Bitcoin: Evergrande, FED, Streit um US-Schuldenobergrenze und Angst vor Stablecoin-Regulierung – hält der Bullentrend diesem Marktumfeld stand?

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Der September gilt auch für den Krypto-Markt ohnehin als historisch schlechter Monat für die Kursentwicklung. Der September 2021 reiht sich bisher nahtlos in diese Tradition ein, denn derzeit kommt wirklich einiges an den Märkten zusammen, was den Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

Bitcoin: Evergrande, FED, Streit um US-Schuldenobergrenze und Angst vor Stablecoin-Regulierung – hält der Bullentrend diesem Marktumfeld stand?

Auf Makorebene halten die Märkte derzeit drei Dinge in Atem: Die wachsende Krise des chinesischen Immobilien-Giganten Evergrande, der aus Sicht vieler Experten die Gefahr einer Immobilienmarkt- und Finanzkrise in China heraufbeschwört, die anstehende FED-Entscheidung am Mittwoch, ob mit dem Tapering begonnen werden soll und damit der Anfang vom Ende für die endlose Geldflut beschlossen wird und an diesem Wochenende neu hinzugekommen die Angst vor einem erneuten Shutdown der US-Regierungsgeschäfte wie zuletzt 2019, da die Schuldenobergrenze der USA bald erreicht sein wird und das Land ohne eine erneute Erhöhung bereits im Oktober pleite sein könnte. US-Finanzministerin Janet Yellen hat im Zuge dieses Ausblicks bereits vor einer möglichen Finanzkrise für die USA gewarnt, sollte es wirklich dazu kommen.

Dieses derzeit wenig beruhigende Marktumfeld hat sowohl die Aktienmärkte, als auch den Krypto-Markt zum Start der neuen Woche deutlich unter Druck gesetzt. Bitcoin notiert mit einem Minus von über 7 Prozent bei derzeit 43.000 Dollar und damit wieder knapp überhalt des Bull Market Support Bands, welches sich aus dem einfachen 20-Wochen-Trend und dem exponentiellen 21-Wochen-Trend ergibt. Den 200-Tage-Trend musste Bitcoin mit seinen jüngsten Verlusten erneut hergeben. Am restlichen Krypto-Markt stehen bei vielen Assets zweistellige Verluste zu Buche.

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Aufgrund der stark steigenden Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten fliehen viele Investoren wieder vermehrt in den US-Dollar – aus Angst vor einer weiteren Liquiditätskrise, wie sie bereits im Zuge des Corona-Crashs im März 2020 stattgefunden hat. Der Dollar-Index, der den Wert der Währung gegenüber den wichtigsten Fiat-Währungen abbildet, ist auf ein Einmonatshoch von 93,34 gestiegen.

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Sollte es aufgrund von einem oder mehreren der oben genannten Faktoren zu erneuten Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen, würde das kurzfristig weiteren massiven Druck für die meisten Vermögenswerte und vor allem den Krypto-Markt bedeuten, da in einem solchen Szenario spekulative Assets zuerst über Bord geworfen werden, um Positionen mit Fremdkapital abzubauen, damit das Risiko reduziert wird.

Stablecoins im Fadenkreuz von Regulierung

Abseits der derzeitigen makroökonomischen Gefahren geht im Krypto-Sektor ein neues regulatorisches Schreckgespenst um. Wie einige US-Medien berichten, sind die US-Regulierungsbehörden besorgt, dass mit Dollar gedeckte Stablecoins wie beispielsweise USDT oder USDC eine zunehmende Quelle der Volatilität für die Finanzmärkte werden könnten.

In einem kürzlich veröffentlichten Bloomberg-Bericht heißt es, dass Beamte erwägen, eine formelle Überprüfung durch den Financial Stability Oversight Council einzuleiten, ob Stablecoins eine wirtschaftliche Bedrohung darstellen, ein Prozess, der eine strengere Aufsicht über die schnell wachsende Branche bringen könnte. Stablecoins könnten in diesem Zuge als Wertpapier deklariert werden und würden dann einer entsprechend strengeren Handhabung obliegen, die es nur noch wenigen Anbietern ermöglichen würde, diese auszugeben und zu verwalten.

