32 Fonds im Crashtest: Die besten Fonds für amerikanische Nebenwerte
Kleinere Unternehmen in den USA - ein klassischer Markt für Stockpicker, sollte man meinen. Doch auch in diesem Segment sind Indexfonds auf dem Vormarsch, wie der aktuelle Crashtest belegt. Insgesamt waren acht ETFs am Start, und einer davon hat sogar erstmals gewonnen.
Bei Aktien-Investments in den USA sind Anleger meist bei Indexprodukten am besten aufgehoben. Aktive Manager haben es im größten Aktienmarkt der Welt schwer, den Markt kontinuierlich zu schlagen. Das gilt zumindest für Standardwerte, wie unsere Crashtests zu dieser Anlagekategorie wiederholt gezeigt haben. Auf den vorderen Plätzen sind dort vor allem ETFs zu finden.
Bei den US-Nebenwerten ist dieser Trend weniger stark ausgeprägt. Im aktuellen Crashtest hat unser Daten-Partner FWW 32 Nebenwerte-Fonds mit Schwerpunkt USA ausgewertet. An der Spitze liegt zwar auch hier mit dem I-Shares S&P Small Cap 600 ETF ein passives Produkt. Aber immerhin auf Platz 2 und 3 schafften es Fonds mit einem aktiven Management. Sowohl der Schroder US Small & Mid-Cap Equity - zugleich Sieger im Bereich Stresstest - als auch der die Performance-Wertung anführende T. Rowe Price U.S. Smaller Companies Equity werden von klassischen Bottom-up-Stockpickern geführt.
Die drei Siegerfonds im Kurzporträt
Der Gesamtsieger: I-Shares S&P Small Cap 600 ETF
Der Siegerfonds bildet den S&P Small Cap 600 Index möglichst genau ab. Der 1994 gestartete Index bildet zusammen mit dem Standardwerte-Index S&P 500 und dem Mid-Cap-Index S&P 400 den S&P Composite 1500. Er ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und enthält zurzeit 601 kleinere US-Unternehmen, die bestimmte Auflagen erfüllen. Dazu zählt eine Marktkapitalisierung von 400 Millionen bis 1,8 Milliarden Dollar, mindestens 50 Prozent der Aktien müssen im Streubesitz sein. Zudem müssen die Unternehmen fürs vergangene Quartal sowie in Summe für die vorangegangenen vier Quartale Gewinne berichtet haben. Allerdings führt eine Fehlentwicklung, solange sie von Index-Komitee als vorübergehend eingeschätzt wird, nicht zum sofortigen Rauswurf.
Der Index weist eine sehr niedrige Konzentration der Titel auf. Die zehn größten Positionen machen weniger als 6 Prozent des Fondsvermögens aus. Auch über die einzelnen Sektoren ist der Index breit gestreut. Finanzen haben mit 23 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Industrie (17 Prozent), Informationstechnologie (16 Prozent) und zyklischem Konsum (14 Prozent). Am stärksten gewichtete Einzelwerte sind der regionale Versorger Piedmont Natural Gas, der Breitband-Dienstleister Viasat sowie der auf Krankenhäuser spezialisierte Real Estate Investment Trust Medical Properties Trust.
Der Fonds stammt aus dem Hause Blackrock, das mit seiner Plattform I-Shares der mit Abstand größte ETF-Anbieter in Europa und weltweit ist. Die Index-Replikation erfolgt - wie bei I-Shares üblich - physisch, aber aufgrund der hohen Titelanzahl mit einem Optimierungsmodell. Das hält die Kosten im Rahmen, sie liegen bei 0,4 Prozent pro Jahr. Der Performance-Abstand zum Index ist geringer als diese Kosten. Zur Performance-Optimierung verleiht der Fonds bis zu 100 Prozent seiner Aktien. Er schüttet zweimal jährlich aus.
