SNB-Präsident: Sind bei Bedarf bereit zu Negativzinsen

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Zürich (Reuters) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist bei Bedarf bereit, wieder Negativzinsen einzuführen.

"Ich möchte betonen, dass niedrigere Zinssätze plus negative Zinssätze nicht von unserem Werkzeugkasten ausgeschlossen sind", erklärte der neue Präsident Martin Schlegel am Freitag auf einer Veranstaltung in Zürich. "Niemand mag Negativzinsen, die SNB mag keine Negativzinsen, aber wenn es notwendig ist, sind wir bereit, den nächsten Schritt zu tun."

Die SNB könne dieses Instrument bei Bedarf einsetzen, um die Franken-Nachfrage zu dämpfen. Der starke Franken erschwert die für die Wirtschaft des Landes wichtigen Exporte. Schlegel rechnete damit, dass der Franken in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit als sicherer Hafen für Anleger gefragt bleiben dürfte.

Der Dollar stieg nach den Äußerungen Schlegels gegenüber dem Franken auf den höchsten Stand seit 18 Wochen, während der Euro nach früheren Einbussen ins Plus drehte.

Der Schweiz sind Negativzinsen nicht fremd. Sie setzte dieses Instrument fast acht Jahre ein, bevor sie im September 2022 zu positiven Zinsen zurückkehrte. Im März 2024 vollzog sie abermals eine Kurswende und leitete als erste größere Notenbank einen Zinssenkungszyklus ein. Seitdem hat die SNB den Leitzins auf nunmehr ein Prozent gesenkt und die Türe für eine weitere geldpolitische Lockerung weit aufgestoßen. Die Finanzmärkte preisen derzeit für den nächsten Zinsentscheid im Dezember eine 72-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Senkung um 25 Basispunkte und eine 28-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Senkung um 50 Basispunkte ein.

Die jüngsten Lockerungen wurden durch den Rückgang der Inflation ermöglicht, die in den vergangenen 17 Monaten innerhalb des Zielbereichs von null bis zwei Prozent lag und im Oktober auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren sank.

Schlegel zufolge sind die Zinssätze weiterhin das wichtigste Instrument der SNB, das bei Bedarf durch Devisenmarktinterventionen unterstützt werde. Der Notenbanker, der im Oktober die Leitung der Zentralbank übernommen hatte, deutete an, dass er sich in Zukunft nicht durch die Möglichkeit, von den USA als Währungsmanipulator abgestempelt zu werden, von Devisenverkäufen oder -käufen abschrecken lassen werde. "Unser Mandat ist klar und konzentriert sich auf die Schweiz," sagte er und bezog sich dabei auf das Inflations-Zielband der SNB.

(Bericht von John Revill, bearbeitet von Oliver Hirt, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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