Buch zum Thema Bankenübernahmen: "Bedenken sind nicht gut begründet"

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Berlin (Reuters) - Die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Claudia Buch, sieht generell kein Risiko für den deutschen Mittelstand durch die Übernahme einheimischer Banken durch ausländische Institute.

"Die Bedenken, die ich manchmal höre, sind nicht gut begründet", sagte sie in einem am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Interview der Zeitungen "Handelsblatt", "Expansion" aus Spanien, "Il Sole 24 Ore" aus Italien und "Les Echos" aus Frankreich. Buch kommentiert laut dem "Handelsblatt" keine Einzelfälle wie den Übernahmeversuch der Commerzbank durch UniCredit.

Die EZB überwacht als Aufsichtsbehörde die 113 wichtigsten europäischen Banken. Buch wies darauf hin, dass die Frage, wie sich eine von Unicredit dominierte Commerzbank in Krisenfällen verhielte, für die EZB kein Prüfkriterium sei. "Ganz allgemein gesprochen: Wir bewerten keine spezifischen Kreditvergabe-Entscheidungen von Banken", sagte sie: "Wir beurteilen sie nur auf Basis von aufsichtsrechtlichen Kapital- und Liquiditätsquoten und aufsichtsrechtlichen Risiken."

Buch hatte bei früherer Gelegenheit klargemacht, dass die Europäische Zentralbank grenzüberschreitende Bankfusionen nicht verhindern sollte. "Was auch immer wir im Rahmen der Aufsicht tun können, ist, einer stärkeren grenzüberschreitenden Integration nicht im Wege zu stehen", sagte sie Anfang Oktober auf einer Konferenz in Riga. "Alles, was wir im Rahmen unserer Befugnisse tun können, um sicherzustellen, dass grenzüberschreitende Aktivitäten nicht behindert werden, tun wir auf jeden Fall." Buch äußerte sich dabei nicht konkret zum Werben der italienischen Großbank UniCredit um die deutsche Commerzbank.

(Bericht von Reinhard Becker. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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