Daimler: Autobauer hat sich auch 2021 viel vorgenommen ++ Siemens Energy: Auf dem Sprung in den MDax? ++ Orange: Sonderdividende geplant

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Daimler: Autobauer hat sich auch 2021 viel vorgenommen ++ Siemens Energy: Auf dem Sprung in den MDax? ++ Orange: Sonderdividende geplant

Der US-Kongress erhöht den Druck auf chinesische Unternehmen mit Börsennotiz in den Vereinigten Staaten, die nicht die dort gängigen Bilanzprüfungen einhalten. Nach dem Senat stimmte am Mittwoch (Ortszeit) in Washington auch das Repräsentantenhaus einem Gesetzentwurf zu, der zu einer Verbannung der betroffenen Firmen von US-Börsen führen könnte. Die Unternehmen sollen jedoch zunächst drei Jahre Zeit erhalten, um die Auflagen der US-Aufseher zu erfüllen.

US-Behörden ist es schon lange ein Dorn im Auge, dass chinesische Konzerne wie der Onlineriese Alibaba sich nicht so tief wie üblich von US-Bilanzprüfern in die Bücher gucken lassen wollen. Das Finanzministerium plädierte deshalb bereits im August dafür, dass die US-Börsenaufsicht SEC ihre Standards entsprechend verschärft. Nachdem der Kongress zugestimmt hat, fehlt nur noch die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump, um das Gesetz zu verabschieden.

Dax: Leitindex wartet weiter ab

Angesichts eines weiter starken Eurokurses geht der Rally am deutschen Aktienmarkt immer mehr die Luft aus. Der Dax lag am Donnerstagmorgen mit 0,22 Prozent im Minus bei 13.284 Punkten. Der Euro erreichte im frühen europäischen Devisenhandel mit Kursen über 1,21 US-Dollar den höchsten Stand seit Frühjahr 2018. Gerade für die im Dax schwer gewichteten deutschen Exporteure wird die aufwertende Gemeinschaftswährung zunehmend zum Problem.

Der MDax der 60 mittelgroßen Werte lag mit 0,07 Prozent im Plus bei 29 263 Zählern. Der EuroStoxx 50  als Leitindex für die Eurozone trat derweil auf der Stelle.

Daimler will auch 2021 weiter Gas geben

Daimler-Chef Ola Källenius will das Tempo der Erholung aus der Corona-Krise hoch halten. Der Konzern gehe auch mit einem Wachstumsschwung in das Jahr 2021 und bleibe für China optimistisch, sagte der Manager in einem Interview der „Financial Times“ (Donnerstag). Ein Teil der zuletzt starken Verkäufe in dem wichtigsten Einzelmarkt sei auch einem Nachholeffekt aus dem stark pandemiebelasteten Frühjahr zu verdanken.

Im dritten Quartal hat Mercedes-Benz in dem wichtigsten Einzelmarkt ein Verkaufsplus bei Pkws von fast einem Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Auch in den Monaten danach habe das Wachstum zweistellige Prozentsätze erreicht, sagte Källenius dem Blatt. Die Absatzzahlen für November legt Daimler erst noch vor.

Großes Stühlerücken im SDaxSiemens Energy vor Aufnahme in den MDax

Kurz vor Weihnachten dürfte es im SDax zahlreiche Wechsel geben. Insgesamt könnte es Index-Experten zufolge zum 21. Dezember bis zu acht Absteiger aus dem Nebenwerte-Index geben. Ein Austausch nimmt die Deutsche Börse aber nur vor, wenn es geeignete Aufstiegskandidaten gibt. Das sieht dieses Mal recht gut aus. Die Corona-Pandemie hat zwar die Börsen insgesamt schwer getroffen, doch es gibt auch Krisengewinner. Der Online-Handel sowie das Geschäft rund um die Virusbekämpfung boomt und so klopfen von dieser Seite her einige Unternehmen an die Eingangspforte des Nebenwerte-Index.

Die Deutsche Börse überprüft den SDax an diesem Donnerstag, 3. Dezember, und gibt etwaige Änderungen am Abend nach Börsenschluss bekannt. Die Umsetzung erfolgt dann rund drei Wochen später.

