Drei Fragen an Bernecker: Hat Thyssenkrupp mit der Stahlsparte doch mehr Chancen als gedacht, ist Intel zu schwerfällig und wie überkauft sind die Märkte wirklich?

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In unserer heutigen Ausgabe wollen wir wissen, ob die Märkte langsam in eine Blase hineintreten, welche Chancen sich bei Intel bieten und ob Thyssenkrupp mit der Stahlsparte vielleicht doch mehr Chancen hat als gedacht.

Drei Fragen an Bernecker: Hat Thyssenkrupp mit der Stahlsparte doch mehr Chancen als gedacht, ist Intel zu schwerfällig und wie überkauft sind die Märkte wirklich?

onvista-Redaktion: Nun wird bei Thyssenkrupp doch nicht mehr nur der Verkauf der Stahlsparte, sondern auch ein möglicher Börsengang in Betracht gezogen. Wäre das vielleicht die bessere Option für den Konzern? Und welche Chancen für Anleger würden sich da bieten?

Bei Thyssenkrupp liegen mehrere Optionen auf dem Tisch des Vorstandes. Die aktuelle größte Entlastung ist die wesentliche Verbesserung im Stahlsektor mit den Stahlpreisen und der anziehenden Menge. Damit ist Thyssen Stahl in der Lage, den Alleingang zu wagen. Nötig sind dafür Finanzinvestoren – entweder für Fremd- oder für Eigenkapital. Die nächsten Geschäftsfelder liegen im Verkauf des Anlagebaus als selbständige Einheit, sodann der Sektor Marinetechnik, ebenfalls als mögliche Ausgliederung in Partnerschaft mit einem anderen. Für die Thyssen-Bilanz der Mutter ergäbe dies gravierende Veränderungen im positiven Sinne. Spektakulär: Dem Vorstand liegt auch ein Konzept vor, mit einer besonderen Technik selbst die Stromerzeugung und die anhängende Wasserstoffherstellung (grün) im eigenen Hause aufzubauen. Käme dieses Projekt zum Zuge, ergäbe das eine komplett andere Sicht für Thyssen insgesamt. Frau Martina Merz drücke ich weiterhin die Daumen.

onvista-Redaktion: Trotz des massiven Digitalisierungsschubs durch die Pandemie hinkt der Chip-Riese Intel kurstechnisch bisher hinterher. Probleme mit der neuen Chipgeneration und Kunden, die lieber eigene Chips bauen wollen, sind die größten Probleme. Kann dieses Jahr doch noch die große Aufholjagd für Intel kommen?

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Intel unterliegt dem gleichen Sachverhalt wie einst IBM und Hewlett Packard: Zu groß geworden, schwerfällig geworden, in der Qualität immer noch gut, aber nicht mehr in der vordersten Reihe. Das erfordert einen Umbau der Sektoren und dazu gehören neue Köpfe, wie bei Intel soeben installiert. Selbst Apple stand einst vor einem ähnlichen Problem nach dem ersten Start mit dem Macintosh, dem Absturz und anschließend dem Smartphone. Für AMD war Intel stets eine Herausforderung. Nun gilt umgekehrt: Der neue Intel-Chef muss beweisen, was man mit dem sehr hohen Forschungspotenzial von Intel unter neuen Bedingungen neu erreichen kann. Eine typische Comeback-Lage.

onvista-Redaktion: Mehr und mehr Marktbeobachter, Hedgefonds-Manager und andere Finanz-Experten sehen den gesamten Markt in einer Blase, entweder bereits darin oder in eine hinein gehen. Wenn dem so ist, gibt es dann trotzdem noch Sektoren, bei denen ein Investment sinnvoll wäre?

Die Märkte haben ein Ungleichgewicht erreicht. Insbesondere in New York. Im schwersten Index S&P 500 überwiegen die großen Techs mit einem Anteil von knapp 22 % am Marktwert des Index. Ihr Gewinnanteil wird zurzeit bei etwa 5 bis 6 % veranschlagt. Sie prägten in den vergangenen vier Jahren den S&P nachhaltig in seinem Marktwert, mit einem Plus von knapp 5 bis 5,5 Bio. Dollar. Das ist die Blase im S&P-Index. Gleiches gilt für den Nasdaq, wo der Anteil der Großen noch gewaltiger ist. Auf der anderen Seite steht die Breite des S&P 500, der die gesamte amerikanische Wirtschaft widerspiegelt. Auch diese Sektoren legten deutlich zu, aber bringen nur bescheidene Marktwerte auf die Waage. Darin liegt das Ungleichgewicht. Dem folgt wie immer, am besten in der Dotcom-Blase nachvollziehbar: Die einen werden schrittweise zurückgebaut, die anderen bauen sich schrittweise auf. Wo das Gleichgewicht liegt, werden wir sehen. Jedenfalls: Die Erholungen in der zweiten Gruppe fallen in Prozent gerechnet, also als Kursgewinn, deutlich höher aus als diejenigen bei Apple und Co. Ganz simpel: Apple benötigt für 10 % Kursgewinn 210 Mrd. Dollar. Nestle oder Merck benötigen für den gleichen Prozentgewinn knapp 20 Mrd. Dollar.

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Foto: Bernecker

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