El Salvador „kauft den Dip“

Während der Markt einmal mehr in eine Phase größerer Unsicherheit wechselt, nutzt das durch sein jüngst verabschiedetes Gesetz tief in die makroökonomischen Strukturen von Bitcoin eingetauchte Land El Salvador die Gelegenheit, um die eigenen Bitcoin-Bestände weiter aufzustocken. An diesem Montag hat der salvadorianische Präsident Nayib Bukele auf Twitter bekannt gegeben, dass das Land „den Dip gekauft“ habe. Mit 150 neuen Coins hält die zentralamerikanische Regierung jetzt 700 BTC im Wert von fast 32 Millionen US-Dollar.

Screenshot, Chart oder sonstiges SchmuckbildQuelle: Twitter


Die Ratingagentur Standard and Poor’s Global äußerte sich zuletzt, dass die Einführung „unmittelbare negative Auswirkungen“ auf die Kreditwürdigkeit des Landes hat. S&P behauptete auch, dass der Schritt die Chancen von El Salvador auf einen Kreditvertrag in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar vom Internationalen Währungsfonds beeinträchtigen würde.

Das scheint der Regierung bisher wenig auszumachen. El Salvador hat am 7. September Geschichte geschrieben, da es als erstes Land Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt hat. Seit 2001 wird in El Salvador nicht mehr eine einheimische Währung, sondern der US-Dollar benutzt. Dadurch ist das Land von der Geldpolitik der US-Notenbank abhängig. Für das Wirtschaftswachstum der Nation sei es nötig, die Zirkulation einer digitalen Währung zuzulassen, deren Wert allein von marktwirtschaftlichen Kriterien abhänge, heißt es im Gesetzestext. Zudem haben demnach etwa 70 Prozent der rund sechs Millionen Bewohner El Salvadors keinen Zugang zu traditionellen Finanzdienstleistungen.

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onvista-Redaktion: Am Markt herrscht derzeit wahrlich kein schönes Umfeld für Investoren, denn die Unsicherheiten häufen sich. Eine erste Richtungsgebung dürfte es am Mittwoch mit der Entscheidung der US-Notenbank FED geben. Der Fall Evergrande wird sich voraussichtlich noch einige Wochen hinziehen, da der Konzern erst nach Ablauf einer Nachfrist für fällige Kreditzahlungen als offiziell zahlungsunfähig gilt, sollte bis dahin keine Finanzierungslösung gefunden sein. Ob die chinesische Regierung doch noch stützend eingreift oder ob eine Pleite von Evergrande zu größeren Verwerfungen an den Märkten führen wird, steht noch in den Sternen. Was die US-Schuldenobergrenze angeht, so dürfte sehr wahrscheinlich sein, dass Republikaner und Demokraten sich, wenn auch vielleicht erst im letzten Moment, auf eine Anhebung einigen werden, um einen erneuten Regierungs-Shutdown zu verhindern.

Für Bitcoin und den Krypto-Markt gilt für die nächsten Tage und Wochen das Sprichwort: Abwarten und Tee trinken. Der Kurs steht charttechnisch wieder deutlicher unter Druck, doch bisher bleibt der übergeordnete bullische Trend intakt. Die nächsten Wochen dürften jedoch entscheidend werden, ob das vierte Quartal sich im Sinne der bisherigen Bitcoin-Preis-Zyklen zu einem extrem bullischen Quartal entwickelt oder nicht.

Screenshot, Chart oder sonstiges SchmuckbildBitcoin Log Chart – tradingview


Von Alexander Mayer mit Material von dpa-AFX

Titelfoto: Igor Batrakov / Shutterstock.com

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