Sowohl die Analysten der Commerzbank als auch ein weiterer Index-Experte rechnen zur anstehenden Überprüfung mit der Aufnahme des Online-Brokers Flatex und des Börsenneulings und Rüstungselektronikherstellers Hensoldt  in den SDax. Zudem dürften als Corona-Krisengewinner die beiden Online-Möbelhändler Home24 und Westwing ihr Stelldichein geben sowie möglicherweise auch Va-Q-Tec, ein Anbieter von Thermoboxen, die unter anderem in der globalen Corona-Impfstofflogistik benötigt werden. Auch der Biodieselhersteller Verbio sowie der altbekannte Autozulieferer ElringKlinger haben Aufnahmechancen.

Grund dafür ist, dass eine ganze Reihe von SDax-Unternehmen die Verbleibe-Kriterien nicht mehr erfüllt. Zu diesen zählen zuvorderst der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus und der Autozulieferer Leoni, bei denen der Börsenwert nicht mehr ausreichen dürfte. Am nötigen Börsenumsatz mangelt es darüber hinaus dem Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische, dem Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori, dem UV-Technologiespezialisten Dr. Hönle und dem IT-Dienstleister Secunet. Auf Wackelplätzen waren zudem die Deutsche Beteiligungs AG, Koenig & Bauer und der Autowaschanlagen-Hersteller Washtec.

Angesichts der erwarteten Aufnahme von Siemens Energy in den MDax wird zu guter Letzt außerdem wohl der Leasing-Spezialist Grenke sein Stelldichein im SDax geben. Entsprechend dürfte die Aareal Bank mit einem blauen Auge davon gekommen sein, denn beide Unternehmen hatten sich im Index der mittelgroßen Werte zuvor ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

Wichtig sind Änderungen in den Indizes der Dax-Familie (Dax, MDax, SDax und TecDax vor allem für Fonds, die diese Indizes real nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Kurz & knapp:

Orange: Der französische Telekomkonzern will einen Teil einer Steuerrückzahlung als Sonderdividende an seine Aktionäre ausschütten. Der Vorstand wolle die Mittel „auf faire und ausgewogene Weise auf die Entwicklung des Unternehmens, die Mitarbeiter sowie die Aktionäre verteilen“, hieß es in einer am späten Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens in Paris. Der Verwaltungsrat überlege, eine Extradividende in Höhe von 20 Cent je Aktie auszuzahlen. Das entspricht 532 Millionen Euro in Summe. Orange hatte bisher eine reguläre Dividende von insgesamt 0,70 Euro je Aktie für das Jahr 2020 in Aussicht gestellt.

BVB: Borussia Dortmund will mit seinen Profis über einen Gehaltsverzicht bis zum Saisonende verhandeln. „Wir werden noch im Dezember die Gespräche führen“, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dem „Kicker“ (Donnerstag). Der Dortmund-Chef will sich deswegen zeitnah mit dem Mannschaftsrat treffen. Einziger Tagesordnungspunkt wird nach „Kicker“-Informationen dann die Verlängerung einer Vereinbarung sein, mit der im Frühjahr wegen der coronabedingten Ausnahme-Ausfälle ein Gehaltsverzicht geregelt wurde. Diese Vereinbarung läuft noch bis zum 31. Dezember und soll möglichst bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden. Der BVB setzt weiter auf das Entgegenkommen der Spieler, die sich bislang zu Einkommenseinbußen von 20 Prozent bei einem kompletten Lockdown und zehn Prozent im Geisterspielbetrieb bereit erklärt hatten. Trotz einer wirtschaftlich angespannten Situation hatte der Bundesligist die mehr als 800 Angestellten nicht in Kurzarbeit geschickt. Das sei dem Club durch den Gehaltsverzicht der Profis, so Watzke, „deutlich leichter“ gefallen.

Krones: Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller will noch mehr Stellen in Deutschland streichen als bislang angekündigt. Neben den bereits rund 400 Mitarbeitern, die bereits Aufhebungsangebote angenommen hatten, sollen nun zusätzliche 350 Arbeitsplätze wegfallen, wie das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Neutraubling bei Regensburg mitteilte. Den weiteren Personalabbau wolle Krones „möglichst sozialverträglich“ umsetzen. Er sei nötig, um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, hieß es. Für die Maßnahmen plant Krones rund 65 Millionen Euro ein. Der Vorstand rechne deshalb für das laufende Geschäftsjahr mit einer Ebitda-Marge von 3,5 bis 4,0 Prozent. Ohne die genannten Personalmaßnahmen dürfte die Marge des operativen Ergebnisses vor den Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 5,5 bis 6,0 Prozent liegen. Zudem erwartet der Vorstand für 2020 Wertberichtigungen von insgesamt rund 10 Millionen Euro.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Christian Mueller / shutterstock.com

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