Italienische Bank im Visier

Banco BPM befürchet durch mögliche Unicredit-Übernahme Abbau von 6000 Stellen

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: monticello/Shutterstock.com

Die ins Visier des Rivalen Unicredit geratene italienische Banco BPM mit rund 19.000 Beschäftigten will unabhängig bleiben.

"Wir sind eine große autonome Bank, eine italienische Bank mit einem starken Geschäft, unseren Regionen und den kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat unseres Landes bilden", erklärte Bank-Chef Giuseppe Castagna am Mittwoch in einem Mitarbeiterbrief. Eine mögliche Übernahme durch Unicredit würde bei Banco BPM über 6000 Stellen kosten, so Castagna in dem von Reuters eingesehenen Brief. Er verwies dabei auf Pläne der Unicredit, die Kosten um mehr als ein Drittel zu senken.

BPM hatte die zehn Milliarden Euro-schwere Übernahmeofferte von Unicredit am Dienstag zurückgewiesen. Das Angebot sei zu niedrig. Zudem würde eine Übernahme das Institut bei strategischen Entscheidungen binden und schaffe neue Risiken für die Anleger.

Eine Übernahme von BPM durch Unicredit würde auch der italienischen Regierung einen Strich durch die Rechnung machen. Sie treibt Pläne für eine Fusion von BPM mit dem Konkurrenten Monte dei Paschi di Siena voran, um eine dritte Kraft im italienischen Bankenwesen hinter UniCredit und Intesa Sanpaolo aufzubauen.

Unicredit hatte am Montag überraschend einen Vorstoß zur Übername des heimischen Rivalen gemacht, nachdem sie zuvor ihre Fühler nach der Commerzbank ausgestreckte. Die Großbank hat sich über Finanzderivate nach eigenen Angaben bereits Zugriff auf bis zu 21 Prozent der Anteile an dem Frankfurter Institut gesichert und hat ein Interesse an einer Übernahme geäußert. Auch die Commerzbank befürchtet im Zuge einer Übernahme einen Stellenabbau und will unabhängig bleiben. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte betont, er werde niemals zwei Banken zur gleichen Zeit integrieren, insofern hofft man in Frankfurt auf eine Verschnaufpause.

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