Angesichts des Kursanstiegs bleibt die 15-prozentige Kappungsgrenze bei der Gewichtung von SAP im Dax ein Thema, denn diese wurde mittlerweile erreicht.
Die erfolgsverwöhnten Anleger von Munich Re erhielten indes einen Dämpfer. Nachdem der Rückversicherer im dritten Quartal weniger Gewinn erzielte als erwartet, rutschen die Aktien am Dax-Ende um rund 2,8 Prozent ab. Die jüngste Hurrikan-Serie in den USA kommt den weltgrößten Rückversicherer teuer zu stehen. Doch Munich-Re-Chef Joachim Wenning macht an seinen Gewinnplänen für 2024 keine Abstriche. Er will sein bisheriges Ziel von 5 Milliarden Euro Überschuss nun sogar übertreffen, wie der Dax-Konzern überraschend am Dienstag in München mitteilte.
Traton überrascht im dritten Quartal, Wertpapiere steigen
Bechtle kassierte wegen einer fortgesetzten Investitionszurückhaltung von Kunden aus dem Mittelstand die Jahresziele. Daraufhin verloren die Aktien des IT-Dienstleisters hinten im MDax fast sechs Prozent.
Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton hatte im dritten Quartal besser abgeschnitten als von Experten erwartet. Die Papiere gewannen rund 1,8 Prozent. Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als von Experten erwartet. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis stieg im Jahresvergleich auf Basis vorläufiger Berechnungen um 19 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro, wie das MDax-Unternehmen am gestrigen Montag nach Börsenschluss mitteilte.
Immobilien- und Versorger-Aktien litten unter dem jüngsten Anstieg der Renditen am Anleihenmarkt. Eon und Vonovia im Dax standen um 1,4 Prozent bis zwei Prozent tiefer.
(mit Material von dpa-AFX)