Der Performance-Sieger: T. Rowe Price U.S. Smaller Companies Equity
Frank Alonso ist zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf von US-Nebenwerten. "Trotz des Gegenwinds sind die USA für Anlagen weiter attraktiver als Alternativen", so der Fondsmanager der amerikanischen Investmentgesellschaft T. Rowe Price. Er investiert in einen breiten, diversifizierten Mix aus US-amerikanischen Small und Mid Caps. Dabei vereint er Value- und Growth-Aktien, bei denen entweder die Beständigkeit des Wachstums oder das Turnaround-Potenzial vom Markt unterschätzt wird.
Rund 150 bis 250 Titel hat Alonso im Portfolio. Der Investmentprozess startet mit einem Universum aus rund 2.500 Aktien mit einer Marktkapitalisierung von bis zu 10 Milliarden Dollar, aus dem zunächst 1.000 Werte herausgefiltert werden. Diese werden dann detaillierter von über 40 Analysten geprüft. Sowohl Value-Titel als auch Wachstumsunternehmen müssen sich durch ein attraktives Geschäftsmodell, solide oder besser werdende Finanzdaten und eine vernünftige Bewertung auszeichnen.
Alsonsos Anlagehorizont ist langfristig. Am liebsten kauft er Unternehmen, die er nur aus einem Grund wieder verkaufen müsste: weil sie zu groß für seine Strategie geworden sind. Die Sektorgewichtung ergibt sich aus der Bottom-up-Titelauswahl. Zurzeit sind Finanz-, Industrie- und zyklische Konsumtitel am stärksten gewichtet, wobei die beiden letzteren auch gegenüber der Benchmark, dem Russell 2500, übergewichtet sind. Die größten Werte im Portfolio sind Ball Containers & Packaging, Five 9 Internet Software & Service und Healthcare Realty Trust, ein auf ambulante Gesundheitszentren spezialisierter Real Estate Investment Trust.
Der Stresstest-Sieger: Schroder US Small & Mid-Cap Equity
Fondsmanagerin Jenny Jones, die den US-Nebenwerte-Bereich bei Schroders seit 2002 leitet, setzt auf größere Small Caps und kleinere Mid Caps aus den USA. Zu ihrem Universum zählen Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 750 Millionen bis 10 Milliarden US-Dollar. Ihr Ziel ist es, über einen Konjunkturzyklus hinweg den Nebenwerte-Index Russell 2500 um 2 bis 3 Prozentpunkte pro Jahr zu schlagen.
Seit 2014 ist Jones wieder gut dabei. Davor musste sie sich einige Jahre gegenüber dem Index geschlagen geben. Grundsätzlich neigt der Fonds dazu, in eher schwächeren Märkten vorn zu liegen und in starken Aufwärtsphasen etwas hinterher zu hinken. Im aktuellen Crashtest zeichnet er sich sowohl durch die niedrigste Volatilität als auch den niedrigsten maximalen Verlust aller analysierten Fonds aus.
Jones verteilt das Fondsvermögen auf drei Arten von Aktien, die niedrig miteinander korrelieren. Rund 50 bis 70 Prozent des Portfolios stecken in Unternehmen mit einer vom Markt nicht erkannten oder unterschätzten Wachstumsdynamik über die nächsten zwei bis drei Jahre. 20 bis 50 Prozent machen die "Steady Eddies" aus. Das sind Unternehmen, die in fallenden Märkten Stabilität ins Portfolio bringen sollen.
Für die Würze hingegen sorgen Turnaround-Kandidaten, bei denen Jones einen Katalysator für eine Wachstumserholung erkennen kann. Sie haben einen Anteil von bis zu 20 Prozent. Zu den größten Sektoren im Fonds zählen zurzeit Finanzen (19 Prozent) und Gebrauchsgüter (17 Prozent). Aus diesem Sektor stammen auch die drei größten Positionen: das Catering-Unternehmen Aramark, der Ersatzteil-Händler Advance Auto Parts und der Textilkonzern Phillips van Heusen. Insgesamt sind rund 120 Titel im Portfolio.
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Dieser Artikel wird bereitgestellt von www.dasinvestment.com
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